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Lokales Grüne fordern Radschnellweg von Klotzsche in die Innenstadt
Dresden Lokales Grüne fordern Radschnellweg von Klotzsche in die Innenstadt
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11:06 14.05.2019
Laut einer Studie könnte der Dammweg Teil eines Radschnellwegs von Klotzsche in die Dresdner Innenstadt sein. Quelle: Anja Schneider
Dresden

Schnell und sicher mit dem Fahrrad von Klotzsche in die Dresdner Innenstadt – das wünschen sich immer mehr Anwohner im Dresdner Norden. Das sagt zumindest Grünen-Stadträtin Ulrike Caspary. „Im Dresdner Norden haben wir lange gewartet, jetzt werden wir aktiv“, sagt sie und fordert die Stadtverwaltung in einem Antrag dazu auf, die Machbarkeit eines Radschnellwegs zwischen Klotzsche und Albertplatz zu untersuchen.

Die Königsbrücker Straße ist vielen zu gefährlich

Es gehe dabei nicht nur um die 20.000 Menschen, die im Dresdner Norden lebten, betont Caspary. Auch für die vielen neuen Mitarbeiter, die neue Firmenansiedlungen im ohnehin schon industriestarken Stadtgebiet mit sich brächten, spielte eine gute Radverbindung eine große Rolle. „Und die gibt es hier einfach nicht“, sagt Caspary.

Stadträtin Ulrike Caspary (Grüne) Quelle: Dietrich Flechtner

Die Stadträtin muss es wissen, sie selbst pendelt täglich über die Königsbrücker Straße in die Innenstadt. „Die ist für die meisten aber viel zu gefährlich“, betont Caspary und verweist auf fehlende Radwege, marode Fahrbahnen und Engstellen. Ob der Ausbau, der ohnehin noch Jahre auf sich warten lasse, die viel befahrene Strecke für Pendler attraktiver machen werde, lässt sie offen. Das müsse die Machbarkeitsstudie erbringen, sagt sie.

Dabei gibt es zu einem Radschnellweg schon eine Untersuchung, die 2014 als Abschlussarbeit an der Technischen Universität Dresden entstanden ist. Sie führt Radler vom Bahnhof Neustadt über den Dammweg, die Elisabeth-Boer-Straße, teils die Magazinstraße und dann durch bewaldetes Gebiet nach Klotzsche – so der Vorschlag.

Eine Brücke über die Stauffenbergallee?

Es gebe durchaus Zweifel, ob das so machbar ist, etwa weil die Stauffenbergallee irgendwie gequert werden muss. Da Radschnellwege nicht nur vier Meter breit, sondern auch weitestgehend kreuzungsfrei sein sollen, müsste dafür wohl eine Brücke gebaut werden. Außerdem wird die Routenführung oberhalb der Elisabeth-Boer-Straße kompliziert. Die Magazinstraße hat ein für Radfahrer untaugliches Pflaster, nördlich davon müsste eine Trasse an den Hellerbergen gefunden werden.

Für Caspary geht es zudem mit ihrer Initiative ausdrücklich nicht darum, Radwege an der Königsbrücker Straße durch eine parallele Wegführung zu ersetzen. Auf dem Schnellweg fahren Pendler, die schnell in die Stadt wollen, sagt sie. „Auf der Königsbrücker sind dagegen Menschen unterwegs, die dort ihr Ziel haben und etwas erledigen wollen.“ Sie geht davon aus, dass beide Angebote ihre Nutzer finden würden, wenn sie nur einmal da wären. Durch Fahrräder mit elektrischem Hilfsmotor spiele das ansteigende Gelände kaum noch eine Rolle. „Es geht in erster Linie um die Sicherheit.“

Sachsen plant Schnellwege zwischen Städten

Der Freistaat hat landesweit bereits elf Korridore für Radschnellwege untersucht. Darunter versteht die Landesregierung vor allem Pendlerrouten, die mehrere Kommunen meist mit einer Großstadt verbinden, wie Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) am Montag im Rahmen des Nationalen Fahrradkongresses in Dresden erläuterte.

Solche Routen sind von Pirna über Heidenau nach Dresden und von Coswig über Radebeul in die Landeshauptstadt vorgesehen. Im Norden wird ein Radschnellweg von Radeberg und im Westen eine von Freital nach Dresden vorgeschlagen. Eine innerstädtische Route, die die nördlichen Stadtteile besser anbindet, ist nicht unter den elf Korridoren, für die nun laut Kretschmer die Planung vorangetrieben werde.

Caspary ficht das nicht an. Der Freistaat habe eine 75-prozentige Förderung für Radschnellwege in Aussicht gestellt – anders als bei Straßeninfrastrukturvorhaben ist noch Geld in diesem Fördertopf. „Es ist an der Zeit, schnell etwas für eine Verbesserung zu tun“, sagt Caspary.

Von Uwe Hofmann

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