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Lokales Gynäkologe vor Gericht: Ist ein Arztfehler Schuld an der Behinderung eines kleinen Jungen?
Dresden Lokales Gynäkologe vor Gericht: Ist ein Arztfehler Schuld an der Behinderung eines kleinen Jungen?
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18:01 23.09.2019
Symbolfoto Quelle: dpa
Dresden

Als die hochschwangere Romy T. am 16. September 2016 gegen 16 Uhr ins Krankenhaus Friedrichstadt gebracht wurde, war die Welt für sie in Ordnung. Sie wusste, dass es eine Steißgeburt werden würde, aber sonst war alles bestens. Als um 21.17 Uhr ihr Sohn geboren wurde, war nichts mehr wie vorher. Das Herz des Kleinen schlug nicht, er musste reanimiert werden und ist geistig und körperlich schwerstbehindert.

„Er liegt auf dem Rücken oder wird getragen, er bewegt zwar Arme und Beine, aber nicht gezielt und kann nicht greifen. Erst konnte er auch nicht schlucken und musste über eine Nasensonde ernährt werden. Aber sonst ist er ein sehr fröhliches Kind“, erzählte die 38-Jährige. Man merkte ihr deutlich an, wie sehr sie alles mitnimmt.

Mandant macht von seinem Schweigerecht Gebrauch

Die Eltern stellten Strafantrag, nachdem ihnen die Krankenkasse mitteilte, dass es sich möglicherweise um einen Behandlungsfehler handelt. Wegen fahrlässiger Körperverletzung steht nun der die Geburt begleitende Gynäkologe vor Gericht. Der Doktor hatte einen Strafbefehl erhalten und Einspruch eingelegt. Vor Gericht wollte er sich am Montag nicht äußern. „Mein Mandant macht von seinem Schweigerecht Gebrauch“, erklärte der Verteidiger.

Laut Anklage kam es während der Steißgeburt zu einem wehensynchronen Herztonabfall des Säuglings. Ein Kaiserschnitt, wie er bei Beckenendlagen empfohlen wird, erfolgte nicht. Statt eines wehenverzögernden Mittel wurde der Frau ein wehenverstärkendes verabreicht. „Als die Ärzte von der Reanimation kamen, sagten sie mir, Schuld sei ein Knoten in der Nabelschnur gewesen“, erinnerte sich die Mutter.

Aufzeichnungskurve der Herztöne Aussetzer – über längere Zeit

Daran kann sich allerdings eine Hebamme, die bei der Geburt dabei war, nicht erinnern. Sie sagte aber aus, dass alle Anwesenden – sie, der Doktor, eine Assistenzärztin und eine weitere Hebamme – die Herztöne des Kindes gehört hätten. „Ich habe den Schallkopf an den Bau der Frau gehalten.“ Nur zeigte die Aufzeichnungskurve der Herztöne Aussetzer und dies offenbar über längere Zeit. Es gibt noch einigen Klärungsbedarf. Der Prozess wird fortgesetzt.

Von Monika Löffler

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