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Lokales Idee für Radschnellweg: ADFC fordert Rampen an der Brücke Budapester Straße
Dresden Lokales Idee für Radschnellweg: ADFC fordert Rampen an der Brücke Budapester Straße
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13:43 15.11.2019
ADFC-Vorstand Nils Larsen plädiert für Rampen, die es Radfahrern ermöglichen, ohne direkte Querung der Fahrbahnen für die Autos zwischen der Zwickauer Straße und der Brücke der Budapester Straße zu fahren. Quelle: Dietrich Flechtner
Dresden

Bessere Bedingungen für Radfahrer zwischen Plauen und Innenstadt – mit ihren Ausbauplänen für die Zwickauer Straße und dem daran geknüpften, allenfalls halbherzigem Konzept für den Radverkehr hat die Verwaltung eine ganz neue Debatte losgetreten. Grüne, SPD und der Allgemeine Deutsche Fahrradclub (ADFC) wollen aus ei­nem Teil der maroden Holperpiste einen Radschnellweg machen. Und nun hat die Fahrradlobby nachgelegt – mit einer konkreten Idee, wie die Radfahrer künftig von der Zwickauer Straße sicher über die Gleise hinweg ins Zentrum gelangen.

Die bisherigen Pläne der Stadt sehen vor, die Zwickauer Straße im Bereich zwischen der Hahnebergstraße und der Würzburger Straße auszubauen – unter anderem, um die Budapester und die Chemnitzer Straße vom Verkehr zu entlasten und um eine Umleitungsstrecke zu haben, wenn auf der Kreuzung der beiden Straßen mit der Nürnberger Straße die neuen Straßenbahngleise von Löbtau nach Strehlen verlegt werden. Aus der Sicht von Dresdens ADFC-Chef Nils Larsen „eine Katastrophe“, weil in den Plänen nicht geklärt sei, wie ei­ne sichere Verbindung für Radfahrer zwischen Plauen und Innenstadt aussehen kann.

Gleise waren bereits überbrückt – Falkenbrücke 1965 ab­gerissen

Die von der Verwaltung bislang vorgesehen Radschutzstreifen auf dem etwa einem Kilometer langen Abschnitt reichen nicht, heißt es vom ADFC, zumal diese 100 Me­ter vor der Kreuzung mit der Würzburger Straße enden. „Für mich stellt sich das so dar, als wolle die Stadt Fakten schaffen, ohne eine sichere Radanlage“, sagt Nils Larsen. Denn aus Sicht des Radverbandes könne die Zwickauer Straße durchaus als „interessante Alternative für eine Radverbindung zwischen Plauen und Innenstadt“ in Betracht gezogen werden. Deshalb hatte sich auch der ADFC dafür ausgesprochen, einen Radschnellweg in diesem Korridor zu prüfen.

Nur: Um einen Radschnellweg als solchen bezeichnen zu können, brauche es auch eine ampel- und kreuzungsfreie Weiterführung über die Eisenbahngleise von der Zwickauer Straße ins Zentrum. „Die ganz große Lösung wäre natürlich ei­ne Brücke von der Zwickauer Straße hinüber zur Ammonstraße“, sagt Nils Larsen. Tatsächlich waren genau an dieser Stelle die Gleise bereits schon einmal überbrückt. Die Falkenbrücke wurde jedoch 1965 ab­gerissen – die Reste der Rampe aufseiten der Zwickauer Straße sind noch bis heute vorhanden.

Lange Planungszeiten, viele Hindernisse

Allerdings, das weiß auch Nils Larsen, wäre der 150 Meter lange Brückenschlag über die Bahngleise ein ziemlich großes Projekt – mit langen Planungszeiten und vielen Hindernissen. Deshalb setzt der ADFC auf eine pragmatische Lösung und schlägt vor, dass sich Radfahrer von der Zwickauer Straße künftig über eine Rampe hinauf auf den Radweg an der Budapester Straße einfädeln können. Die Idee sieht vor, dass die Radfahrer von der Zwickauer Straße über kleine Brücken am Hang unter den Fahrbahnen der Brücke Budapester Straße hindurch ohne anhalten zu müssen, auf den Radweg in Richtung Zentrum gelangen.

So könnten Radfahrer künftig von der Zwickauer Straße (im Bild links) auf die Brücke der Budapester Straße gelangen. Quelle: ADFC Dresden

„Eine solche Variante lässt sich einfach realisieren und ist nicht so teuer“, sagt Nils Larsen. Der ADFC-Chef ist überzeugt: Mit einer durchgehenden und attraktiven Verbindung könnten mehr Menschen dazu bewegt werden, vom Auto aufs Rad umzusteigen. Schon jetzt, so schätzt Nils Larsen, sind täglich mehrere Tausend Menschen mit dem Rad auf der Achse zwischen Innenstadt und Plauen unterwegs. Die Zahlen könnten sich noch verdoppeln oder verdreifachen lassen.

Verwaltung lässt Vorlage prüfen

Bereits in der vergangenen Woche sollte eigentlich der Dresdner Bauausschuss über die von der Stadt präsentierten Pläne für die Zwickauer Straße befinden. Nach umfangreicher Kritik allen voran wegen der Situation für Radfahrer hatte die Verwaltung die Vorlage aber vorab erst einmal wieder einkassiert – und lässt jetzt noch einmal prüfen. Ende November könnte sich der Bauausschuss dann erneut mit der Zwickauer Straße befassen.

Zuletzt hatten bereits Grüne und SPD auf die Pläne der Stadt mit entsprechenden Ergänzungsanträgen reagiert. Beide Parteien fordern ei­nen breiten Radweg, losgelöst von der Fahrbahn, der in beide Richtungen befahren werden kann – oder zu­mindest separate Radwege links und rechts des Asphalts.

Während die SPD in jedem Fall aber auch am geplanten Ausbau für Autos festhalten möchte, gehen die Grünen in ihren Forderungen noch einen Schritt weiter. Ein Ausbau der Straße für bis zu 14 000 Au­tos täglich halten sie für „nicht nachvollziehbar“ – und fürchten, dass so noch mehr Verkehr in das Gebiet gelockt wird. Der Verkehrsclub Deutschland geht in seiner Stellungnahme zum Vorhaben sogar davon aus, dass der Kraftverkehr bis um 25 Prozent zunehmen könnte.

Von Sebastian Kositz

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