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Lokales Internationale Gründer drängen sich um Dresdner VW-Brüter
Dresden Lokales Internationale Gründer drängen sich um Dresdner VW-Brüter
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12:36 28.03.2019
VW-Inkubator bei VW Dresden. Quelle: Volkswagen
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Dresden/München

Für das Münchner Unternehmen „ChargeX“ zahlt sich dessen halbjähriger Aufenthalt im Firmenbrüter „Future Mobility Incubator“ der gläsernen VW-Manufaktur Dresden aus: Volkswagen wird mit den jungen Gründern für längere Zeit zusammenarbeiten. Die Konzernspitze will die von „ChargeX“ entwickelte Mehrfach-Steckdose für Elektroauto-Ladesäulen deutschlandweit einsetzen. Das hat Standortsprecher Carsten Krebs auf DNN-Nachfrage angekündigt.

Schlaglochdienst und Mitfahrapp

„In Dresden haben wir das System schon installiert“, sagte Krebs. Ausgerüstet werden auch die Ladesäulen in Zwickau, Wolfsburg und Braunschweig. Mit dem „Aqueduct“-System von ChargeX lassen sich Elektroladesäulen, die zum Beispiel an einer Solar- oder Windkraftanlage hängen, um mehrere Zapfpunkte modular erweitern – je nachdem, wieviele Elektroautos dort Strom tanken wollen. Der Clou dabei ist ein Lastmanagement, das die Kosten je Ladepunkt und den Installationsaufwand deutlich reduzieren soll.

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Auch weitere „Schützlinge“ aus dem Dresdner VW-Brüter werden über ihre Inkubator-Zeit hinaus vom Autokonzern unterstützt. Dazu gehört aus der jüngsten, der dritte „Klasse“ von Jungunternehmen zum Beispiel „Zouzoucar“ aus Frankreich: Deren App hilft Eltern, für ihre Kinder Mitfahrgelegenheiten in die Schule oder zu Geburtstagsfeiern zu finden. Ebenfalls weiter zusammenarbeiten wollen die VW-Experten mit dem Schlagloch-Dienst von „ToporAuto“: Die Russen lesen die Daten von Beschleunigungssensoren und GPS-Daten aus teilnehmenden Autos aus, um aus diesen Datenmassen eine engmaschige Karte über den Straßenzustand bis in die letzte Ecke des Landes zu erstellen.

114 Bewerbungen aus 25 Ländern

VW hatte den Dresdner Inkubator 2017 gestartet, um die gläserne Manufaktur zum Schaufenster für elektromobile Innovationen zu profilieren. Seitdem nimmt der Brüter halbjährlich jeweils fünf bis sechs ausgewählte Start-ups auf, die mit ihren Mobilitätskonzepten eine Jury überzeugt haben. Die Gründer bekommen Zuschüsse, kostenlose Büroräume in der Manufaktur, die Chance, ihre Ideen in der VW-Fabrikpraxis zu erproben, und Gratis-Unterkünfte von der Stadt Dresden. Außerdem bietet der Konzern den besten jeder Klasse eine weitergehende Zusammenarbeit an.

Seit dem ersten Durchgang hat sich die internationale Nachfrage für dieses Programm enorm erhöht. „Für den nächsten Durchgang liegen uns 114 Bewerbungen aus 25 Ländern vor,“ berichtet Manufaktur-Innovationschef Marco Weiß. Nach einem mehrstufigen Auswahlprozess wird eine Handvoll auserkoren, die dann als 4. „Klasse“ ab 6. Mai in den Inkubator einzieht.

Dass der Ansturm immer stärker wird, mag auch an einem „Prestigefaktor“ liegen. Nachdem das Carsharing-Unternehmen „Carl und Carla“ 2017/18 im VW-Inkubator als Teil der ersten Klasse residiert hatte, sei es von den Kunden mit ganz anderen Augen angesehen worden, berichtet „Carl und Carla“-Mitgründer Richard Vetter: Der seriöse Ruf von Volkswagen habe da offensichtlich auf das junge Dresdner Unternehmen abgefärbt.

Von Heiko Weckbrodt