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Lokales Nicht noch mehr Puffs in der Südvorstadt: So will Dresden neue Bordelle verhindern
Dresden Lokales Nicht noch mehr Puffs in der Südvorstadt: So will Dresden neue Bordelle verhindern
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13:09 10.05.2019
Verführerisch, aber unerwünscht: Die Stadt will verhindern, dass sich an der Zwickauer Straße eine Rotlichtmeile etabliert. Quelle: dpa
Dresden

Holpriges Pflaster, Ruinen und mit reichlich Gestrüpp überwucherte Brachen – das nördliche En­de der Zwickauer Straße zählt eindeutig nicht zu Dresdens besten La­gen. Noch vor mehr als 100 Jahren gehörte der Bereich südwestlich vom Hauptbahnhof zu den bedeutenden Industriestandorten. Was der Krieg nicht zerstörte, nutzte später jedoch die DDR-Wirtschaft ab, be­vor sich nach dem Mauerfall hier der Begriff der blühenden Landschaften zu­nächst in Unkraut und inzwischen auch in Prostitution und Glücksspiel manifestierte. Ein Ge­schäft, das dort so gut gedeiht, dass sich die Stadt jetzt sogar zum Handeln gezwungen sieht.

Di­verse An­fragen für Eröffnung weiterer Bordelle

Schon seit einigen Jahren wird im Schatten des steilen Hangs un­terhalb der Budapester Straße mit diskreten Dienstleistungen Geld ge­macht. Noch in dieser Woche soll nun ein zweiter Puff an der Zwickauer Straße eröffnen. Und: Schon jetzt liegen der Stadtverwaltung di­verse An­fragen für die Eröffnung weiterer Bordelle im Gebiet vor. Entsprechend groß ist die Sorge, dass sich das alte Pflaster vollends in ei­ne Bordellmeile verwandelt.

Das Bordell Night Bunnies an der Zwickauer Straße 1a soll schon in Kürze öffnen. In der Nachbarschaft gibt es bereits einen Puff. Quelle: Anja Schneider

Eine drohende Entwicklung, die jedoch dem zaghaften Aufschwung entge­gensteht, den die Zwickauer Straße in diesem Bereich gerade er­lebt. Denn mit der Ansiedlung eines Technologiezentrums und dem am Mittwoch eröffneten Innovationszentrum für Startups, Forschung und Technologie könnte das Areal endlich wieder an seine Blüte im frühen 20. Jahrhundert an­knüpfen. Darüber hinaus be­finden sich im Umfeld mit der Ar­beitsagentur, der Tafel oder einer Kletterhalle auch einige Einrichtungen, die von Kindern und Jugendlichen besucht werden.

Rechtliche Handhabe fehlt

Gegen die agilen Ansiedlungspläne des Sex- und Spielgewerbes ist bisher allerdings kein Kraut ge­wachsen. Den Mitarbeitern in der Verwaltung fehlt die rechtliche Handhabe, sie müssen den Anträgen wie im jüngsten Fall zähneknirschend zustimmen. Genau das soll sich aber ändern: Mit einem Bebauungsplan, der das horizontale Ge­werbe in dem Gebiet künftig ausschließt. Gelten soll dieser für den kompletten Bereich zwischen der Bu­dapester Straße, Nossener Brücke und den Bahngleisen, mit Ausnahme der beiden Studentenwohnheime an der Budapester. Das Ge­biet umfasst immerhin 22 Hektar.

Über den Plan ist bereits im Äl­testenrat und im Bauausschuss hinter verschlossenen Türen be­raten worden, am Dienstag hat sich der fürs Gebiet mit zuständige Stadtbezirksbeirat Plauen mit der Vorlage be­fasst. Der votierte bei nur einer Enthaltung für das Ansinnen. Be­reits am 6. Juni könnte dann der Stadtrat darüber entscheiden – und dem Rotlichtmilieu hinterm Hauptbahnhof die rote Karte zeigen.

Widerspruch ge­gen das neue Bordell

Der Plan mit dem B-Plan hat al­lerdings auch einen Haken. Denn al­le Bordelle, die bis zum Inkrafttreten schon eröffnet haben, genießen Be­standsschutz. Deshalb hat die Verwaltung an den Bebauungsplan auch gleich noch eine Veränderungssperre gekoppelt, die die Räte ebenfalls mit durchgewinkt ha­ben und die verhindern soll, dass ab dem Zeitpunkt des Stadtratsbeschlusses bis zum Wirksamwerden der neuen Spielregeln weitere Puffs oder Casinos öffnen können.

Das schon vorhandene Etablissement und der in Kürze neu öffnende Puff lassen sich so aber nicht vertreiben. Allerdings hat unter an­derem ein Anwohner Widerspruch ge­gen das neue Bordell angemeldet. Laut Stadtverwaltung muss sich nun die zuständige Landesdirektion mit dem Fall beschäftigen – und könnte auf diesem Weg dafür sorgen, dass zumindest an dieser Adresse künftig jeder die Hose an­behält.

Von Sebastian Kositz

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