Menü
Dresdner Neueste Nachrichten | Ihre Zeitung aus Dresden
Anmelden
Lokales Haftstrafe für Meisterdieb mit eigener Lagerhalle
Dresden Lokales Haftstrafe für Meisterdieb mit eigener Lagerhalle
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
09:30 27.02.2018
Hauptkommissar Jürgen Leistner mit einer vergoldeten Kalaschnikow aus der Lagerhalle  Quelle: D. Flechtner
Anzeige
Dersden

 Der Mann, der im Januar eher zufällig in einem gestohlenen Audi Q5 festgenommen wurde, war Polizei und Justiz zwar als Dieb bekannt, überraschte dann aber doch alle. Christian L. hatte beim Klauen nicht gekleckert, sondern geklotzt und sich ein eigenes „Warenhaus“ zusammengemaust. Bei den Ermittlungen wurde ein Großlager auf der Meschwitzer Straße mit mehr als 1000 Einzelgegenständen entdeckt. Der größte Fund von Diebesgut, den die Dresdner Polizei je gemacht hat. Gestern wurde der 33-Jährige wegen schweren Diebstahls und Hehlerei sowie unerlaubten Drogen- und Waffenbesitzes vom Landgericht zu einer Freiheitsstrafe von sechseinhalb Jahren verurteilt und die Unterbringung in einer Entzugsanstalt angeordnet.

Seit 2011 ging Christian L., meist mit anderen Tätern, auf Beutezug. Bevorzugte Objekte waren Firmen, Bürogemeinschaften und Geschäfte. Geklaut wurde alles, was man zu Geld machen konnte – von der Friseurschere bis zum Auto. In dem Lager fanden sich unter anderem Motorräder, Münz- und Briefmarkensammlungen, Handys, elektronische Geräte, Konzertkarten, Möbel, Pelze und Luxus-Klamotten von Armani bis Lagerfeld, hochwertige Kosmetik sowie Kisten mit Blattgold für allein 30 000 Euro. Offenbar wusste der Angeklagte damit nichts anzufangen und vergoldete versuchsweise mal einen Heizpilz und die Tür zu seiner „Schatzkammer“. Auch 130 Dosen Red Bull aus einer Firmenhalle bekamen Flügel und aus einem Waffengeschäft ließ er 20 Schusswaffen mitgehen. Gesamtschaden: rund 800 000 Euro

Anzeige

Christian L. legte ein umfassendes Geständnis ab. Die Sachen hatte der einschlägig Vorbestrafte entweder gestohlen oder gehehlt. Mit dem Gewinn aus dem Verkauf des Diebesgutes habe er sich seinen Lebensunterhalt, vor allem seinen Crystalkonsum finanziert, räumte er ein. Zu seinen Mittätern wollte er sich nicht äußern. Ermittelt wird unter anderem gegen seine Lebensgefährtin, die die Sachen im Internet verhökert haben soll.

Von Monika Löffler

Lokales Landeshauptstadt verfehlt die Marke von 600 000 Einwohnern - Fünf Prozent Bevölkerungswachstum bis 2030 in Dresden
01.12.2017