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Lokales Haarausfall durch Kuscheln
Dresden Lokales Haarausfall durch Kuscheln
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09:36 06.03.2018
Der Chefarzt für Dermatologie und Allergologie am Städtischen Klinikum Uwe Wollina erklärt im DNN-Gespräch, welche Erkrankungen der Haut häufig zu schaffen machen.  Quelle: Anja Schneider
Dresden

 Die Haut ist das größte Organ des Menschen. Unsere komplexe Schutzhülle muss stark sein gegen Umwelteinflüsse wie Kälte, Keime und Kratzer, aber auch sensibel gegenüber Berührungen. Gleichzeitig dreht sich ein ganzer Wirtschaftszweig um das Wohlbefinden des im Fachjargon als Epidermis bezeichneten Organs. Die Kosmetikindustrie bewirbt Pflegecremes gegen trockene Haut, Wässerchen gegen zu große Poren und Masken gegen die natürlichen Alterserscheinungen unserer Schutzschicht.

Doch wie Herz, Leber, Niere und Co. kann auch das Organ Haut ernsthaft erkranken. Professor Uwe Wollina, Chefarzt für Dermatologie und Allergologie am Städtischen Klinikum Dresden, informiert über die häufigsten Hauterkrankungen, neue Behandlungsmethoden und erklärt, ob Hausmittel, wie das Kleopatrabad, aus medizinischer Sicht sinnvoll sind.

Fit und gesund

Alle Artikel unserer Gesundheits-Themenwoche

Welche Hautkrankheiten sind bei Kindern besonders auf dem Vormarsch?

„Bei Kindern stellen wir zunehmend Pilzerkrankungen fest, die durch Haustiere ausgelöst werden“, sagt Professor Wollina. Er vermutet einen Zusammenhang mit steigender Tierhaltung in der Wohnung. Insbesondere sei es hip geworden, exotische Tiere in den eigenen Räumen zu halten. Eine Studie in Tierhandlungen habe ermittelt, dass nahezu alle angebotenen Meerschweinchen mit Pilzen befallen waren, die auch Menschen infizieren, berichtet der Dermatologe. Diese zoophilen Pilze, die Mensch und Tier befallen können, waren vor dem Zweiten Weltkrieg eine häufige Erkrankung, die aktuell wieder mehrfach im Jahr in Dresden vor allem bei Kindern auftritt.

Der Grund: Kinder kuscheln intensiv mit ihren Haustieren und halten sie oft an Wange und Gesicht. „Gefährlich ist es, wenn der Pilz nicht rechtzeitig erkannt oder falsch mit Antibiotika, beziehungsweise chirurgisch behandelt wird“, warnt Wollina. Wird die Kopfhaut befallen, kann es zu einer Vernarbung der Haarschäfte kommen. Für die betroffenen Kinder bedeutet das an diesen Stellen einen lebenslangen Haarverlust. Der Dermatologe rät deshalb, keine Haustiere zu kaufen, die bereits stellenweise unter Fellverlust leiden und Meerschweinchen, Kaninchen und Co. nach dem Kauf beim Tierarzt durchchecken zu lassen.

Gibt es Hauterkrankungen, die speziell junge Erwachsene betreffen?

Der Chefarzt bemerkt auch bei jungen Erwachsenen zwischen 25 und 40 Jahren seit einigen Jahren eine Zunahme von zoophilen Pilzerkrankungen, die von Haustieren auf den Menschen übertragen werden können. Allerdings liegt das Infektionsgebiet in dieser Altersklasse nicht mehr vorrangig am Kopf, sondern im Genitalbereich. „Bei der Genitalrasur können kleine Verletzungen entstehen, die von zoophilen Pilzen befallen werden können“, sagt Wollina. Betroffene mit entzündeten Stellen sollten einen Arzt aufsuchen, da sich der Pilz in der Unterhaut ausbreiten kann und sexuell übertragbar ist. Der Hautexperte empfiehlt deshalb, stets Einwegrasierer zu benutzen.

Viele kennen das Leid der hormonellen Akne aus ihrer Jugend. „Als ich Student war, litten Jugendliche in der Pubertät unter Akne, heute sind auch noch Frauen über 30 von der entzündlichen Krankheit im Gesicht betroffen“, berichtet der Dermatologe. Schuld seien nicht das für die Pubertät typische Hormonchaos, sondern zu viele Kosmetikprodukte, die die natürliche Hautschutzbarriere stören.

Stimmt’s? Tipps aus dem Netz im Check

Bei Akne auf Milch verzichten?

„Ein hoher Milchkonsum verstärkt die Entzündungsreaktion“, erklärt Dermatologe und Allergologe Uwe Wollina. Zudem ist Milch Mastnahrung und enthält deswegen viele Hormone, die bei hormoneller Akne die Hautprobleme verschlimmern können. Akne-Patienten sollten ihren Milchkonsum einschränken. „Käse, Joghurt oder Quark sind aber kein Problem“, sagt Wollina.

Milchbad gegen trockene Haut?

„Das Fett in der Milch ist tatsächlich gut für die Haut“, bekräftigt der Chefarzt für Dermatologie am städtischen Klinikum. Das sogenannte Kleopatrabad funktioniert aber nur mit richtiger Frischmilch, nicht mit herkömmlicher Milch aus dem Supermarkt. Diese sei zu sehr entfettet, sagt der Professor.

Honig für die Wundheilung?

„Honig ist ein interessantes Naturprodukt“, sagt Wollina. Das von den Bienen produzierte Propolis und Weichselwachs wird auch in Hautcremes verwendet. Naturbelassener Honig kann allerdings zu Kontaktallergien auf der Haut führen. „Besonders gefährdet sind Menschen mit Heuschnupfen“, sagt der Dermatologe. Eine Besonderheit sei der neuseeländische Manuka-Honig, der sterilisiert in Studien einen teilweise positiven Einfluss auf die Wundheilung ausübte.

Eigelb-Maske für einen frischen Teint?

„Ei von außen angewendet hat aus medizinischer Sicht keinen nachweislich positiven Effekt auf die Hautgesundheit“, informiert Wollina. Angewendet als Shampoo kann es das Haarvolumen erhöhen, da sich die Eiproteine um die Eiweißbausteine der Haare legen.

Heilerde für die Hautentgiftung?

„Dem Erfinder der Wortschöpfung Heilerde müsste man gratulieren“, sagt der Dermatologe und schmunzelt. Heilerde setzt Gerbstoffe frei, aber aus medizinischer Sicht gibt es keine spezielle Indikation. Anders sieht es bei Heilschlamm aus. Inhaltsstoffe aus Moor-Erden wirken austrocknend und desinfizierend. Sie fördern das Abklingen von Herpes, verlangsamen die Virenvermehrung und fördern die Abheilung von Hautekzemen.

Welche Probleme macht die Haut im Alter?

Während bei jungen Menschen häufig äußere Einflüsse zu Hauterkrankungen führen, zeigen sich bei Menschen in der zweiten Lebenshälfte vermehrt Zusammenhänge zwischen verschiedenen Leiden, zu deren vielfältigen Symptomen auch Hauterkrankungen gehören. Dazu zählen die Zivilisationskrankheiten Arterienverkalkung und Durchblutungsstörungen, die Krampfadern begünstigen oder Diabetes, was zu Gefäßheilungsstörungen und chronischen Wunden führen kann. „Verkalkte Arterien sind Zeichen des Alterungsprozesses, der durch Rauchen und eine genetische Vorbelastung zu erhöhten Blutfettwerten stärker ausgeprägt sein kann“, sagt Wollina. Chronische Wunden entstehen wiederum zum Großteil durch Krampfadern, aber auch durch Arterienverkalkung und Zuckerkrankheit.

Volksleiden Krampfadern: Gibt es neue Therapieansätze?

„Entgegen dem weit verbreiten Glauben besteht kein Zusammenhang zwischen bläulichen Besenreisern an den Beinen und Krampfadern“, stellt der Professor klar. Aber Studien zeigen, dass Menschen mit weichem Bindegewebe häufiger von den verstopften Venen betroffen seien. Ein Meilenstein bei der Behandlung ist die neue Erkenntnis, dass Venen im Bein immer als „Zwillingspaar“ auftreten. Ist eine Vene betroffen, muss der Arzt auch die „Schwestervene“, die direkt daneben liegt, behandeln. Dafür greifen die Ärzte mittlerweile immer häufiger zum Laser. Über eine spezielle Faser, die in die Vene eingeführt wird, ermittelt ein Ultraschall die betroffene Stelle. Mit einem Laser wird die Vene an der Stelle durch Hitze verödet. Eine andere Möglichkeit ist die Hitzebehandlung durch Radiowellen.

Reisen liegt im Trend, werden unliebsame Mitbringsel auf der Haut häufiger?

Seit einiger Zeit breitet sich die Leishmaniose aus dem Mittelmeerraum in nördlicher Richtung aus. „Die Leishmaniose wird durch Einzeller verursacht, die mit dem Speichel der Sandmücke übertragen werden“, erklärt Wollina. Das Verbreitungsgebiet umfasst die klassischen Urlaubsziele Spanien und Italien. Am weitesten verbreitet ist die Krankheit, die zu Hautgeschwüren führt, in Syrien. Im Dresdner Klinikum mussten im vergangenen Jahr zehn Menschen mit Leishmaniose behandelt werden. Nach einer Inkubationszeit von zwei bis vier Wochen bilden sich nicht heilende Wunden und Knötchen auf der Haut, die mit Salben behandelt werden. Die größte Gefahr besteht in der Einfuhr von Katzen aus dem Mittelmeerraum. Tierärzte warnen deshalb schon länger.

Wie schädlich ist Shisha-Rauchen für die Mundschleimhaut?

„Shisha-Pfeifen oder Wasserpfeifen haben eine ganz andere Stoffzusammensetzung als klassische Zigaretten“, erklärt der Dermatologe. Dieses Stoffgemisch besteht unter anderem aus Tabak, Holzkohle und Duftstoffen, die sehr reaktionsfreudige, chemische Verbindungen eingehen. Der Mundraum ist mit mehr als 400 verschiedenen Bakterienarten das am vielfältigsten besiedelte Körperteil. Studien haben gezeigt, dass durch die Inhaltsstoffe von Wasserpfeifenrauch, aber auch E-Zigaretten „schlechte“ Bakterien schneller wachsen. Diese als „pathogene“ bezeichneten Bakterienkulturen können dann Entzündungen in der Mundhöhle begünstigen.

Doch wie Herz, Leber, Niere und Co. kann auch das Organ „Haut“ ernsthaft erkranken. Professor Uwe Wollina, Chefarzt für Dermatologie und Allergologie am Städtischen Klinikum Dresden, informiert über die häufigsten Hauterkrankungen, neue Behandlungsmethoden und erklärt, ob Hausmittel, wie das „Kleopatrabad“, aus medizinischer Sicht Sinn ergeben.

Welche Hautkrankheiten sind bei Kindern besonders auf dem Vormarsch?

„Bei Kindern stellen wir zunehmend Pilzerkrankungen fest, die durch Haustiere ausgelöst werden“, erklärt Prof. Wollina. Er vermutet einen Zusammenhang mit steigender Tierhaltung in der Wohnung, insbesondere sei es hip geworden, exotische Tiere in den eigenen Räumen zu halten. Eine Studie in Tierhandlungen habe ermittelt, dass nahezu alle angebotenen Meerschweinchen mit Pilzen befallen waren, die auch Menschen infizieren, berichtet der Dermatologe. Diese zoophilen Pilze, die Mensch und Tier befallen können, waren vor dem zweiten Weltkrieg eine häufige Erkrankung, die aktuell wieder mehrfach im Jahr in Dresden vor allem bei Kindern auftritt.

Der Grund: Kinder kuscheln intensiv mit ihren Haustieren und halten sie oft an Wange und Gesicht. „Gefährlich ist es, wenn der Pilz nicht rechtzeitig erkannt oder falsch mit Antibiotika, beziehungsweise chirurgisch behandelt wird“, erklärt Uwe Wollina. Wird die Kopfhaut befallen, kann es zu einer Vernarbung der Haarschäfte kommen. Für die betroffenen Kinder bedeutet das an diesen Stellen einen lebenslangen Haarverlust. Der Dermatologe rät deshalb, keine Haustiere zu kaufen, die bereits stellenweise unter Fellverlust leiden und Meerschweinchen, Kaninchen und Co. nach dem Kauf beim Tierarzt durchchecken zu lassen.

Gibt es Hauterkrankungen, die speziell junge Erwachsene betreffen?

Der Chefarzt bemerkt auch bei jungen Erwachsenen zwischen 25 und 40 Jahren seit einigen Jahren eine Zunahme von zoophilen Pilzerkrankungen, die von Haustieren auf den Menschen übertragen werden können. Allerdings liegt das Infektionsgebiet in dieser Altersklasse nicht mehr vorrangig am Kopf, sondern im Genitalbereich. „Bei der Genitalrasur können kleine Verletzungen entstehen, die von zoophilen Pilzen befallen werden können“, erklärt Uwe Wollina. Betroffene mit entzündeten Stellen sollten einen Arzt aufsuchen, da sich der Pilz in der Unterhaut ausbreiten kann und sexuell übertragbar ist. Der Hautexperte empfiehlt deshalb, stets Einwegrasierer zu benutzen.

Viele kennen das Leid der hormonellen Akne aus ihrer Jugend. „Als ich Student war, litten Jugendliche in der Pubertät unter Akne, heute sind auch noch Frauen über 30 von der entzündlichen Krankheit im Gesicht betroffen“, berichtet der Dermatologe. Schuld seien nicht das für die Pubertät typische Hormonchaos, sondern zu viele Kosmetikprodukte, die die natürliche Hautschutzbarriere stören.

Welche Probleme macht die Haut im Alter?

Während bei jungen Menschen häufig äußere Einflüsse zu Hauterkrankungen führen, zeigen sich bei Menschen in der zweiten Lebenshälfte vermehrt Zusammenhänge zwischen verschiedenen Leiden, zu deren vielfältigen Symptomen auch Hauterkrankungen gehören. Dazu zählen die Zivilisationskrankheiten Arterienverkalkung und Durchblutungsstörungen, die Krampfadern begünstigen oder Diabetes, was zu Gefäßheilungsstörungen und chronischen Wunden führen kann. „Verkalkte Arterien sind Zeichen des Alterungsprozesses, der durch Rauchen und eine genetische Vorbelastung zu erhöhten Blutfettwerten stärker ausgeprägt sein kann“, erklärt Uwe Wollina. Chronische Wunden entstehen wiederum zum Großteil durch Krampfadern, aber auch durch Arterienverkalkung und Zuckerkrankheit.

Volksleiden Krampfadern: Gibt es neue Therapieansätze?

„Entgegen dem weit verbreiten Glauben, besteht kein Zusammenhang zwischen bläulichen Besenreisern an den Beinen und Krampfadern“, stellt der Professor klar. Aber Studien zeigen, dass Menschen mit weichem Bindegewebe häufiger von den verstopften Venen betroffen seien. Ein Meilenstein bei der Behandlung ist die neue Erkenntnis, dass Venen im Bein immer als „Zwillingspaar“ auftreten. Ist eine Vene betroffen, muss der Arzt auch die „Schwestervene“, die direkt daneben liegt, behandeln. Dafür greifen die Ärzte mittlerweile immer häufiger zum Laser. Über eine spezielle Faser, die in die Vene eingeführt wird, ermittelt ein Ultraschall die betroffene Stelle. Mit einem Laser wird die Vene an der Stelle durch Hitze verödet. Eine andere Möglichkeit ist die Hitzebehandlung durch Radiowellen.

Reisen liegt im Trend, werden unliebsame Mitbringsel auf der Haut häufiger?

Seit einiger Zeit breitet sich die Leishmaniose aus dem Mittelmeerraum in nördlicher Richtung aus. „Die Leishmaniose wird durch Einzeller verursacht, die mit dem Speichel der Sandmücke übertragen werden“, erklärt Wollina. Das Verbreitungsgebiet umfasst die klassischen Urlaubsziele Spanien und Italien. Am weitesten verbreitet ist die Krankheit, die zu Hautgeschwüren führt, in Syrien. Im Dresdner Klinikum mussten im vergangenen Jahr zehn Menschen mit Leishmaniose behandelt werden. Nach einer Inkubationszeit von zwei bis vier Wochen bilden sich nicht heilende Wunden und Knötchen auf der Haut, die mit Salben behandelt werden. Die größte Gefahr besteht in der Einfuhr von Katzen aus dem Mittelmeerraum. Tierärzte warnen deshalb schon länger.

Wie schädlich ist Shisha-Rauchen für die Mundschleimhaut?

„Shisha-Pfeifen oder Wasserpfeifen haben eine ganz andere Stoffzusammensetzung als klassische Zigaretten“, erklärt der Dermatologe. Dieses Stoffgemisch besteht unter anderem aus Tabak, Holzkohle und Duftstoffen, die sehr reaktionsfreudige, chemische Verbindungen eingehen. Der Mundraum ist mit über 400 verschiedenen Bakterienarten das am vielfältigsten besiedelte Körperteil. Studien haben gezeigt, dass durch die Inhaltsstoffe von Wasserpfeifenrauch, aber auch E-Zigaretten „schlechte“ Bakterien schneller wachsen. Diese als „pathogene“ bezeichneten Bakterienkulturen können dann Entzündungen in der Mundhöhle begünstigen.

Von Tomke Giedigkeit

Das Dresdner Landgericht hat einen neuen Präsidenten: Martin Uebele wurde am Dienstag offiziell in sein Amt eingeführt, genauso wie der neue Leitende Oberstaatsanwalt Klaus Rövekamp. Beide haben viele Stationen in der sächsischen Justiz durchlaufen.

06.03.2018
Lokales Heftiger Streit im Dresdner Rathaus - Lames contra Jähnigen vor dem Arbeitsgericht

Ein Referent wird von seiner Chefin gelobt – und gekündigt. Die Chefin ist Umweltbürgermeisterin Eva Jähnigen, der für die Kündigung verantwortliche Finanzbürgermeister Peter Lames. Eine neue Runde im Streit der beiden ging nun vor das Arbeitsgericht.

06.03.2018

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