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Lokales Hohe Nachfrage beflügelt Umsätze und Preise auf dem Dresdner Grundstücksmarkt
Dresden Lokales Hohe Nachfrage beflügelt Umsätze und Preise auf dem Dresdner Grundstücksmarkt
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09:39 16.03.2018
Geldumsatz Dresdner Immobilienmarkt Quelle: Stadt Dresden
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Dresden

Der Dresdner Gutachterausschuss für Grundstückswerte zieht eine positive Bilanz aus dem vergangenen Geschäftsjahr. Nicht nur, dass den Ausschuss mehr Käufe erreichten als noch 2016, auch der Geldumsatz befindet sich im Aufwärtstrend.

Im Jahr 2017 wurden stadtweit 6368 Immobilien erworben. Das entspricht einer Steigerung von rund fünf Prozent im Vergleich zu 2016. Die meisten Immobilien wurden in der Dresdner Neustadt gekauft. „Das liegt daran, dass die Neustadt die größte Gemarkung in Dresden ist. Zudem ist der Stadtteil dicht bebaut, entsprechend gibt es einen regen Immobilienhandel“, erklärt Heiko Planert vom Gutachterausschuss.

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Die hohe Grundstücksnachfrage beflügelt den Dresdner Immobilienmarkt, der Umsatz boomt weiter. Gegenüber 2016 stieg der Erlös im vergangenen Jahr um 20 Prozent auf 2,6 Milliarden Euro an. Wie die Stadt mitteilte, entfiel der größte Anteil der Vorjahressumme auf bebaute Grundstücke. Der Umsatz dieses Teilmarktes stieg im Vergleich zum Geschäftsjahr 2016 um 28 Prozent auf 1,7 Milliarden Euro an.

Beim Erwerb eines Grundstücks musste 2017 häufig tiefer in die Tasche gegriffen werden. Die Grundstückspreise für freistehende Einfamilienhäuser blieben zwar nahezu konstant. Die Baulandpreise für Doppelhaushälften in mittlerer Lage stiegen jedoch auf durchschnittlich 345 Euro pro Quadratmeter. Das entspricht einem Plus von 38 Prozent gegenüber 2016. Auch Grundstücke für den Bau von Eigentumswohnungen sind nun teurer. In mittlerer Lage müssen im Schnitt 415 Euro pro Quadratmeter Grundstücksfläche gezahlt werden – ein Anstieg von 18 Prozent.

Bei Baugrundstücken für den Mietwohnungsbau hingegen sinkt der Preis: Mit 420 Euro pro Quadratmeter liegt der Durchschnittswert laut Gutachten etwa zehn Prozent unterhalb des Vorjahresbetrags. „Allerdings muss hier erwähnt werden, dass die Fallzahlen sehr gering sind und 2016 durch Extremwerte beeinflusst waren“, hieß es in der Mitteilung der Stadt.

Beim Wohnraum in Dresden ist der Kostentrend eindeutiger: Sowohl Häuser als auch Wohnungen werden aufgrund der hohen Nachfrage teurer. Den größten Preisanstieg verbuchen Doppelhaushälften. Gebäude dieser Art mit einem Baujahr ab 1992 wurden 2017 für durchschnittlich 3000 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche gehandelt. 2016 waren es noch 15 Prozent weniger. Um den selben Prozentsatz zogen auch die Kosten für Wohn- und Geschäftshäuser in gutem baulichen Zustand an. Einen gleichermaßen starken Preisanstieg dürften zudem die Interessenten freistehender Einfamilienhäuser registriert haben. Mit 13 Prozent liegt der Anstieg in einer ähnlichen Größenordnung. Wie der Ausschuss mitteilte, setze sich die Preissteigerung auch bei sanierten Mehrfamilienhäuser und weiterverkauften Eigentumswohnungen fort. 2017 lag der Anstieg bei neun beziehungsweise acht Prozent. Bei erstverkauften Neubau-Eigentumswohnungen stiegen die Preise um sieben Prozent auf 3290 Euro pro Quadratmeter.

Auch wenn sich einige Trends abzeichnen, halten sich die Gutachter mit Spekulationen weitestgehend zurück. „Wir schauen nicht in die Glaskugel“, meint die Ausschuss-Vorsitzende Klara Töpfer. Natürlich müsse die Einwohnerentwicklung weiterhin beobachtet werden. „Dort ist ein Trend nach oben erkennbar. Daher sind Wohnungen im Gespräch, gerade in Mickten wird in den nächsten Jahren einiges passieren. Dresden hat genug Flächen, diese müssen nun erschlossen und entwickelt werden.“ Man müsse auch damit rechnen, dass die geplante Grundsteuer-Reform Auswirkungen auf den Immobilienmarkt haben könnte.

Den ausführlichen Grundstücksmarktbericht veröffentlicht die Stadt Dresden im Mai dieses Jahres.

Von Junes Semmoudi

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