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Lokales Hundebesitzerin muss sich vor Dresdner Amtsgericht verantworten
Dresden Lokales Hundebesitzerin muss sich vor Dresdner Amtsgericht verantworten
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07:38 25.06.2019
Quelle: dpa
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Dresden

Einige Anwohner am Rande der Heide in Bühlau werden sicher froh sein, dass Petra K. die Gegend Richtung Glashütte verlassen hat. Die 62-Jährige hat in den letzten Jahren mit ihren zwei Dobermännern für viel Aufregung und einige Beißopfer gesorgt. Fünf Fälle waren am Montag im Dresdner Amtsgericht angeklagt. Die Opfer waren ihr ziemlich egal, die Hauptsache, den Hunden geht es gut. Futter gab es aus dem Bioladen. Allerdings vergaß Frauchen da schnell mal das Bezahlen und klaute.

Ob Spaziergänger, Wanderer oder Radfahrer – die Dobermänner fanden immer eine Wade oder einen Oberschenkel, in den sie sich verbeißen konnten. Kein Grund für die Angeklagte, die Tiere an die Leine zu nehmen. Selbst einem 5-jährigen Mädchen, das mit seiner Mutter aus dem Waldkindergarten kam, biss einer der Dobermänner in den Po. Als sich die Mutter schützend über ihr Kind warf, wurde sie zweimal in den Rücken gebissen. Mit der Bemerkung „es sei ja nichts weiter passiert“ verließ Petra K. den Ort. „Das hat mich richtig geärgert, ich hätte mir da eine andere Reaktion gewünscht. Andere Eltern im Kindergarten erzählten ähnliche Geschichten“, sagte am Montag die Mutter des Mädchens.

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Falsche Adresse, falsche Telefonnummer

Auch die anderen Opfer fanden die Art, wie die Angeklagte mit den jeweiligen Situationen umging, dreist, überheblich oder unverschämt. „Der Hund hat mich in den Oberschenkel gebissen, sie stand dahinter und ging weg. Keine Entschuldigung. Ich war für sie gar nicht vorhanden, sie hat mich einfach ignoriert“, erinnerte sich ein 73-Jähriger.

Wurde hartnäckig nach Name und Adresse gefragt, nannte Petra K. Fantasieadresse und -Telefonnummern. „Ich war beim Arzt und der sagte, es muss geklärt werden, ob der Hund geimpft ist. Als ich die Nummer, die sie mir gegeben hatte, anrief, merkte ich, dass alles falsch war, da ging ich zur Polizei“, erzählte ein Opfer. Ein Arzt, der durch die Heide radelte und ebenfalls gebissen und von Petra K. mit einer falschen Adresse abgespeist wurde, sah sie später wieder, folgte ihr und informierte die Polizei. Selbst den Beamten wollte sie ihren Ausweis nicht zeigen. „Sie sagte, sie fühle sich von uns belästigt“, erinnerte sich ein Polizist an das Gezeter.

Die Angeklagte ließ von ihrem Anwalt alle Vorwürfe einräumen, sagte selbst aber kein Wort und schwieg gelangweilt. Der Prozess wird fortgesetzt.

Die Hunde hat Petra K., wenn auch mit Auflagen, immer noch.

Von Monika Löffler