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Lokales Hellerauer pflanzen sich einen Bürgergarten
Dresden Lokales Hellerauer pflanzen sich einen Bürgergarten
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18:54 25.08.2017
Umweltbürgermeisterin Eva Jähnigen
Umweltbürgermeisterin Eva Jähnigen Quelle: Catrin Steinbach
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Dresden

Eva Jähnigen greift zum Spaten und strahlt mit der Sonne um die Wette. Für eine „Grüne“, noch dazu Dresdens Umweltbürgermeisterin, ist dieser Termin in Hellerau ganz offensichtlich eine Herzensangelegenheit. Denn auf einer großen Streuobstwiese gegenüber vom Festspielhaus Hellerau wird ein Baum gepflanzt. Nicht irgendeiner, sondern „Sachsens Obstsorte des Jahres 2018“. Es handelt sich um ’Maibiers Parmäne’.

Die alte Apfelsorte, die einst in Sachsen eine gewisse Bedeutung hatte, ist heute nahezu verschwunden. Das soll sich ändern. Und so bringt Eva Jähnigen mit Stephan Wiemer vom Landesverband Sachsen des Pomologenvereins und Wolfgang Gröger vom Bürgerschaft Hellerau e.V. ein junges Bäumchen in die Erde. Es wächst jetzt zum Beispiel neben Rotem Boskoop, Rotem Gravensteiner, Büttners Roter Knorpelkirsche, dem Lausitzer Nelkenapfel und der Hedelfinger Riesenkirsche auf einer großen Streuobstwiese hoffentlich zu einem stattlichen Baum heran und trägt irgendwann viele Früchte.

Entwurf für den Bürgergarten der Hellerauer. Quelle: Bürgerschaft Hellerau e.V.

„50 alte Obstsorten haben wir seit letzten Herbst hier insgesamt gepflanzt, für 46 haben wir Paten gefunden“, freut sich Wolfgang Gröger über die große Resonanz unter den Hellerauern. Eine Patenschaft kostet lediglich einen symbolischen Beitrag von 5 Euro im Jahr. Auch Pflegearbeiten halten sich für die Paten in Grenzen, weil die Stadt diesbezüglich langfristig unterstützt. Es geht um mehr. Und zwar darum, dass sich aus einer einstigen Brache ein Garten von den Bürgern für die Bürger entwickelt, den diese auch wirklich annehmen.

„Die extensiv bewirtschaftete Streuobstwiese ist der Anfang“, sagt Gröger vom Bürgerschaft Hellerau e.V.. Er und Volkmar Springer haben zusammen mit den Landschaftsarchitekten Christine und Jens May sowie weiteren Unterstützern aus dem Bürgerverein das Konzept für die Fläche entwickelt, das die Gartenstadt Hellerau bereichern soll. „Es gibt naturbelassene Flächen, entstehen sollen auf dem 15 000 Quadratmeter großen Areal aber auch jeweils ein Schulgarten für die Grundschule Hellerau und die im Technologiepark ansässige Natur- und Umweltschule. Des Weiteren sind ein Gemeinschaftsgarten und ein „Geschichtsgarten“ geplant. Letzterer soll anschaulich einen typischen Hellerauer Kleinhausgarten, wie ihn sich die Gartenstadt-Architekten Riemerschmid und Tessenow einst vorstellten, nachempfinden. Um dieses Projekt zu verwirklichen, will die dafür verantwortliche „AG Museum“ des Bürgerschaftsvereins mit der TU zusammenarbeiten. Die AG Naturraum habe schon Bienenstöcke auf dem Gelände aufgestellt, erzählt Gröger.

Von Catrin Steinbach

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