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Lokales Greta Wehner mit 93 Jahren in Dresden verstorben
Dresden Lokales Greta Wehner mit 93 Jahren in Dresden verstorben
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17:37 28.12.2017
Greta Wehner neben einem Plakat mit ihrem verstorbenen Ehemann.  Quelle: Archiv/Paul Glaser
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Dresden

Greta Wehner ist tot. Das geht aus einem Nachruf der Herbert-und-Greta-Wehner-Stiftung in Dresden hervor. Demnach verstarb Greta Wehner am Sonnabend, dem 23. Dezember, nach kurzem Klinikaufenthalt, in Dresden. Die Gründerin der Herbert-und-Greta-Wehner-Stiftung, die seit 1996 in der sächsischen Landeshauptstadt gelebt hatte, wurde 93 Jahre alt.

Christoph Meyer, Vorsitzender der Stiftung, erklärt dazu: „Greta Wehner hat ein langes, mühevolles und erfülltes Leben ge­habt. Sie war eine in besonderem Maße ver­antwortlich denkende und handelnde über­zeugte demokratische Staatsbürgerin. ‚Selb­ständiges Politisches Denken‘ fördern, so umschrieb sie politische Bildung im Sinne von Herbert Wehner, den Zweck unserer Stif­tung. Wir verlieren eine treue und für­sorgli­che Freundin, eine kluge und hilfsbereite Ratgeberin. Greta Wehner bleibt in unseren Herzen, ihr Wirken ist unser Vorbild.“

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"Mit Greta verliert die sächsische Sozialdemokratie nicht nur eine langjährige Freundin und Förderin, sondern einen kritischen Geist, der den Weg der SPD in Sachsen in den vergangenen Jahren mit großer Tatkraft und glühendem Eifer begleitete. Ihr Abschied hinterlässt uns in tiefer Trauer, aber auch in Dankbarkeit, ob ihres erfüllten Lebens. Ihr Engagement für politische Bildung in Sachsen war vorbildlich und sinnprägend für Viele. Mit ihr verlieren wir eine überzeugte und überzeugende Demokratin. Greta Wehner wird der sächsischen Sozialdemokratie fehlen“, sagte Sachsens SPD-Chef und Wirtschaftsminister Martin Dulig.

"Mit ihrer offenen und direkten Art hat sie die sächsische SPD mehr als zwei Jahrzehnte mit geprägt. Ihr unermüdliches Engagement Demokratie zu fördern und das Erbe von Herbert Wehner zu bewahren ist ein wichtiger Baustein in der neueren Geschichte des Freistaates Sachsen. Mit Greta verlässt uns ein engagiertes SPD-Mitglied, eine treue Wegbegleiterin und ein herzlicher, offener und warmer Mensch. Die Dresdner SPD wird ihr Andenken in Würde bewahren.“, so Richard Kaniewski, Vorsitzender der SPD Dresden."

"Greta Wehner nahm trotz ihres hohen Alters bis zuletzt regen Anteil an der Arbeit unseres Ortsvereins. Zwar konnte sie ab einer gewissen Zeit nicht mehr an unseren Veranstaltungen teilnehmen, aber auf Einladungen hat sie stets handschriftlich geantwortet, das politische Tagesgeschäft regelmäßig kommentiert und Hilfe gegeben, wenn sie nötig wurde. Wir sind stolz, dass Greta in den letzen Jahren ihres Lebens Teil der SPD in Dresden-Prohlis war. Sie war für uns alle eine beeindruckende Persönlichkeit, eine starke Frau, die beinah Ihr gesamtes Leben ins Zeichen von Politik und Demokratie und Gemeinwohl gestellt hat", so Dorothée Marth, Vorsitzende der SPD Dresden-Prohlis.

Greta Wehner war am 31. Oktober 1924 in Harxbüttel bei Braunschweig zur Welt gekommen. Ihre Mutter Lotte Burmester lernte nach der Flucht vor den Nazis nach Schweden 1944 den Politiker Herbert Wehner (Dresden 1906 – 1990 Bonn) kennen, mit dem sie nach Kriegsende 1946 nach Ham­burg zurückkehren konnte. Greta Burmester siedelte 1947 ebenfalls nach Hamburg über und trat im gleichen Jahr in die SPD ein. Später wurde sie zur rechten Hand des Politikers Wehner, der bis 1983 Vorsitzender der SPD-Bundestagsfraktion war. Lotte Wehner, Gretas Mutter, war 1979 gestorben. Nachdem er aus dem Bundestag ausge­schieden war, heirateten Herbert Wehner und Greta Burmester am 16. Mai 1983 in Bonn. Nach Wehners Tod 1990 zog Greta Wehner im Juni 1996 von Bonn nach Dresden um. Greta Wehner sei bis ins hohe Alter eine „scharfsinnige Beobachterin“ des Geschehens um sie herum und in der Welt geblieben, hieß es im am Mittwoch veröffentlichten Nachruf der 2003 von ihr gegründeten Herbert-und-Greta-Wehner-Stiftung. Und – das sei ihr besonders wichtig gewesen – sie lebte, bis fast zuletzt, selbstbestimmt.

Von Ingolf Pleil