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Lokales Keine Bewährung für „King Abode“
Dresden Lokales Keine Bewährung für „King Abode“
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08:38 28.09.2018
Mohamed Youssef T. wird von Justizbeamten in den Verhandlungssaal des Amtsgerichts gebracht. Quelle: Monika Löffler
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Dresden

„Sehr aggressiv, renitent, laut.“ So beschrieben am Donnerstag alle Zeugen Mohamed Youssef T. Keine leeren Worte – dass der 22-Jährige mit Vorsicht zu genießen ist, zeigte sein Verhalten am 17. September im Dresdner Amtsgericht. Da sollte er sich wegen Körperverletzung, Beleidigung, Bedrohung und Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte verantworten. Der Libyer krakeelte, randalierte, forderte seine Anwältin, die von der Verhandlung wohl nichts wusste, beschimpfte Justizbeamte und Journalisten und forderte Respekt für sich ein. Anderen gegenüber nimmt er es mit Respekt nicht so genau.

Nun waren die Justizbeamten auf den aufbrausenden Anklagten vorbereitet. Auch diesmal beschimpfte und attackierte er zunächst einen Fotografen, beruhigte sich dann aber und betrat breit grinsend den Gerichtssaal, nicht ohne den Medien noch schnell den „Stinkefinger“ zu zeigen.

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T. klagt sich durch alle Instanzen

„King Abode“, wie sich der Libyer selbst nennt, hatte am 25. März 2017 zwei Brüder in einer Regionalbahn von Dresden nach Bautzen zunächst beschimpft – „Ich ficke dich“ – und dann bedroht – „Ich werde euch töten, ich finde euch“. Einem Mann griff er an den Hals und zerriss dessen Pullover und Jacke, dem anderen biss er in den Unterarm. Als die Polizei eintraf, um ihn aus dem Zug zu bringen, wiedersetzte sich der angetrunkene T. vehement. „Es machte den Eindruck, als ob er sich von niemandem etwas sagen lässt“, brachte es ein Opfer auf den Punkt.

Vor dreieinhalb Jahren kam der Libyer nach Deutschland, beschäftigt seitdem Polizei und Justiz und gilt als Intensiv-Täter. Vor allem in Bautzen, wo er zunächst untergebracht war, gab es regelmäßig Ärger und unter anderem Prügeleien auf dem Kornmarkt. Mohamed Youssef T. kassierte von der Stadt ein mehrmonatiges Betretungsverbot (er wurde nach Kamenz verlegt) und wurde vom Bautzener Gericht mehrfach verurteilt – allerdings nur zu Geldstrafen.

Richter Philip Socher war am Donnerstag nicht so milde und verurteilte den selbst ernannten König zu acht Monaten ohne Bewährung. „Ich sehe keine positive Sozialprognose.“ In die Entscheidung wurden zwei Strafbefehle einbezogen. Und da könnte noch was obendrauf kommen, denn bei der Bautzener Staatsanwaltschaft liegen noch einige Anklagen.

Man habe in Deutschland sein Leben zerstört, beklagte der Angeklagte. Bleiben will er aber trotzdem auf jeden Fall. Sein Asylantrag wurde zwar schon vor über zwei Jahren abgelehnt, aber Mohamed Youssef T. klagte sich durch alle Instanzen. Im Oktober wird sich das Oberverwaltungsgericht Bautzen damit beschäftigen.

Von Monika Löffler

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