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Lokales „Heißzeit“ sorgt für Nachdenken über Bauprojekte in Dresden
Dresden Lokales „Heißzeit“ sorgt für Nachdenken über Bauprojekte in Dresden
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16:17 15.08.2018
Vor dem Gewandhaus soll der Parkplatz bebaut werden. Jetzt gibt es wieder Diskussionen darüber. Quelle: Archiv/Dietrich Flechtner
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Dresden

Über den Grundstücksverkauf für das Hotelprojekt an der Ringstraße wird noch immer verhandelt. Das geht aus einem Schreiben von Baubürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain (Grüne) an die Stadträte hervor. „Aufgrund der Erhöhung des Verkehrswertes des Grundstücks wird die Verwaltung im Ergebnis der Verhandlungen eine erneute Beschlussvorlage hinsichtlich der Erhöhung des Kaufpreises einbringen“, schreibt der Baubürgermeister in einem Sachstandsbericht zum Beschluss des Stadtrats über den Grundstücksverkauf.

Grundstücksverkauf noch offen

Auf dem bisherigen Parkplatz soll ein Mittelklasse-Hotel entstehen. Das Projekt war zunächst umstritten. Nachdem der Investor seine Pläne änderte, stimmte der Stadtrat Mitte 2016 für den Verkauf der Fläche, die verschiedenen Eigentümern gehört. Daher sind die Verhandlungen nicht unkompliziert. Die Stadt wollte mit den seinerzeit geplanten Einnahmen von 2,5 Millionen Euro eine Finanzierungslücke bei der Sanierung des Kraftwerks Mitte schließen. Das ist inzwischen in Betrieb gegangen. Der Grundstücksverkauf ist aber noch nicht abgewickelt.

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Für Thomas Löser, Fraktionschef und Baupolitiker der Grünen im Stadtrat, ist das Anlass für grundsätzliche Überlegungen. Vor dem Hintergrund der Hitze in den letzten Wochen und der damit einhergehenden Belastung für die Menschen in der Innenstadt, würde er gern über die Gestaltung des Hotelprojekts diskutieren. Wie Löser den DNN sagte, will er von der Verwaltung zunächst wissen, ob es noch Verhandlungsspielraum gibt. Sollte dies der Fall sein, dann würde er sich einen kleineren Bau wünschen. Dafür sollte auf dem zentrumsnahen Gelände mehr Grün entstehen.

Zweifel am Sinn eines Hotels

Für ihn ist der „städtebauliche Sinn“ des jetzigen Hotelprojekts „nicht erkennbar“. Im Zentrum sei bereits eine gewisse Dichte an Herbergen. Natürlich sei eine Bebauung nicht ausgeschlossen. Der jetzige Parkplatz sei städtebaulich in dieser Lage nicht angemessen. Eine entsiegelte Fläche mit Bäumen sei ein Mehrwert für die Stadt. Deshalb sollte jetzt geprüft werden, was in den Verhandlungen noch möglich ist.

Löser richtete in diesem Zusammenhang seinen Blick auch auf die andere Seite der Petersburger Straße, wo über die Zukunft der früheren Robotron-Kantine zu entscheiden ist. Der Grünen-Politiker gehört zu den Befürwortern des Erhalts des alten DDR-Baus. „In 20 Jahren wird dies das letzte Element sein, das von Robotron in Dresden übrig geblieben ist.“ In der Diskussion steht der Umzug des Kunsthauses von der Rähnitzgasse in die Nähe des Hygiene-Museums. Die Verwaltung favorisiert dagegen einen Abriss. Sie hat bereits vorgerechnet, dass eine Sanierung einen zweistelligen Millionenbetrag kosten würde. Außerdem will sie mit dem Ausbau des Blüherparks einen Grünstreifen bis in die Innenstadt ziehen.

Dachbegrünung für Kantine

Als Kompromiss schwebt Löser eine Dachbegrünung für die Kantine vor. „Urban Gardening könnte eine gute Kombination mit dem Kunsthaus sein.“ Unter den Stadtratsfraktionen von Grünen, SPD, Linken und CDU werde derzeit auch über eine Doppelnutzung als Standort für das Kunsthaus und das von einer Gruppe von Experten vorgeschlagene Wissenschaftszentrum „Future Lab“ diskutiert. Löser schlägt einen „runden Tisch“ von Verwaltung, Stadträten und potenziellen Nutzern vor, um eine Lösung zu finden. Eine große Mehrheit im Stadtrat wäre wichtig für das Projekt.

In der CDU-Stadtratsfraktion werden die Überlegungen eher kritisch gesehen. Mehr Grün an der Ringstraße „wird das Klima nicht retten“, erklärte Baupolitiker Gunter Thiele auf DNN-Anfrage. Mit dem Rathausvorplatz, zusätzlichen Bäumen am Pirnaischen Platz und dem Promenaden Ring sei für ausreichend Grünfläche an dieser Stelle gesorgt.

CDU lehnt neue Diskussion über Ringstraße ab

Da hätte eher um die Platanen nahe des Postplatzes gekämpft werden sollen. „Neue Planungen an der Ringstraße sind unnötig.“ Die mühsame Einigung mit den Grundstücksbesitzern müsste wiederholt werden. „Das lehne ich ab“, sagte Thiele.

Zurückhaltend blieb er auch bei Lösers Überlegungen für die Kantine. „Das müssen wir uns erst genauer ansehen.“ Die CDU war ursprünglich für den Abriss, neigte später zum Wissenschaftsstandort . Sollte der Komplex erhalten bleibe, würde Thiele aus finanziellen Gründen das „Future Lab“ favorisieren. Beim Kunsthaus wären die künftigen Kosten „ganz erheblich“. Auf keinen Fall sollte nun auf eine Idee immer noch eine weitere Idee draufgepackt werden, sagte Thiele zu den Begrünungspläne für die Kantine. Damit soll doch „nur das unüberlegte Vorgehen von Rot-Grün-Rot geheilt werden“, kritisierte er.

Von Ingolf Pleil

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