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Lokales Handy wird zur Kreditkarte: Infineon Dresden liefert die Sicherheitschips
Dresden Lokales Handy wird zur Kreditkarte: Infineon Dresden liefert die Sicherheitschips
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19:04 09.09.2015

Die Marktforscher von "IMS Research" prognostizieren, dass ab 2015 eine halbe Milliarde Handys pro Jahr mit Mikrobezahltechnik ausgeliefert werden.

Von Heiko Weckbrodt

Haben sie in einem Science-Fiction-Film je einen Akteur gesehen, der etwas mit Bargeld bezahlt hat? Nein? Kein Wunder: Kaum einer kann sich vorstellen, dass Münzen und Scheine in Zukunft noch eine große Rolle spielen. Bereits jetzt werden in den USA die meisten Einkäufe mit Kreditkarten getätigt und bei unseren französischen Nachbarn geht der Trend auch dahin.

Die technikaffinen Japaner sind noch einen Schritt weiter: Sie bezahlen den Zutritt zur U-Bahn teils schon mit ihren Mobiltelefonen, berichtet Helmut Gassel, Infineon-Bereichsleiter für Chipkarten und Sicherheit. Dies sind nicht Handy-Tickets wie bei den Dresdner Verkehrsbetrieben, die nachher konventionell verrechnet werden, sondern in Fernost dient das Handy selbst als aufgemotzte Kreditkarte. "Auch in China werden Handy-Bezahllösungen genutzt", so Gassel.

Die Vision der Hightechbranche: Die heutigen Kartenlesegeräte und Kreditkarten werden so verkleinert, dass sie in Handys passen. "Near Field Communication"-Modems (NFC) übertragen die Zahlung dann drahtlos - es reicht, das Telefon einfach gen Kasse oder Schloss zu halten. Damit würde das Handy zu einem digitalen Schlüsselbund und Portemonnaie, mit dem man den Supermarkt-Einkauf, den Eintritt ins Fußballstadion oder das Ticket für die Straßenbahn löhnt, das aber auch als Betriebsausweis oder als Autoschlüssel dienen kann.

Laut "IMS Research" werden in diesem Jahr 38 Millionen Smartphones weltweit mit solchen "NFC-Modems" ausgeliefert. Für das Jahr 2015 erwarten die Analytiker rund 525 Millionen NFC-fähige Handys im Jahr.

Damit der Datenschutz nicht auf der Strecke bleibt, liefert Infineon dazu spezielle Sicherheits-Chips, die es Spionen und Hackern extrem schwer machen sollen, die verschlüsselten Bezahl-Daten zu knacken. Erste Smartphone-Hersteller beliefere man bereits mit solchen Lösungen, sagte Gassel - und die Sicherheitsbausteine dafür werden größtenteils in Dresden hergestellt.

"Ich bin von diesem Konzept überzeugt", erklärte der Infineon-Manager. "Es werden wohl zuerst junge Leute sein, die diese Bezahlmethode akzeptieren, weil sie einfach bequem ist. Wenn die Menschen Vertrauen in diese neue Technik gefasst haben, folgen auch die Älteren." Vielleicht heißt es ja bald wirklich nicht mehr im Restaurant: "Ich zahle per Karte", sondern: "Ich bezahl dann mal per Handy."

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