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Lokales In den Streit um die Unischule schalten sich jetzt die Eltern ein
Dresden Lokales In den Streit um die Unischule schalten sich jetzt die Eltern ein
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18:01 28.03.2018
Symbolbild Quelle: dpa
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Dresden

In der Debatte um die Unischule sprechen sich jetzt Eltern aus Dresden für den Start des Versuchsprojektes aus. „Wir sind eine Gruppe von Eltern, die von Ansatz und Konzept der Universitätsschule überzeugt sind und sich wünschen, dass ihre Kinder in diesem Kontext lernen und aufwachsen können“, erklärte als Vertreter Tom Knappe gegenüber den DNN.

Die Universitätsschule ist ein Modellprojekt der TU Dresden. In Trägerschaft der Stadt Dresden sollen an der Einrichtung zunächst für Grund- und Oberschule völlig neue Bildungsmethoden erforscht werden. In der Dresdner Stadtverwaltung stieß das Projekt beim Start der Debatte auf Zurückhaltung. Nach langen Diskussionen hat der Stadtrat wesentliche Beschlüsse gefasst und der Freistaat hat das Projekt genehmigt. Am 13. August soll die Universitätsschule am Standort der 101. Oberschule in Johannstadt starten. Offene Fragen zur Kooperation beider Schulen und die langfristigen Perspektiven sorgten an der Oberschule wiederum für große Unruhe. Nach dem die Anmeldezahlen hinter den Erwartungen zurückgeblieben waren, gab es weder von der Stadt noch dem Land oder der Universität ein klares Bekenntnis zum Starttermin. Aus der CDU im Stadtrat wurde die Empfehlung laut, den Start um ein Jahr zu verschieben. Die SPD forderte, alles daran zu setzen, damit der Start noch gelingt.

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Dagegen erheben jetzt die Eltern ihre Stimme. Bei den Müttern und Vätern, die sich jetzt gegenüber den DNN zu Wort gemeldet haben, handelt es sich etwa um ein Dutzend Eltern, die ihre Kinder an der Unischule unterrichten lassen wollen. Über die E-Mailadresse „eltern.unischule@gmx.de“ könnten weitere interessierte Eltern den Kontakt zu ihnen aufnehmen.

„Derzeit droht ein Ende dieses engagierten und für die Stadt Dresden, die Exzellenzinitiative der TU Dresden, die Schulforschung, den Schulstandort Johannstadt und nicht zuletzt für die beteiligten Eltern und Kinder zukunftsweisenden Projekts, das bereits einen langen Weg durch alle Instanzen genommen hat“, hieß es in einem Schreiben an die DNN. Es drohe durch andauernde Diskussionen, „auf Basis von Anmeldezahlen, die nicht dem aktuellen Stand entsprechen“ sowie durch „eine Verschleppung durch die Verwaltung“, die Stadtratsbeschlüsse nicht angemessen und zeitnah umsetze und nicht rechtzeitig ein geeignetes Raumkonzept entwickelte, ein Scheitern auf den letzten Metern. Nach den Informationen der Eltern sollen die Anmeldezahlen nach dem offiziellen Meldeschluss noch weiter angewachsen sein und mittlerweile für jede der geplanten Klassenstufen 1 und 2 sowie 5 und 6 bei jeweils mindestens 20 Kindern liegen.

Auf Anfrage bestätigte das zuständige Landesamt für Schule und Bildung (Lasub) diese Zahlen nicht. Nach den Angaben der Behörde liegt die Zahl der Anmeldungen derzeit für die 1. Klasse bei 15, die 2. Klasse bei 17 und die 5. und 6. Klasse bei 14 beziehungsweise 17 Anmeldungen. Die ursprünglichen Zahlen aus der ersten Märzwoche lagen bei jeweils 14 Kindern für die Klassen 1 bis 5 und 15 für die 6. Klasse. Bis zum 24. Mai – an diesem Tag erhalten die Eltern landesweit die Information über die Schule für ihre Kinder – gebe es jedoch keine weiteren Auskünfte.

Die Eltern setzen auf die Schulgründung: „Auch wenn bisher nicht sichtbar: Es gibt uns, die Eltern, die inständig hoffen, dass die Unischule zum August 2018 in der Johannstadt starten kann.“ Es gebe die Eltern, die jetzt und künftig ihre Kinder dort einschulen möchten; die Eltern, die sich engagieren möchten für ein gutes und produktives Miteinander mit der 101. Oberschule; darunter auch Eltern, die ihre Akademikerkinder bewusst aus „der Bildungsbürgerblase ihrer Stadtviertel in ein heterogenes Umfeld schicken wollen mit der Überzeugung, dass hiervon alle Beteiligten profitieren werden“.

Die Unischule wäre eine Bereicherung und ein Aushängeschild für Dresden und die Johannstadt, erklären die Eltern. Sie hoffen, dass möglichst noch mehr Kinder angemeldet werden. Und sie sind sich sicher, dass auch viele Lehrer gern an der Unischule unterrichten wollen.

Von Ingolf Pleil