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Lokales Handel mit Flensburger Punkten – Dresdner zu Geldstrafe verurteilt
Dresden Lokales Handel mit Flensburger Punkten – Dresdner zu Geldstrafe verurteilt
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11:00 20.09.2018
Die Staatsanwaltschaft beantragte eine Geldstrafe von 40 Tagessätzen à 150 Euro. Quelle: Peter Steffen/dpa
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Dresden

Wegen Urkundenfälschung sollte sich Dr. H. am Donnerstag vor dem Dresdner Amtsgericht verantworten. Der Unternehmensberater zog es allerdings vor, durch Abwesenheit zu glänzen. Schade eigentlich, denn da hätte vielleicht einiges an dem interessanten Fall geklärt werden können.

Der Doktor hatte wegen eines Verkehrsdeliktes einen Bußgeldbescheid in Höhe von 200 Euro nebst Punkten in Flensburg bekommen und versuchte, aus dieser Situation ohne größeren Schaden wieder heraus zu kommen. Dabei ging es ihm wohl nichts ums Geld, sondern um ein drohendes Fahrverbot.

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Der Unternehmensberater ließ sich im Internet beraten und wurde fündig. Dort existiert ein Markt, der es Verkehrssündern ermöglicht, sich von Punkten in Flensburg freizukaufen. Sogenannte Mittelsmänner bieten die Übernahme der Punkte gegen eine entsprechende Bezahlung an.

Dr. H. wandte sich an den Betreiber eines Internetportals „Punktehandel“, wo man ihm gegen Zahlung eines Geldbetrags einen Mann vermittelte, der für ihn den Anhörungsbogen der Bußgeldbehörde ausfüllte, die Fahrt und den Verkehrsverstoß auf sich nahm. 2000 Euro soll das laut Staatsanwaltschaft den Doktor gekostet haben.

So dumm es klingt, aber da hat jemand eine Lücke im Gesetz gefunden – man hat wirklich die Chance, damit durchzukommen. Anders ist es, wenn es sich nicht um eine echte, sondern nichtexistierende Person handelt, also einfach ein Name erfunden wird, der wahre Fahrer davon weiß und die Verkehrsordnungswidrigkeit noch nicht verjährt ist.

Die Staatsanwaltschaft beantragte eine Geldstrafe von 40 Tagessätzen à 150 Euro, das Gericht gab dem statt. Dr. H. kann jetzt entscheiden, ob er zahlt oder Einspruch gegen den Strafbefehl einlegt.

Von Monika Löffler