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Lokales Haus der Kathedrale Dresden und Winfriedhaus in Schmiedeberg werden modernisiert
Dresden Lokales Haus der Kathedrale Dresden und Winfriedhaus in Schmiedeberg werden modernisiert
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12:13 26.04.2019
Der Innenhof des Dresdner Hauses der Kathedrale ist zur Baustelle mit Gerüst geworden. Mateusz Ucmel (l.), Daniel Wilczynski und weitere Handwerker gestalten bis Anfang 2021 Räume und Zugänge um. Quelle: Dietrich Flechtner
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Dresden

Als Joachim Reinelt, der damalige Bischof, das Haus der Kathedrale vor 20 Jahren einweihte, waren stabile Internetverbindungen noch kein Thema. Seit sie unentbehrlich sind, haben Handwerker in dem Gebäude neben dem Georgentor in der historischen Dresdner Altstadt immer nur notdürftig mit Provisorien nachrüsten können, wie Kay Gräbert sagt, Bauverantwortlicher des Bistums Dresden-Meißen. Heute seien die Leitungen rasch überlastet und der drahtlose Zugang ins Internet über WLAN ein seltener Glücksfall.

Haus der Kathedrale für die Zukunft gerüstet

Vor allem aber sind die Bestimmungen zu Brandschutz und Sicherheit deutlich strenger geworden. Das hat die Verantwortlichen unter Druck gesetzt. So mussten sie einen geforderten zusätzlichen Fluchtweg aus dem zweiten Obergeschoss durch die Diensträume des Bischofs legen.

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Ein weiterer nachträglicher Fluchtweg aus dem Keller führt über eine Leiter ins Freie – und endet unter einer Abdeckung im Gehweg. Mehrfach mussten kaputte Wasserleitungen ausgewechselt werden. Wohin Gräbert schaut: Provisorien. „Das sind Lösungen, die natürlich keinen dauerhaften Charakter haben“, sagt er.

Wenn Veränderungen unausweichlich sind, haben sie sich gesagt, dann sollen sie gleich umfassender sein, damit das Gebäude als Veranstaltungsort der Katholischen Akademie, Gemeindezentrum der Dompfarrei, Sitz des Bischofs und des Domkapitels für die Zukunft gerüstet ist. Deshalb werden bei den Umbauten die Räume deutlicher in öffentlichen Bereich, dienstlichen Bereich und Wohnungen getrennt und auch neu geordnet: Manche Veranstaltungen beispielsweise waren bislang auf mehrere Etagen verteilt. Die kommen künftig auf eine Ebene.

Das Erdgeschoss, das besonders häufig genutzt wurde, bekommt endlich Wasserhahn und Küche. Der enge Zugang über Treppenhaus und Fahrstuhl soll wesentlich breiter werden. Die Bauarbeiten haben inzwischen begonnen. Sie sollen rund acht Millionen Euro kosten und Anfang 2021 abgeschlossen sein.

Arbeiten bei laufendem Betrieb

Für Thomas Arnold, Direktor der Katholischen Akademie, ist das mehr als eine Frage der Bequemlichkeit: „Mit dem zentralen Zugang werden unsere Veranstaltungen im Kathedralforum leichter zu finden sein als bisher“. Dass er mit seinen Vorträgen und Diskussionen trotz Umbau keine Zwangspause einlegen muss, freut ihn.

Arbeiten bei laufendem Betrieb: Dompfarrer Norbert Büchner, der im Haus lebt, sieht damit auch Einschränkungen und Belastungen auf Bewohner und Nutzer zukommen. Für wesentlicher jedoch hält er die Signalwirkung in die Öffentlichkeit: „Ich erhoffe mir aber deutliche Verbesserungen, besonders im Hinblick auf die Wahrnehmbarkeit unseres Hauses in der Stadt. Der neue Eingang von der Schloßstraße her wirkt sicher deutlich einladender als der bisher im Kanzleigässchen versteckte Zugang.“

Schließlich sei das Haus der Kathedrale einer der ganz wichtigen, zentralen Veranstaltungsorte des Bistums, betont Bischof Heinrich Timmerevers. „Dieser Anforderung wird das Haus nach dem Umbau deutlich besser gerecht, weil es sich öffnet und dadurch näher an die Menschen heranrückt.“

Winfriedhaus besser auslasten als bisher

Das gilt auch für das zweite Acht-Millionen-Umbauprojekt: das Winfriedhaus in Schmiedeberg im Osterzgebirge. Es war 1955 aus einem ehemaligen Gasthof als katholische Bildungsstätte für Kinder und Jugendliche entstanden. Zuletzt wurde das Haus 1997 saniert und erweitert. Dessen Zukunft stand eine Zeit lang auf der Kippe. Brandschutzkontrolleure stellten den Weiterbetrieb in Frage.

Die geforderten Fluchtwege konnten gerade noch ergänzt werden. Mit einem Rollstuhl kann man sich im Haus nur eingeschränkt bewegen, wie Daniela Pscheida-Überreiter sagt, Leiterin der Jugendpastoral. Mit den Arbeiten, die jetzt begonnen haben, werde aber mehr verändert.

„Wir wollen ein für die nächsten 20, 30 Jahre attraktives Haus für Kinder und Jugendliche in der Region schaffen.“ Offen nicht nur für katholische Gäste sei es schon immer gewesen. Diese Öffnung nach außen solle noch intensiver werden. Die Räume mit insgesamt 72 Gästebetten werden so umgestaltet, dass zwei autonome Bereiche entstehen. Zwei verschiedene Gruppen können dann künftig gleichzeitig das Haus benutzen, ohne einander in die Quere zu kommen.

So soll das Winfriedhaus nach dem Umbau aussehen. In der Mitte verbindet eine breite Fuge aus Glas die beiden Gebäudeteile. Quelle: Architekturbüro / Bistum

Hinzu kommen weitere Gruppenräume und ein zweiter Meditationsraum. Damit sei es besser auszulasten, was wirtschaftlich von Belang sei, sagt Daniela Pscheida-Überreiter. Mit Veranstaltungen weichen sie während der Arbeiten in andere Häuser aus. Die sieben Mitarbeiter werden vorübergehend andernorts beschäftigt.

Auffälligste, weil auch von außen erkennbare Neuerung ist eine Art Zwischenstück oder breite Fuge zwischen dem alten und dem neuen Teil des Gebäudes. Glaswände auf allen Seiten sollen Durchblicke ins Haus, nach draußen in den Garten und auch nach oben ermöglichen. „Marktplatz“ lautet der vorläufige Arbeitstitel dafür, weil er im Schnittpunkt vieler Wege liegt, wie Daniela Pscheida-Überreiter erläutert.

Sitzen wird man dort können, etwas trinken, miteinander reden. Der neue Mittelpunkt des Hauses wird also ein Ort der Begegnung, transparent und einladend. „Ende 2020, Anfang 2021, könnten wir, läuft alles gemäß unserem idealtypischen Zeitplan, die ersten Gäste begrüßen.“

Von Tomas Gärtner