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Lokales Karnevalsvereine vermissen Anerkennung von Politik
Dresden Lokales Karnevalsvereine vermissen Anerkennung von Politik
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14:08 23.02.2019
Mitglieder des Verbands Sächsischer Carneval in der Sächsischen Staatskanzlei Anfang Februar. Rund 100 Närrinnen und Narren wurden dort vom Ministerpräsidenten empfangen. Quelle: Oliver Killig/dpa-Zentralbild/dpa
Dresden

Maskenbälle, Umzüge, Elferratssitzungen: Trotz des närrischen Treibens in den Hochburgen des Frohsinns beklagt der Verband Sächsischer Karneval die schwindende Unterstützung durch die Politik. „Die Karnevalsvereine machen Jugendarbeit. Das ist nicht mehr immer bewusst“, sagte Verbandssprecher Michael Rohde in einer Umfrage der Deutschen Presse-Agentur. Er verwies auf den Landkreis Görlitz, wo nach einer neuen Kulturförderrichtlinie die Faschingsvereine aus der Förderung herausfielen.

Laut Rohde sind in dem Verband aktuell 180 Vereine mit zusammen etwa 25 000 Karnevalisten organisiert. Die Zahl ist seit Jahren etwa konstant. Vor allem in Städten mit breitem Kulturangebot habe es der Karneval in Sachsen schwer. Dort gebe es auch die größten Nachwuchsprobleme - eher bei den Jungen und weniger bei den Mädchen, die gern bei den Funkengarden mitmachten, mehrmals wöchentlich trainierten und später den Vereinen treu blieben.

Wittichenau, der Ort in Sachsen mit der wohl längsten karnevalistischen Tradition, startet aktuell in die 313. Saison. Traditionell zeigen die einzelnen Karnevalsgruppen beim Großen Maskenball das erste Mal ihre neuen Kostüme. An ihnen hätten sie seit September getüftelt, erzählt Vereinspräsident Mathias Glaab. Zum Weiberfasching am Faschingssamstag ziehen die Frauen rund zwei Stunden lang durch die Oberlausitzer Kleinstadt. Einen zweiten Umzug gibt es am Rosenmontag, zwei Tage später.

Jedes frei stehende Haus, jede Garage und Scheune hat sich dann in eine Straßenbar verwandelt. Glaab erwartet etwa 10 000 Menschen am Straßenrand. „Die Jugend ist eingebunden. Es geht schon im Kindergarten und der Schule mit Fasching los.“ Viele, die wegen des Jobs weggegangen seien, kämen zurück und suchten sich Arbeit in der Region. Nachwuchsprobleme habe der Wittichenauer Karneval nicht.

Die wohl landesweit größte Sause steigt beim „Rabu“ in Radeburg bei Dresden. Der Marktplatz ist dann mit einem Zelt überdacht. „Ab Montag wird aufgebaut“, berichtet der Vorsitzende des Radeburger Carnevals-Clubs, Olaf Häßlich. Während des großen Umzugs am nächsten Sonntag werden in dem Städtchen zwischen 20 000 bis

Zwölf Saalveranstaltungen waren in dieser Saison geplant, acht sind schon durch. Das Thema Saison lautet: „Krimi, Krimi, Krimi“. Und am Samstag steht der „Tatort Tirol“ auf dem Programm, eine Party in Dirndl und Lederhosen. Nachwuchssorgen hat auch der Radeburger Carnevals-Club nicht. „Das ist fast ein Selbstläufer“, sagt Häßlich. Bedenklich stimmten hingegen steigende Kosten durch Sicherheitsauflagen. „Die werden immer strenger.“ Bisher sei es jedoch gelungen, die Kosten über steigende Preise für die Eintrittskarten aufzufangen.

In der Landeshauptstadt Dresden haben es die Narren ungleich schwerer, sich Gehör zu verschaffen. „Es ist ein harter Karneval. Aber es macht auch Spaß“, sagt der Präsident des Dresdner Carneval Clubs, Michael Thiele. Am Samstag geht im Parkhotel auf dem Weißen Hirsch der Saalfasching über die Bühne, erstmals an diesem Ort.

„Mal sehen, wie es angenommen wird“, bemerkt Thiele abwartend. Die Dresdner seien immer etwas „barock-konservativ“ und wohl auch etwas bequem. Andererseits: Das kulturelle Angebot in der Landeshauptstadt sei groß, die Preise lägen hoch. „Viele gehen nicht mehr so oft weg wie früher.“ Es sind noch Eintrittskarten zu haben.

Dabei war auch in Dresden einst im Karneval viel los. Vor dem Ersten Weltkrieg hatten die Umzüge fast rheinländische Dimensionen. In den 1920er Jahren waren dann die Sitten lockerer und es sind Orgien aus jener Zeit überliefert. Nach dem Krieg wurde 1955 in der zerstörten Stadt ein Umzug versucht: mit zwei Kremsern, die Herren vom Elferrat mit todernsten Mienen - ein Reinfall. Höhpunkte des Treibens damals waren die Feste in der Hochschule für Bildende Künste und den Studentenclubs.

Auch dem Dresdner Carneval Club machen die steigenden Preise zu schaffen. „Die Auflagen für die Sicherheit und Dekoration kosten immer mehr“, klagt Thiele. Aber: „Wir kommen über die Runden.“ Die Politik sollte die Brauchtumspflege und Jugendarbeit der Vereine stärker anerkennen.

dpa

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