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Lokales Grüne-Stadtrat will Eiche in der Dresdner Neustadt vor Fällung bewahren
Dresden Lokales Grüne-Stadtrat will Eiche in der Dresdner Neustadt vor Fällung bewahren
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13:23 12.06.2019
Grünen-Stadtrat Torsten Schulze sorgt sich nicht nur um die alte Eiche an der Kamenzer Straße. Quelle: Dietrich Flechtner
Dresden

Sommer in der Stadt ist meist eine sehr stickige und heiße Angelegenheit. Die Dresdner Neustadt gehört zu den Stadtteilen, die im Sommer mit Überhitzung zu kämpfen haben. Grüne Oasen wie der Alaunpark oder auch Bäume auf privaten wie öffentlichen Grundstücken sind da Gold wert. Eine solche kleine Oase scheint nun in Gefahr zu sein. Das befürchtet zumindest Grüne-Stadtrat Torsten Schulze.

Genauer gesagt geht es um eine alte Eiche, die an der Kamenzer Straße zwischen der Hausnummer 41 und 45 seit geschätzt einhundert Jahren auf ei­nem Privatgrundstück wächst und gedeiht.

Die Landesdirektion entscheidet pragmatischer

Laut Schulze gehört das Grundstück einer Erbgemeinschaft, die das Areal nun verkaufen will. „Würde der Baum da nicht stehen, wäre es längst verkauft“, ist sich Schulze sicher. Doch so einfach lässt sich die Eiche nicht beseitigen. Das bestätigt Wolfgang Socher, Chef des Dresdner Umweltamtes. Der Baum mit seinem Stammumfang von 2,10 Meter erfülle die Ziele der Gehölzschutzsatzung und gilt damit als geschützt. Eine Ausnahme wäre, wenn die Eiche krank wäre oder eine Bebauung des Grundstückes grundsätzlich verhindere. Dies sei aber hier aber nicht der Fall, bestätigt Socher.

Die Gefahr, dass auch dieser Baum der immer dichter werdenden Bebauung der Neustadt zum Opfer fällt, ist für Schulze trotzdem nicht gebannt. „Wenn die Fällung von der Stadtverwaltung nicht genehmigt wird, kann der neue Ei­gentümer Widerspruch einlegen und dann kümmert sich die Landesdirektion darum. Und die sind nach unserer Erfahrung in solchen Fällen pragmatischer“, sagt Schulze.

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Mit großer Sorge verfolgt er das Baugeschehen in der Neustadt. Der letzte Schutz vor der völligen Verdichtung ist laut Schulze die Satzung des Sanierungsgebietes. Doch dieses soll 2020 aufgehoben werden. Danach kann nur noch eine Veränderungssperre Grundstücke wie das an der Kamenzer Straße vor einer Bebauung schützen, welche im Stadtrat beschlossen werden müsste.

„Mehr Mut zur (Bau-)Lücke!“

Nach und nach verschwinden in der Neustadt die freien Flächen: So stehen auf dem Gebiet des einstigen Lustgartens heute neue Mehrfamilienhäuser, auf der Alaunstraße ne­ben dem ehemaligen Espitas wurde die Lücke ebenfalls mit einem Wohnhaus geschlossen und an der Görlitzer Straße vor dem Abenteuerspielplatz Panama ist bereits die Baugrube für 37 neue Eigentumswohnungen ausgehoben.

Die Überhitzung ist schon längst Realität und lässt sich laut Umweltamtschef Socher kaum rückgängig machen. „Wir brauchen die Bebauung aufgrund des Bevölkerungswachstums. Doch allmählich werden Investoren auch etwas sensibler und offener, beispielsweise für Fassaden- oder Dachbegrünungen. Das ist aber ein sehr langer Prozess“, sagt Socher. Um einen Anreiz zu schaffen, hat die Stadt nun einen kleinen Wettbewerb zur Dach- und Fassadenbegrünung mit dem Namen „Dresden baut grün“ ausgelobt. Gesucht wird das schönste Gründach sowie die schönste Fassadenbegrünung. Beides verbessert das Mikroklima und reduziert gleichzeitig Lärm.

Verschwinden in der Neustadt weitere Baulücken, sind die Folgen im wahrsten Sinne des Wortes heiß. Weniger Durchlüftung, mehr Aufheizung, weniger Lebensqualität – dieses Szenario will Stadtrat Schulze verhindern und appelliert an Stadt und Investoren: „Mehr Mut zur (Bau-)Lücke! Wir müssen zeigen, dass die Neustadt an ihre Grenzen stößt.“

Mehr Infos und Teilnahmebedingungen für „Dresden baut Grün“ unter www.dresden.de/bautgruen

Von Lisa-Marie Leuteritz

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