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Lokales Handyparken in der Warteschleife
Dresden Lokales Handyparken in der Warteschleife
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07:30 14.09.2018
In Köln schon lange möglich, in Dresden in der Warteschleife: das Handyparken. Quelle: Stadt Köln
Dresden

„Wir wollen kein riesiges Bauwerk sanieren, sondern ein einfaches Bezahlen der Parkgebühren ermöglichen“, sagt Hendrik Stalmann-Fischer, verkehrspolitischer Sprecher der SPD-Stadtratsfraktion. Im April 2017 hatten die Sozialdemokraten gemeinsam mit den Grünen einen Antrag gestellt, der das Handyparken auf städtischen Parkplätzen in Dresden auf den Weg bringen sollte. Doch bis jetzt liegen keine Resultate vor. „Das ist unbefriedigend“, findet Stalmann-Fischer, „für eine Stadt, die bei den Zukunftstechnologien Maßstäbe setzen will, dauert die Umsetzung viel zu lange.“

Im September 2017 hatte der Stadtrat die Einführung des Handyparkens beschlossen, Anfang 2018 teilte die Verwaltung mit: Dresden wird keine der auf dem Markt verfügbaren technischen Lösungen verwenden, sondern gemeinsam mit dem städtischen Eigenbetrieb IT-Dienstleistungen eine eigene Lösung programmieren. Ab September 2018 soll Handyparken in Dresden möglich sein, kündigte die Verwaltung Anfang des Jahres an. Im Juni legte der zuständige Bereich von Baubürgermeister Raoul Schmidt Lamontain (Bündnis 90/Die Grünen) nach: Der Probebetrieb werde in wenige Tagen starten, hieß es.

Der September ist herangeeilt, aber weder Probebetrieb noch Handyparken funktionieren. Im Gegenteil: Nach wie vor kann die Verwaltung auf DNN-Anfrage keinen Termin für den Start des Projektes nennen. Es hätten sich Probleme mit den Schnittstellen ergeben, die erst noch behoben werden müssten, hieß es aus dem Rathaus. So werde die Landeshauptstadt mit externen Anbietern zusammenarbeiten. Hier müsse an den Zahlungsflüssen gearbeitet werden. Der Externe erhalte einen Anteil an dem Geld, das die Stadt kassiere. Auf welchem Weg die Transaktionen geschehen sollen, werde gegenwärtig diskutiert. Auch die Frage, wie die Bediensteten des Ordnungsamtes erkennen können, ob für ein Fahrzeug ohne sichtbar angebrachten Parkschein ein Handy-Ticket gebucht wurde, sei noch in Bearbeitung.

„Die Schnittstellen bereiten bei jeder größeren Anwendung Schwierigkeiten. Das war abzusehen“, ärgert sich Stalmann-Fischer. „Wir hatten die Idee, Autofahrern schnell die Möglichkeit einzuräumen, ohne Schwierigkeiten ihre Parkzeit per Handy zu verlängern, wenn ein Termin länger als erwartet dauert.“ „Schnell“ geht anders. Der SPD-Stadtrat will nun im Ausschuss für Bau und Verkehr die Verwaltung in die Verantwortung nehmen.

Ganz ohne Handyparken muss Dresden allerdings nicht auskommen: In sieben Parkhäusern im Stadtgebiet können Autofahrer bargeldlos und automatisch bezahlen – mit der Smartphone-App „Travipay“ von Volkswagen und mehreren Partnern.

Von Thomas Baumann-Hartwig

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