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Lokales Haftstrafe für „gefallenen Engel“
Dresden Lokales Haftstrafe für „gefallenen Engel“
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11:33 30.01.2019
Fast die Hälfte seines Lebens saß der 50-Jährige in Haft. Quelle: dpa/Uli Deck
Dresden

Wegen Betruges und Urkundenfälschung hat das Amtsgericht am Dienstag Steffen Bernd T. für zwei Jahre und acht Monate ins Gefängnis geschickt. Der 50-Jährige hatte mehrere Dresdner Hotels und Pensionen geprellt, sich dort mit gefälschten Papieren eingemietet, als Mann Gottes ausgegeben, der im Auftrag schweizerischer Kirchgemeinden, Pfarreien oder des Bistums Basel in christlicher Mission unterwegs sei. Die würden auch die Rechnungen übernehmen.

Einer Angestellten leierte er dazu noch privat 1350 Euro aus dem Kreuz, die er sofort zurückzahlen wollte, wenn Geld eingetroffen sei. Geld kam keins, woher auch. Der Angeklagte lebte, bevor er wieder nach Dresden kam, zwar eine Zeit in der Schweiz, ist dort auch den Gerichten bekannt, aber nicht den Kirchgemeinden.

Einen Heiligenschein hat er wahrlich nicht, aber viel kriminelle Energie. „Ich hatte eine Wohnung, aber die war leer und ungemütlich, da bin ich in die Pensionen gezogen“ erklärte er ohne Reue. Schuld sind bei ihm eh immer die anderen. Seit Jahren schummelt sich Steffen Bernd T. mit Gaunerein durchs Leben. Er kann einfach nicht anders. Und er hat seine Methoden, andere übers Ohr zu hauen, zur Perfektion getrieben. Ihm würde wohl auch ein Wüstenbewohner Streusand abkaufen.

Schuld ist ein Meerschweinchen

Fast die Hälfte seines Lebens saß der 50-Jährige in Haft. Zuletzt war er 2011 wegen Betruges zu fünfeinhalb Jahren verurteilt worden. Und just „in dieser glorreichen Zeit“ kam ihm „im Keller der Haftanstalt Bautzen“ der Grund für seine Taten ein. Eine schlechte Kindheit! Davon hatte er, wenn auch unkonkret, schon bei vorherigen Verhandlungen er­zählt, nur diesmal sei ihm die wahre Erinnerung gekommen.

„Ich hatte als Kind ein Meerschweinchen, das ich abgöttisch geliebt habe. Mein Vater hat es ge­gen ein ähnliches, aber eben anderes ausgetauscht. Dieses traumatische Ereignis hat zu den Taten geführt. Ich habe das Täuschungsverhalten übernommen und gelogen.“

Steffen Bernd T., der Gutachtern immer skeptisch gegenüber stand, drängelte diesmal regelrecht auf eine Begutachtung. Er wollte wohl lieber in die Psychiatrie als ins Gefängnis. Die Sachverständige bescheinigte ihm zwar narzisstische, dissoziale Eigenschaften aber keine Persönlichkeitsstörung. Was er überhaupt nicht nett fand und sich beleidigt beschwerte.

Von Monika Löffler

1893 – und zwar am 8. September – erschien in Dresden zum ersten Mal die Tageszeitung „Neueste Nachrichten“. Nur wenig später wurde sie in „Dresdner Neueste Nachrichten“ umbenannt. Anlässlich des Jubiläums blicken wir auf die Geschichte Dresdens, Deutschlands und der Welt zurück. Heute: das Jahr 1999.

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