Menü
Dresdner Neueste Nachrichten | Ihre Zeitung aus Dresden
Anmelden
Lokales Städtebahn-Züge bleiben in Sachsen
Dresden Lokales Städtebahn-Züge bleiben in Sachsen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
Jetzt kostenlos Testen Zur Anmeldung
14:38 07.08.2019
Zugeigentümer Alpha Trains hat die Städtebahn-Triebwagen inzwischen auf einem gesicherten Gleis in Dresden-Friedrichstadt zusammengezogen. Als sie noch auf der Strecke herumstanden, wurden sie von Vandalen beschmiert. Quelle: Roland Halkasch
Dresden

Ende der Woche will Insolvenzverwalter Stephan Laubereau sagen können, ob die Züge der insolventen Städtebahn Sachsen kurzfristig wieder fahren können. In dieser sensiblen Verhandlungsphase hat Städtebahn-Geschäftsführer Torsten Sewerin das Unternehmen „Alpha Trains“ angegriffen, den früheren Leihgeber der Städtebahn-Triebwagen. Alpha Trains setzt sich nun zur Wehr.

Im Streit geht es um die 15 Desiro-Dieseltriebwagen, die Alpha Trains derzeit auf einem sicheren Gleis am Bahnhof Friedrichstadt in Dresden abgestellt hat. Sewerin behauptet, dass der Zugleihgeber diese deutschlandweit gefragten Dieseltriebwagen lieber anderswo als auf den Strecken der Städtebahn einsetzen will – aus wirtschaftlichem Eigennutz.

„Unsere Züge stehen weiterhin für den Betrieb in Sachsen zur Verfügung“, antwortet nun das Unternehmen auf diese Behauptung. Weder habe Alpha Trains diese aus Sachsen abgezogen noch bringe der Stillstand der Fahrzeuge für Alpha Trains einen wirtschaftlichen Vorteil. „Ebenfalls falsch ist, dass wir die Fahrzeuge in einem anderem Verkehrsnetz anbieten.“ Das sind ziemlich klare Worte.

Zuvor hatte schon Insolvenzverwalter Laubereau sein Befremden über das Agieren des Städtebahn-Chefs ausgedrückt. Es handele sich um eine „einseitige Sichtweise des Geschäftsführers“, sagte er und rief dazu auf, „wieder auf eine sachliche Ebene zurückzukehren“.

Neben den 15 Dieseltriebwagen sind die 90 Mitarbeiter der insolventen Städtebahn der Schlüssel dafür, dass möglichst bald wieder Züge auf den betroffenen Strecken zwischen Dresden und Kamenz sowie Königsbrück, auf der Müglitztalbahn und zwischen Pirna und Sebnitz fahren können. Dabei geht es zunächst um einen Interimsbetrieb, bis ein neuer Anbieter diese Strecken übernimmt. Handelt es sich dabei um ein anderes Unternehmen als die Deutsche Bahn, wird dieses auch die Alpha-Trains-Züge mieten müssen, weil der Markt für Dieseltriebwagen derzeit abgegrast ist. Außerdem wird der neue Anbieter auf das erfahrene Personal der Städtebahn zurückgreifen wollen.

Städtebahn-Aus: Was bisher geschah

Am 25. Juli, einem Donnerstag, standen alle Triebwagen der Städtebahn Sachsen still. Die Nachricht traf viele Pendler überraschend, die Städtebahn hatte das plötzliche Aus vorher nicht angekündigt. 90 Städtebahn-Mitarbeiter standen vor verschlossenen Türen und Zügen. Der Verkehrsverbund Oberelbe (VVO) organisierte einen Ersatzverkehr mit Bussen, der ab dem Nachmittag griff. Der VVO forderte die Städtebahn auf, unverzüglich den Verkehr wieder aufzunehmen.

Hintergründe der Betriebseinstellung werden bekannt: Die Städtebahn hatte sich mit dem Leihgeber der Dieseltriebwagen Alpha Trains derart verkracht, dass dieser die Leasingverträge gekündigt hatte. Die Städtebahn steht seither ohne Züge da.

Am 28. Juli, drei Tage nach Einstellung des Verkehrs, kündigt der VVO den eigentlich noch bis 2024 laufenden Verkehrsvertrag. Damit wird der Weg frei für eine Notvergabe der Verkehrsleistung an ein anderes Unternehmen. Es sei eine Frage von Wochen, nicht aber Monaten, bis wieder Züge fahren, heißt es vom VVO.

Am 29. Juli wird bekannt, dass die Städtebahn Sachsen insolvent ist. Insolvenzverwalter ist der Aschaffenburger Anwalt Stephan Laubereau. Er nimmt Gespräche mit allen Beteiligten auf mit dem Ziel, so bald wie möglich wieder Städtebahnzüge fahren zu lassen. Die Gesellschaft, in der die Städtebahn-Werkstatt bei Ottendorf-Okrilla verankert ist, gehört zwar nicht zum insolventen Betriebsteil, trotzdem werden die Mitarbeiter dort entlassen.

Von Uwe Hofmann

Hervorragende Bedingungen für die Meisterwerke der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden: Die Sempergalerie im Dresdner Zwinger ist fertig saniert.

07.08.2019

Eine Vergesellschaftung großer Wohnungsunternehmen ist mit den Dresdnern nicht zu machen. Das hat das 108. DNN-Barometer ergeben. Die Befragten befürworten mit klarer Mehrheit einen anderen Weg, den Mietmarkt in Dresden zu regulieren.

07.08.2019

Fahrgäste beklagen seit Wochen, dass der Regionalexpress zwischen Leipzig und Dresden immer voller wird. Zu Spitzenzeiten sind die Züge bis an die Grenze besetzt. Trotzdem werden sie nicht verlängert. Was macht die Bahn?

07.08.2019