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Lokales Investor will historisches Eckhaus in Dresden-Trachau abreißen
Dresden Lokales Investor will historisches Eckhaus in Dresden-Trachau abreißen
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11:51 03.03.2020
Um dieses Gebäude in Trachau an der Wilder-Mann-Straße/Burgsdorffstraße geht es. Quelle: Foto: Anja Schneider
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Dresden

Die Tage des Eckgebäudes an der Wilder-Mann-Straße/Burgsdorffstraße sind gezählt. Das etwa 120 Jahre alte Gebäude soll im Sommer abgerissen werden. „Den noch vorhandenen drei Mietparteien wurden die Mietverträge zum 1. Juni 2020 gekündigt“, hat Thomas Löser in Erfahrung gebracht.

„Wir haben ... weit baufälligere Gebäude saniert“

Der Sprecher für Stadtentwicklung und Bau bei den Dresdner Grünen will den Abriss auf jeden Fall verhindern. „Es kann nicht angehen, dass noch bewohnte historische Häuser mit einem ortsbildprägenden Charakter in einem geschlossenen Gründerzeitquartier abgerissen werden, um einen Neubau mit mehr Wohnfläche und höheren Gewinnerwartungen auf das Grundstück zu bauen“, sagt er. Verhindern lässt sich das jedoch wohl nicht mehr.

Dabei legt sich Löser richtig ins Zeug. Eine von ihm gestartete Petition haben übers Wochenende reichlich 1000 Menschen unterzeichnet. „Wir haben in den letzten Jahrzehnten in Dresden weit baufälligere Gebäude saniert, um unser baukulturelles Erbe zu bewahren“, sagt er. Es sei an der Stadt und den Denkmalschützern, dem Eigentümer den Wert des Gebäudes klarzumachen.

Thomas Löser (Grüne) Quelle: Bündnis90/Grüne

Gerade unter den Denkmalschützern ist man sich über die Bedeutung des Gebäudes allerdings uneinig. So betont die Stadtverwaltung auf DNN-Nachfrage, dass das Amt für Kultur und Denkmalschutz den zwar heruntergekommenen, aber mit vielen Jugendstilelementen aufwartenden Bau mehrfach für die Denkmalliste vorgeschlagen habe.

Diese Bitten um eine „Überprüfung der Denkmaleigenschaft“ wurden vom Landesamt für Denkmalpflege jedoch jedes Mal „abschlägig beschieden“. Bedeutet: Sachsens oberste Denkmalschützer halten das Gebäude nicht für erhaltenswürdig. Rein rechtlich ist die Sache damit klar: Der Eigentümer muss den Abriss lediglich den Behörden anzeigen, was er im Herbst vergangenen Jahres auch getan hat. Eine Genehmigung braucht er nicht, was bei einem positiven Denkmalschutzbescheid ganz anders ausgesehen hätte.

Bekommt Trachau eine Erhaltungssatzung?

Insofern wird die Frage Erhalt oder Abriss eine wirtschaftliche Überlegung: Im Altbau gibt es sechs Wohnungen, von denen drei zu einem wegen des dürftigen baulichen Zustands günstigen Mietzins belegt sind. Im geplanten Neubau will der Investor laut Löser zehn neue Wohnungen bauen, die dann auch eine deutlich höhere Kaltmiete einbringen würden.

Stadtrat Löser allerdings will nicht so einfach aufgeben, sondern sich nun noch in einem Brief an die Eigentümergesellschaft wenden. Unterstützung bekommt er von der SPD-Fraktion. „Es geht nicht nur um ein einzelnes Gebäude, sondern um den Charakter von Trachau als gründerzeitliches Quartier“, sagt Stefan Engel, Stadtrat aus Pieschen und baupolitischer Sprecher seiner Fraktion. „Der Erhalt der alten Bausubstanz liegt hier vielen Menschen am Herzen.“

Er schlägt deshalb einen Weg vor, auf dem sich die unwilligen Landesdenkmalschützer umgehen lassen. Trachau soll wie andere Altbauquartiere auch eine so genannte Erhaltungssatzung bekommen. Gilt sie, muss ein Eigentümer eine Genehmigung beantragen, wenn er ein Gebäude abreißen will. Ob das Instrument geeignet ist, das Eckhaus an der Wilder-Mann-Straße zu retten, darf allerdings bezweifelt werden. So schnell lässt sich eine Erhaltungssatzung schließlich nicht erlassen. Und die Eigentümer können das Gebäude abreißen, sobald die letzten der drei verbliebenen Mietparteien ausgezogen sind. Im Juni soll es so weit sein.

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