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Lokales Kampf gegen Volkskrankheiten: Dresdner Forscher wollen Fett-Landkarte entwickeln
Dresden Lokales Kampf gegen Volkskrankheiten: Dresdner Forscher wollen Fett-Landkarte entwickeln
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19:41 02.10.2019
Die Forscher sind den Geheimnissen der Lipide und Liposomen (Grafik) auf der Spur. Quelle: MLRC
Dresden/Genf

Um Diabetes, Alzheimer und Krebs rascher diagnostizieren zu können, arbeiten Biologen und Mediziner aus Genf und Dresden an einer Transportkarte der Fett-Bausteine („Lipide“) in menschlichen Zellen. Dafür stellt die Biotech-Firma Lipotype des Dresdner Lipodomik-Pioniers Prof. Kai Simons die Analysetechnik bereit, damit Prof. Anne-Claude Gavin von der Universität Genf solch eine „Lipid-Autobahnkarte“ erzeugen kann.

„Paketbodendienst der Natur“

Prof. Dr. Anne-Claude Gavin von der Universität Genf ist die erste Preisträgerin des neuen "Lipidomics Excellence Award" - sie will eine "Landkarte der Fette" erstellen. Lipotype-Chef Prof. Kai Simons (rechts) und Direktor Prof. Michele Solimena vom Paul-Langerhans-Institut Dresden gratulieren ihr. Quelle: Heiko Weckbrodt

„Der Lipid-Stoffwechsel spielt eine wichtige Rolle bei Volkskrankheiten wie Diabetes, Krebs oder Alzheimer“, betonte Prof. Gavin. Die „Lipodomik“ genannte Analyse der Fettbausteine im Körper könne Türen öffnen, „hinter denen vielleicht die Antwort auf unsere Zivilisationskrankheiten stecken“.

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„Unsere Vision ist ein kleines Messgerät“

Am Paul-Langerhans-Institut Dresden setzen Wissenschaftler die Fettanalyse-Technik von Lipotype für die Diabetes-Forschung ein. Sie wollen so die Zusammenhänge zwischen dem Lipid-Profil im Blut eines Patienten, zerstörten Bauchspeicheldrüsen-Zellen und dem Insulinmangel bei Diabetikern erkunden. „Unsere Vision ist ein kleines Messgerät, mit dem der Patient in der Arztpraxis oder zu Hause ganz leicht ermitteln kann, ob er eine Veranlagung zu Diabetes vom Typ 1 oder 2 hat“, erklärt Instituts-Direktor Prof. Michele Solimena.

Ein großer Schritt dorthin wäre schon getan, wenn die Biologen endlich voll durchschauen würden, warum und wie mikroskopisch kleine Transportkapseln in unseren Zellen ständig Fette hin- und hertransportieren. Eben dies soll die „molekulare Karte der Lipid-Autobahnen“ der Schweizer Professorin leisten.

In den Zellen gibt es offensichtlich eine Art Paketdienst

Klar ist bereits, dass einige Lipide für den Bau der Zellmembranen verantwortlich sind, andere fungieren als Signalgeber, wieder andere dienen als Brennstoff oder als Vitamine. Und in den Zellen gibt es offensichtlich eine Art Paketdienst. Dieses biologische „DHL“ befördert die Lipide zwischen den Fettfabriken, den Kraftwerken, Steuerkernen und anderen Bauteilen der Zelle hin und her.

Und diese Reisenden im Mikrokosmos sind auch Geheimnisträger: Wer zu deuten weiß, wieviele Lipide welcher Art da in den Transportern unterwegs sind, vermag Fehlfunktionen im Organismus erkennen, lange bevor der Patient die ersten Symptome spürt.

Eine Landkarte der Fett-Autobahnen zeichnen

Und da kommt Prof. Simons ins Spiel: Der langjährige Direktor des „Max-Planck-Instituts für molekulare Zellbiologie und Genetik“ in Dresden gilt international als führender Lipodomik-Experte. Simons entschlüsselte unter anderem die besondere Rolle der Lipide für den Aufbau von Zellwänden. Und er hat eine innovative Methode entwickelt, um die genaue zahlenmäßige Zusammensetzung verschiedener Lipid-Arten in einer Blutprobe zu ermitteln.

2012 gründeten er und seine Planck-Kollege Dr. Andrej Shevchenko die Lipotype GmbH in Dresden, die diese „Shotgun-Lipidomics-Analyse“ seitdem vermarktet. Um die Lipdomik-Forschung und den Einsatz seiner Analysetechnologie weiter anzukurbeln, hat Simons inzwischen den „Lipidomics Excellence Award“ gestiftet. Dessen erste Preisträgerin ist eben Professorin Gavin aus Genf. Sie darf nun die Lipotype-Technik gratis einsetzen, um ihre Landkarte der Fett-Autobahnen zu zeichnen.

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Von Heiko Weckbrodt

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