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Lokales Hafencity ist ein 100-Millionen-Euro-Projekt
Dresden Lokales Hafencity ist ein 100-Millionen-Euro-Projekt
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09:05 02.06.2018
Sebastian Forkert, Projektleiter bei USD, zeigt, wo das neue Hotel entstehen soll. Quelle: Catrin Steinbach
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Dresden

 Es ist ein ambitioniertes Projekt, die Hafencity in Dresden. Das neue Stadtquartier soll am Neustädter Hafen an der Elbe entstehen. Bislang war das Gelände von baufälligen Lagerhallen, Hafenanlagen und einer riesigen Tiefgarage – einer Investitionsruine aus den 1990er Jahren – dominiert. Die USD Immobilien GmbH will das Areal komplett umgestalten. Das Dresdner Unternehmen plant ein neues Stadtviertel, in dem man wohnen, arbeiten, sich erholen und vergnügen kann. Eine Investition in Höhe von rund 100 Millionen Euro, benennt jetzt USD jetzt erstmals die finanzielle Größenordnung des Vorhabens.

Wie ist der aktuelle Planungsstand?

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Es gibt einen Aufstellungsbeschluss für einen Bebauungsplan, aber noch keinen Satzungsbeschluss. Nach der Auslage des Entwurfes werden nun die Bürgeranregungen abgewogen.

 „Wir sind dabei, in enger und konstruktiver Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung einen städtebaulichen Vertrag zu entwickeln“, so Sebastian Forkert, Projektleiter bei USD. Dieser Vertrag solle die Gestaltung der öffentlichen Freiflächen und der später in Privateigentum übergehenden Bebauung regeln.

 „Unser Wunsch, unsere Hoffnung ist, dass wir gemeinsam den B-Plan inklusive Satzungsbeschluss in diesem Jahr unter Dach und Fach bringen und alle Baugenehmigungen erzielen“, so Forkert weiter.

Was wird gebaut?

Die Grafik verdeutlicht, wie sich in der Hafencity Neues an Altes fügen soll und was wo geplant ist. Quelle: Grafik: Braumann

Es entstehen 18 neue Baukörper bzw. Gebäudekomplexe. Sie beherbergen ein Hotel, ein Kreativzentrum mit Büros, andere Gewerbeflächen u.a. für Gastronomie in Hafenbeckennähe und vor allem Wohnungen. 350 sollen es werden, davon sind nach Angaben von USD zwölf Prozent Sozialwohnungen. Sie werden sich in dem Gebäudekomplex entlang der Leipziger Straße befinden, für den die Baugenehmigung schon vorliegt. „Wir wollen eine gesunde Durchmischung hinkriegen“, sagt Forkert. USD folgt mit den Sozialwohnungen einer Forderung von rot-grün-roten Stadträten.

 Des Weiteren sind drei Erschließungsstraßen mit Pkw-Stellplätzen sowie „ein breiter Verbindungsweg mit Aufenthaltsqualität“ zwischen Leipziger Straße und Radweg nahe der Elbe vorgesehen, so Forkert. Hinzu komme im Bereich der mittleren Stichstraße eine kleine öffentliche Grünfläche mit Bäumen. Auch Fahrradstellplätze werden geschaffen.

Abriss der aus den 1990er Jahren stammenden zweigeschossigen Tiefgarage. Hier entsteht das neue Hotel. Quelle: Catrin Steinbach

Wem gehört eigentlich der Grund und Boden, auf dem die Hafencity entstehen soll?

Abgesehen von Citybeach, der Hafenmeisterei und dem Grundstück des Steinmetzes ist das gesamte Gelände jetzt in Besitz der USD, hieß es vom Unternehmen. Auch das Hafenbecken. Ein letztes Grundstück – „die Ecke gegenüber dem Kreativzentrum“ – habe man von Regine Töberich abgekauft.

Wird der Hafen erlebbar?

Ja. USD will eine kleine Promenade schaffen und für deren Gestaltung alte Baumaterialien aus dem Gebiet gestalterisch integrieren. Der alte Kran am Hafen werde restauriert und solle auch künftig das Bild des Hafens prägen, so Forkert. Für den Hafen selbst gebe es noch kein Konzept. „Natürlich wird es auch künftig eine Steganlage geben, können Boote anlegen. Das ist ja der Charakter eines Hafens“, betont Sebastian Forkert. Ob wie auf dem Gestaltungsplan vom Januar 2017 auch eine Badeinsel gebaut wird, steht gegenwärtig in den Sternen.

Bleibt der Elbradweg, der durch das Gelände führt, in Elbnähe?

Ja, aber er führt nicht mehr direkt am Hafenbecken entlang, sondern wird ein Stück ins Gelände hinein verlegt. „Im Grunde ist der Verlauf des Radweges so wie gegenwärtig durch die Umleitung aufgrund der Drewag-Bauarbeiten“, erklärt Forkert. Der Radweg wird so hoch gebaut, dass er auch bei einem hundertjährigen Hochwasser nicht überschwemmt und als Rettungsweg genutzt werden kann. Auch das Niveau der erschließenden Straßen im Gelände wird erhöht. Die Gebäude bekommen Tiefgaragen, die Erdgeschosse werden so hoch liegen, dass die Bewohner auch bei einem Jahrhunderthochwasser keine nassen Füße bekommen. Parallel zum Wohnblock an der Leipziger Straße ist eine Anliegerstraße geplant. Von dort aus geht es über Treppen hoch auf eine kleine Terrasse und von dort in die Häuser.

Wenn der Elbradweg und die Erschließungsstraßen höher liegen als jetzt – wie kommen dann die Bewohner der alten Hafenmeisterei, die in Elbnähe liegt, in ihr Grundstück?

„Wir haben noch nicht alles durchgeplant. Aber wir werden im Gespräch mit allen Beteiligten eine Lösung finden“, sagt Forkert. „Wir versuchen die Neubebauung und den Bestand so zu kombinieren, dass sich die Bedingungen für die Eigentümer der anderen Grundstücke nicht verschlechtern.“ Auch mit Steinmetzmeister Michael Stäbe, der ja gern seine Werkstatt vergrößern und einen Steinmetzroboter aufstellen möchte, sei man im Dialog, um eine einvernehmliche Lösung zu finden.

Vor-Ort-Termin im neu entstehenden Stadtquartier Hafencity am Neustädter Hafen in Dresden.Sebastian Forkert, Projektleiter bei USD, deutet an, auf welcher Höhe der Radweg künftig in etwa verlaufen wird, denn das Geländeniveau wird angehoben. Quelle: Catrin Steinbach

Was passiert momentan in der Hafencity?

Am 25. Mai wurde Richtfest für das Kreativzentrum gefeiert. Es ist der erste Neubau in der Hafencity. Mittlerweile ist auch der erste Teil der Fernwärmetrasse, die auf der alten Trasse des Elbradweges verlegt wurde, fertig. „Nächste Woche wird die Umleitung in diesem Bereich zurückgenommen“, weiß Sebastian Forkert.

Des Weiteren habe der Abbruch der ehemaligen Trödelhallen begonnen. Nächste Woche startet der Abbruch der Lagerhalle mit der Aufschrift „Purobeach“. Feiern und chillen kann man bei Purobeach trotzdem bis zum Ende der Saison im September. „Wir brauchen den Platz für die Geländemodellierung am neuen Kreativzentrum und die Erhöhung der Erschließungsstraße“, erklärt Fokert, warum man Purobeach jetzt so auf die Pelle rückt.

Von Catrin Steinbach

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