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Lokales Hochburgen, Wahlbeteiligung und ein Rekord: Das offenbart die Statistik zur Wahl in Dresden
Dresden Lokales Hochburgen, Wahlbeteiligung und ein Rekord: Das offenbart die Statistik zur Wahl in Dresden
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17:43 02.09.2019
Symbolfoto Quelle: dpa
Dresden

Sieben Wahlkreise, davon sechs gewonnen durch CDU-Kandidaten und einer von einem Grünen-Politiker. So fällt die Dresdner Wahlstatistik nach der Landtagswahl auf den ersten Blick aus. Schon der zweite Blick offenbart viele interessante Details. Ein Überblick.

Hohe Wahlbeteiligung

Rund 308 000 Dresdner haben am Sonntag gewählt, die Wahlbeteiligung lag mit 72,2 Prozent so hoch wie noch nie seit 1990. Mit 78,1 Prozent lag die Quote im Wahlkreis Dresden 1 sogar noch höher, im Wahlkreis Dresden 7 war sie mit zwei Dritteln am niedrigsten. In den Stadtteilen Loschwitz/Wachwitz mit 85,2 Prozent und Gönnsdorf/Pappritz (83,6 Prozent) waren die Wähler am eifrigsten. In Gorbitz-Süd machten dagegen nur 51 Prozent der Wahlberechtigten ihre Kreuzchen, in Prohlis-Süd sogar weniger als die Hälfte (49,3 Prozent).

Das sind die Gewinner und Verlierer

Betrachtet man die Zweitstimmen, haben CDU, Linke und SPD in allen Stadtteilen Wähler verloren. Aufs Ganze gesehen ist der Rückgang des Stimmenanteils mit 7,5 Prozent für die CDU sowie 7,6 Prozentpunkte für die Linke dramatisch, die SPD verliert 5,2 Prozentpunkte gegenüber der Wahl 2014 und rutscht in den einstelligen Bereich. Demgegenüber stehen AfD, Grüne und FDP, die in allen Stadtteilen zulegen konnten. Besonders stark ist der Zuwachs der AfD, für die 63 383 Stimmen ein Plus von 12,5 Prozentpunkten bedeuten. Die Grünen hätten sich sicher mehr erhofft als die sechs Prozentpunkte Zuwachs. Die FDP wäre in den Landtag gekommen, würde es nach den Dresdnern gehen. 6,5 Prozent hier bedeuten 2,7 Prozentpunkte mehr als noch 2014. Auch die Freien Wähler legen zu, kommen allerdings in Dresden nur auf 2,9 Prozent. Im Ergebnis liegt zwar wie gehabt die CDU in der Wählergunst der Dresdner mit 26,8 Prozent der Zweitstimmen am höchsten. Dahinter folgen jedoch AfD (20,7) sowie Grüne (16,9) und erst dann Linke (11,4) und SPD (8,5), die beide gegenüber 2014 abrutschen.

Hochburgen – Hier sind die Parteien am stärksten

So stark teils die Verluste und Zugewinne sind, bleiben die Hochburgen der Parteien doch relativ stabil. Grob gesagt: Der Stadtrand und die Ortschaften wählen eher konservativ und rechts, die Innenstadt grün und links. So konnte die CDUwie gehabt in Loschwitz/Wachwitz, Gönnsdorf/Pappritz und Altfranken/Gompitz und damit vor allem am Stadtrand punkten. In den drei Gebieten erzielte sie jeweils über 35 Prozent, 2014 lagen die Stimmanteile dort jedoch noch bei über 45 Prozent. Besonders gering ist die Zustimmung in Äußerer Neustadt und Leipziger Vorstadt.

Beide Stadtteile sind mit um die 20 Prozent Hochburgen der Linken, die in Langebrück/Schönborn mit 5,6 Prozent den geringsten Stimmenanteil erhielt. Für die Linken besonders schmerzlich: Besonders in Prohlis-Süd und Gorbitz-Süd sowie -Ost verzeichnete sie hohe Stimmenverluste.

Dort reüssierte vor allem die AfD. Mehr als 35 Prozent erzielte sie in Gorbitz-Süd und Prohlis-Süd – den beiden Stadtteilen allerdings, mit der geringsten Wahlbeteiligung. In der Äußeren Neustadt langte es dagegen nicht einmal für fünf Prozent.

Dort sind traditionell die GrünenPlatzhirsch. 43,6 Prozent der Stimmenanteile holten sie nun, in den benachbarten Stadtteilen waren es jeweils 27 Prozent und mehr. In Prohlis haben die Grünen dagegen mit etwa fünf Prozent Stimmenanteil einen schweren Stand.

Bei der SPDist keine so klare Hochburg auszumachen. Vielleicht noch am ehesten Plauen, wo die Sozialdemokraten elf Prozent holten. In Schönfeld/Schullwitz lag der Stimmenanteil jedoch noch nicht einmal bei der Hälfte.

Die FDPist dort stark, wo Holger Zastrow zuhause ist. In Langebrück/Schönborn holte sie 22 Prozent und damit 16 Prozentpunkte mehr als 2014, dabei trat der Parteilandeschef dort gar nicht an. Am geringsten war der Zuspruch in der Äußeren Neustadt (2,6 Prozent).

Briefwähler – so viele wie nie

Noch nie gab es in Dresden so viele Briefwähler. 117 600 Dresdner, mehr als ein Drittel der Wahlberechtigten also, gingen zum Wählen nicht zur Urne. Deshalb musste Wahlleiter Markus Blocher auch 31 zusätzliche Briefwahlvorstände zu den bestehenden 108 einsetzen. Bemerkenswert: Briefwähler wählen anders als Urnenwähler, wie Lioba Buscher, Leiterin der Kommunalen Statistikstelle, festgestellt hat. Sie geben den Grünen fast sechs Prozentpunkte mehr Stimmen, der AfD dagegen etwa 9,2 Prozentpunkte weniger. „Die AfD-Wähler sind Urnenwähler“, sagt Buscher daher. CDU, Linke und SPD haben bei der Briefwahl ein um etwa 1,3 Prozentpunkte höheres Ergebnis.

Von Uwe Hofmann

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