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Lokales Gute Ernährung scheint kinderleicht
Dresden Lokales Gute Ernährung scheint kinderleicht
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17:58 20.02.2019
Mittagessen in der Kita Bramschstraße: Hier darf jedes Kind selbst bestimmen, was auf den eigenen Teller kommt. Quelle: Dietrich Flechtner
Dresden

Bunte Bilder hängen an einer Magnettafel in der Kita „Bramschstraße“ und zeigen den Kindern, was heute auf den Tisch kommt: Fleisch, Kartoffeln, Gemüse und Soße. Das alles steht in getrennten Schüsseln auf dem Tisch, damit jedes Kind selbst entscheiden kann, was es heute zu essen gibt.

„Wir servieren die Komponenten der Gerichte einzeln. So hat jeder die Chance, das wegzulassen, was er nicht essen möchte“, erklärt die Kindertagesstättenleiterin Stefanie Waurig. Mit oder ohne Soße, wenig oder viel Gemüse – das Buffetkonzept stößt auf viel Zuspruch bei den Kleinen. Sehen kann man das unter anderem an zufriedenen Kindergesichtern – und den leeren Tellern.

Seit drei Jahren setzt die städtische Kindertagesstätte die Qualitätsstandards der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) für eine ausgewogenen Kita- und Schulverpflegung um – mit Erfolg. Die Standards empfehlen etwa, wie häufig den Kindern Obst und Gemüse, Kohlenhydrate oder Fleisch serviert werden sollte. Seit 2016 ist dort sogar eine Escapädin im Einsatz, die sich speziell um die Einhaltung der DGE-Ernährungsstandards kümmert.

Individuelle Essensplanung

Ein Mal im Monat schickt der Essensanbieter Escapädin Sandra Marinovic die Essenspläne für die kommenden vier Wochen zu. Marinovic kontrolliert diese anschließend und stellt die Angebote teilweise um. „Vor allem das Vesper-Angebot ändere ich noch oft – das ist meistens einfach zu süß“, erzählt die Kindergärtnerin. Zudem kann sie jedes einzelne Essen in einem Feedback-Bogen bewerten.

Insgesamt 110 Kinder nehmen am Mittagessen und am Vesper teil. Einige Kindergartenkinder werden sogar mit Frühstück verpflegt. Oft würden Eltern nachfragen, warum die Kinder in der Kita Sachsen essen, die sie daheim nicht anrühren. „Wir denken, dass das vor allem an der Buffetform liegt, die wir anbieten. Die Kinder können bei allen Mahlzeiten selbst auswählen, was sie essen möchten und sind aktiv daran beteiligt – das macht ihnen Spaß“, so die Escapädin.

Manchmal füllt sie sogar gemeinsam mit den Kindern die Essenspläne aus – oft kämen da auch individuelle Essenswünsche. Dabei erklärt die Kindergärtnerin oft, warum es eben nicht jeden Tag Nudeln geben kann und bringt den Kindern so die Ernährungsstandards näher.

Gesunde Ernährung kein Regelfall

Dass die Kita „Bramschstraße“ jedoch ein Ausnahmefall ist, zeigt eine Studie des Staatsministeriums für Soziales und Verbraucherschutz: Im Jahr 2018 wurde stichprobenartig die Mittagsverpflegung an Sachsen Kitas und Schulen untersucht.

Laut der Studie sei beispielsweise erkennbar, dass in vielen Kitas fast täglich eine Fleischspeise im Mittagsangebot steht. Außerdem gebe es eine erhebliche Anzahl von Kita-Essensplänen, die keinerlei Obst aufweisen. Auch in den Schulen zeichnet sich ein ähnliches Bild ab: Nur knapp die Hälfte erfüllten die DGE-Obstempfehlung, viele reichten häufig gezuckerte Obstmalzeiten. Bei Fleisch- und Wursterzeugnissen überschritten 96,5 Prozent der ausgewerteten Speisepläne den empfohlenen Maximalwert.

Gesundes Schul- und Kitaessen – unbezahlbar?

„Natürlich darf man nicht vergessen, dass das Einkommensniveau bei der Verpflegung auch eine hohe Rolle spielt“, erzählt Stefanie Waurig. Die Finanzen dürfe man, auch je nach Stadtgebiet, eben nicht außer Acht lassen. In der Kita Bramschstraße kostet das Mittagessen 2,90 Euro, die Vesper und das Frühstück je 80 Cent.

Eine Studie der DGE zu Kosten der Mittagsverpflegung hat nun gezeigt: Auch besseres Schulessen muss nicht viel teurer sein. Laut der Untersuchung könne man ohne große Mehrkosten ein gesünderes Mittagessen erhalten. Dabei sind die Kosten für eine Mittagsmahlzeit nach dem DGE-Qualitätsstandard mit 4 Cent im Vergleich zum jetzigen Durchschnitt nur geringfügig höher. Dieser Unterschied ergebe sich, wenn vor Ort gekocht und im Schnitt 200 Essen ausgegeben werden.

Was Eltern selbst tun können

Mit dem neuen Speiseplan-Check der Kampagne „Macht Dampf!“ des Bundesernährungsministeriums erhalten Eltern eine erste Bewertung der Qualität der Kita oder Schulverpflegung ihres Kindes.

Unter www.macht-dampf.de/check können sie in sieben Fragen beantworten, wie oft welche Lebensmittel in der Kita oder Schule angeboten werden. Nach jeder Antwort erhält man eine kurze Auswertung und erfährt, inwieweit das Angebot dem Qualitätsstandard entspricht. Für den Check benötigt man lediglich den einwöchigen Speiseplan der jeweiligen Einrichtung.

Interessierte können außerdem bei der Vernetzungsstelle Kita- und Schulversorgung Sachsen auf eine Speisenanbieterdatenbankrecherche zugreifen. Dort sind mittlerweile etwa 60 Anbieter sachsenweit gelistet. Man kann dort dann nach Anbietern im Umkreis suchen und diese nach den DGE-Qualitätsstandards filtern. Manuela Sorg von der Vernetzungsstelle betont aber gleich: Nicht mal zehn Speisenanbieter sind sachsenweit offiziell zertifiziert.

Von Annafried Schmidt

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