Menü
Dresdner Neueste Nachrichten | Ihre Zeitung aus Dresden
Anmelden
Lokales Scharfe Kritik an Hygienekonzept der Jazztage Dresden: Festival-Intendant wehrt sich
Dresden Lokales

Jazztage Dresden: scharfe Kritik an Corona-Hygienekonzept

Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
13:15 27.10.2020
Swing-Star Tom Gaebel während eines Auftrittes im Rahmen der Eröffnung der Dresdner Jazztage. Quelle: imago images/Andreas Weihs
Anzeige
Dresden

Die Umsetzung des Hygienekonzepts der Jazztage Dresden mit Besuchergruppen ohne Abstand oder Maske sorgte zuletzt für Diskussionen - nun haben die Veranstalter die Kritik zurückgewiesen. „Wir haben uns eins zu eins an das von der Stadt genehmigte Hygienekonzept gehalten“, sagte der Intendant des Festivals, Kilian Forster, auf Anfrage am Dienstag.

„Freiwillige Infektionsgruppen

Bei einem Konzert am Sonntagabend hatten einander fremde Besucher ohne Abstand und Maske in Zehnergruppen beisammengesessen. „In den freiwilligen Infektionsgruppen saßen Besucher, die sich zuvor bereiterklärt hatten, neben anderen Personen zu sitzen“, erläuterte Forster. Dies sei der Stadt auch so vorgestellt worden. „Wir haben an die Eigenverantwortung der Besucher plädiert, schließlich ist Kultur auch seelische Nahrung.“ Zudem sei ein Bereich eingerichtet worden, in dem die Abstände beachtet worden und das Tragen der Mund-Nasen-Bedeckung Pflicht gewesen sei.

Anzeige
Das Kultur-Update der DNN als Newsletter

Theater, Musik, Tanz oder Ausstellungen – wir wissen, was läuft. Das wöchentliche Update zur Kultur in Dresden jeden Dienstag direkt ins E-Mail-Postfach.

Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hatte das Vorgehen scharf kritisiert. „“Freiwillige Infektionsgruppen“ mit Wildfremden zu bilden, ist ein völlig unethischer Menschenversuch, der die Bemühungen zur Eindämmung des Virus auf unsägliche Art untergräbt“, hatte er der „Bild“-Zeitung gesagt.

„Vorgehen eines Veranstalters bringt ganze Branche in Kritik“

Die Stadt Dresden betonte am Dienstag, dass in dem Hygienekonzept die Bildung von Infektionsgemeinschaften aus Hausständen genehmigt worden sei. Das Gesundheitsamt forderte den Veranstalter auf, unverzüglich sein Vorgehen zu ändern. „Insgesamt ist es sehr bedauerlich, dass das Vorgehen eines Veranstalters eine ganze Branche in die Kritik bringt und damit die sehr guten und durchdachten Hygienekonzepte der Kulturbranche in Frage stellt“, hieß es in einer Stellungnahme.

Lesen Sie auch

Die Stadt Dresden hatte am 23. Oktober schärfere Auflagen für Veranstaltungen verfügt, unter anderem Mund-Nase-Bedeckungspflicht auch am Platz und die Vergrößerung der Mindestabstände. Diese Regeln traten am Dienstag (27. Oktober) in Kraft.

Von dpa