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Lokales Xavier Naidoo in Dresden geblitzt - Stadt macht Raser-Fahrt öffentlich
Dresden Lokales Xavier Naidoo in Dresden geblitzt - Stadt macht Raser-Fahrt öffentlich
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13:14 06.04.2019
Xavier Naidoo wurde in Dresden geblitzt. Die rasante Fahrt hat nun ein Nachspiel vor Gericht. Quelle: dpa
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Dresden

Musiker Xavier Naidoo ist Blitzlichtgewitter gewohnt – Blitzerfotos mag er, wie viele andere auch, weniger. Ein solches schoss eine Blitzeranlage am 1. Juli 2017 in Dresden. Das Porträt sollte er – gemeinsam mit einem Ordnungsgeldbescheid – von der Stadt Dresden bekommen, weil er mit seinem Bentley zu schnell auf der Dohnaer Straße unterwegs war. Der „Sohn Mannheims“ wollte wohl vom Konzert in der Jungen Garde zu schnell heim. Nur gestaltete sich die Zustellung des Bescheids ziemlich schwierig und jetzt ist Xavier Kurt Naidoos zügige Fahrt ein Fall fürs Amtsgericht – und zwar kein einfacher.

Öffentliche Zustellung als letztes Mittel

Das Dresdner Ordnungsamt konnte den Bescheid trotz mehrerer Versuche einfach nicht zustellen. Immer wieder kam das Schreiben mit dem Vermerk, der Adressat sei nicht zu ermitteln, zurück. Anfragen beim Einwohnermeldeamt in Mannheim bestätigten allerdings die Adresse immer wieder – einmal mit dem Vermerk einer Auskunftssperre, wegen des Promistatus.

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Um eine Verjährung zu verhindern, griff die Stadt Dresden zum letzten Mittel – einer öffentlichen Zustellung. Der Bescheid wurde im Rathaus öffentlich ausgehangen und dann kam irgendwie doch Bewegung in die Sache.

 Juristisches Hickhack

Die Anwälte des Sängers räumten ein, dass er der Fahrer des Wagens war, rügten aber die öffentliche Zustellung, dies verstoße gegen dessen Persönlichkeitsrechte. Zudem sind sie der Meinung, dass die Ahndung der rasanten Fahrt verjährt sei. Die Richterin sah dies anders. Die Verjährungskette sei regelmäßig unterbrochen worden.

Es folgte viel juristisches Hickhack unter anderem um die Gebrauchsanweisung der Blitzanlage und deren korrekte Bedienung. Dafür wird zum nächsten Termin ein Gutachter geladen.

Der Sänger selbst war übrigens vom persönlichen Erscheinen vor Gericht entbunden worden. Dieses Schreiben hat ihn seltsamerweise erreicht.

Von Monika Löffler

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