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Lokales Innenausbau für neue Bosch-Chipfabrik beginnt
Dresden Lokales Innenausbau für neue Bosch-Chipfabrik beginnt
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08:02 29.03.2019
Die neue Bosch-Chipfabrik im Dresden Norden. Quelle: Heiko Weckbrodt
Dresden

Die Stahlbetonhülle für die neue Bosch-Chipfabrik im Dresden Norden steht. Nun beginnen die rund 300 Arbeiter auf der – derzeit noch recht schlammigen – Großbaustelle am Erlichberg mit den Innenausbau für die Milliarden-Investition. Ende 2020 soll der Komplex fertig sein. Dann möchte der Autoelektronik-Konzern beginnen, die ersten Produktionsanlagen zu montieren. Noch mal ein Jahr später soll die Massenproduktion beginnen.

„Wir wollen hier Künstliche Intelligenz und den kommenden 5G-Mobilfunk einsetzen.“

Auf der Agenda stehen neuartige kundenspezifische Schaltkreise mit digitalen und analogen Elementen für autonom fahrende Autos und das Internet der Dinge. Derzeit entwerfen Bosch-Designer bereits rund 50 verschiedene Schaltkreise, die ab Ende 2021 in Dresden gefertigt werden sollen. „Das sind Komponenten, die es heute noch gar nicht gibt, zum Beispiel Steuereinheiten für das autonome Fahren“, berichtete gestern Werkleiter Otto Graf, nachdem ihm Dresdens Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) die städtische Innenausbau-Genehmigung überreicht hatte.

Die Boschfabrik werde nicht nur innovative Elektronik fertigen, sondern dies auch mit modernsten „Industrie 4.0“-Methoden tun, kündigte der Graf an: „Wir wollen hier Künstliche Intelligenz und den kommenden 5G-Mobilfunk einsetzen.“ Diese werde die Vernetzung der Maschinen untereinander, aber auch zwischen Mensch und Maschine auf eine neue Stufe heben.

Der Innenausbau der neuen Bosch-Chipfabrik beginnt

Diese Ankündigung gefiel OB Hilbert besonders, sieht er doch Dresden als einen führenden Standort für den revolutionären Mobilfunk der 5. Generation (5G) – und sein Rathaus auf dem besten Wege zur papierlosen Arbeitsweise. „Wir werden bald eine der modernsten Stadtverwaltungen in Deutschland haben, in der alles digital funktioniert“, versprach er. Vielleicht, so orakelte Werkleiter Graf daraufhin, könne sich Bosch da noch einiges von der Stadt abgucken.

Fabrik mit strategischer Bedeutung für Bosch

Bevor aber die Roboter und KIs in der neuen Chipfabrik das Sagen haben, ist noch viel bodenständige Handarbeit zu leisten, obgleich schon viel geschafft ist: Fast 100 Firmen waren und sind in wechselnder Besetzung seit dem Baustart vor einem Jahr im Einsatz. Sie haben bis zu zehn Meter tiefe Betonpfähle und Isolationsmauern durch die Erde bis auf den Elbtal-Fels getrieben, damit die empfindliche Chipproduktion bei Bosch und die Chipmasken im benachbarten AMTC nicht durch bretternde Lkws und andere Erschütterungsquellen in Ausschuss verwandelt werden.

Die Betonhüllen für die Fabrik selbst sowie für den Unterstützungstrakt und den Bürokomplex stehen bereits. Arbeiter haben begonnen, die „Subfab“ abzudichten. Diese große Etage befindet sich direkt unter dem späteren Reinraum. Ihre Funktion kann man sich wie das Herz, die Nieren und andere lebenswichtige Organe im Menschen vorstellen: Die Subfab versorgt später die Kernfabrik mit Spezialgasen, Luft, Strom und anderen Medien. Die Funktion der Lungenflügel übernimmt das fachwerkartige Stahlgerüst über der Reinraum-Etage, das auf der Bosch-Baustelle in rund 45 Metern Höhe bereits Formen abgenommen hat: Dieses „Plenum“ presst ununterbrochen saubere Luft durch den Reinraum, damit kein Staubkörnchen die ultrafeinen Chipstrukturen zerstört.

Bauherr Bosch legt großen Wert darauf, dass die Fabrik rasch fertig wird, hat sie doch eine besondere strategische Bedeutung für den Konzern: In Dresden entsteht das erste Werk des Unternehmens, das Spezialschaltkreise auf 300 Millimeter großen Siliziumscheiben (Wafer) herstellt – und damit enorme Produktionsraten ermöglicht. Auch ist es für Bosch wichtig, nicht alle Chips für seine Autoelektronik nur zuzukaufen, wie Werkleiter Graf betont Wichtige Schlüssel-Schaltkreise und -Sensoren stellt das Unternehmen lieber selbst her.

Expansion auf Knopfdruck möglich

Zudem gilt in der Branche das Prinzip, stets mehr als nur eine Quelle für wichtige Halbleiter zu haben. Deshalb rüstet Bosch einerseits nun seine Chipfabrik in Reutlingen für eine halbe Milliarde Euro auf, investiert aber eben auch etwa eine Milliarde Euro in eine ganz neue Fabrik in Dresden, inmitten der Hochtechnologie-Landschaft „Silicon Saxony“. Bis zu 700 Jobs sollen hier entstehen. Auch eine 60 Köpfe große Entwicklungsabteilung für neue Chipdesigns will Bosch am neuen Standort konzentrieren.

Und wenn diese neuen Schaltkreise aus Dresden dann tatsächlich so gefragt sind, wie sich Bosch das erhofft, haben Stadt und Konzern bereits vorgedacht: Für Erweiterungsflächen sei gesorgt, betonte Hilbert auf DNN-Anfrage. Ein Anbau könne sogar recht rasch hochgezogen werden, unterstrich Graf: „Wir bauen die ganze Fab so, dass sie einfach gespiegelt werden kann. Weil alles digital geplant wurde, können wir bei Bedarf gewissermaßen auf Knopfdruck expandieren.“

Von Heiko Weckbrodt

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