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Lokales Im Hauptbahnhof Dresden entsteht eine Bahnhofsmission
Dresden Lokales Im Hauptbahnhof Dresden entsteht eine Bahnhofsmission
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14:00 28.06.2019
Eine Begleiterin der Bahnhofsmission hilft einer älteren Frau. Quelle: Fotos: Werner Krueper für die Bahnhofsmission/ Stadtmission
Dresden

Nun endlich bekommt auch Dresden eine Bahnhofsmission. Eingerichtet wird sie derzeit im Hauptbahnhof, auf der Südseite an der Bayrischen Straße. Schilder im Bahnhofsinneren sollen künftig den Weg dorthin weisen.

Geöffnet sein wird sie ab 15. Juli, in der Anlaufzeit zunächst Montag bis Freitag, 13 bis 17 Uhr, wie Pfarrer Thomas Slesazeck sagt, der Direktor der Diakonie-Stadtmission Dresden. Mitarbeiter und Ehrenamtliche seien zuvor bereits auf dem Bahnhof unterwegs, um erste Kontakte zu knüpfen und über das Angebot zu informieren. Die feierliche Eröffnung ist für Ende August geplant.

Wohnungslose und Abhängige werden weitervermittelt

Es handelt sich um ein Gemeinschaftsprojekt von Deutscher Bahn, Stadt, Diakonie, Caritas, sowie evangelischen und katholischen Kirchgemeinden in Dresden. Die organisatorischen Fäden für Personal und Konzept in der Hand hat die Diakonie-Stadtmission als Träger.

Anlaufpunkt werde die Bahnhofsmission zum einen für Reisende sein, erklärte Slesazeck. „Zum Beispiel Familien mit Kindern oder ältere Menschen, die sich einen Moment hinsetzen wollen oder eine Information brauchen.“

Zum anderen stehe sie Menschen mit sozialen Problemen offen, die Hilfe brauchen. Für sie sei dies ein Ort, an dem erste Gespräche geführt werden könnten. „Allerdings wird es weder eine Beratungsstelle für Alkohol- oder Drogenabhängige noch für Wohnungslose sein, auch keine Übernachtungsstätte“, betont Slesazeck. Diese Hilfsbedürftigen würden an Stellen mit Fachberatern vermittelt. „Dort haben wir bessere Möglichkeiten, ihnen zu helfen. Beispielsweise in unserer Wohnungsnotfallhilfe in Pieschen.“

Leiten wird die Bahnhofsmission die Sozialpädagogin Elvira Ploß. Sie bringt Erfahrungen aus der Arbeit mit straffälligen Jugendlichen und aus einem Flüchtlingsheim mit. Fest angestellt werde noch ein zweiter Mitarbeiter in Teilzeit. Als die zwei einzigen Hauptamtlichen koordinieren sie die Arbeit von Ehrenamtlichen, die den größten Teil der Mitarbeiter bilden werden.

Vorbilder in Leipzig, Chemnitz und Görlitz

Fünf seien es vorerst. Weitere wollen sie gewinnen. „Eine Reihe von Interessenten haben uns schon gesagt, dass sie mitarbeiten wollen“, sagt Thomas Slesazeck. Darunter seien Frauen und Männer mit Erfahrungen aus den Nachtcafés, die sieben Kirchgemeinden als Notaufnahme von November bis Ende März bereitstellen. Ist der Pool an Ehrenamtlichen groß genug, werden deren Einsatzzeiten geregelt.

Dafür rechnet Slesazeck mit etwa einem halben Jahr Anlaufphase. „In dieser Zeit müssen wir sondieren, wann wie viele Leute kommen und welche das sind. Dann erst können wir sehen, zu welchen Zeiten die Bahnhofsmission geöffnet sein muss.“

In dem Raum befand sich früher der Ticketverkauf des Verkehrsverbundes Oberelbe (VVO). Der runde Tresen aus dieser Zeit soll bleiben, wie Thomas Slesazeck erläutert. Hinzu kommen einige kleine Tische und Stühle. An der Seite wird ein separater Raum für ungestörte Einzelgespräche eingerichtet. Hinten bekommen die Mitarbeiter eine Küche, einen Umkleideraum und ein kleines Lager.

Blick in die Räume der Bahnhofsmission im Dresdner Hauptbahnhof während der Renovierung. Quelle: Werner Krueper für die Bahnhofsmission/ Stadtmission

Die Deutsche Bahn stellt den Raum mietfrei zur Verfügung. Das städtische Sozialamt übernimmt den größten Teil der Finanzierung mit Zuschüssen für Sach- und Personalkosten. Die Stadtmission bringt einen kleineren Anteil ein. Konkrete Summen wollte Thomas Slesazeck nicht nennen.

Bahnhofsmissionen in Sachsen gibt es seit Jahren in Leipzig, Chemnitz und Görlitz. Zum Deutschen Evangelischen Kirchentag 2011 war eine vorübergehend auch im Dresdner Hauptbahnhof eingerichtet worden. Erste Anläufe für eine dauerhafte Bahnhofsmission hatte es seit 2016 gegeben. Zu weit auseinanderliegende Interessen der beteiligten Seiten hatten die Realisierung jedoch immer wieder verzögert.

Von Tomas Gärtner

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