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Lokales Globalfoundries fängt sich wieder
Dresden Lokales Globalfoundries fängt sich wieder
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11:11 07.06.2019
Der Hersteller elektronischer Geräte stellt neue Leute ein und hat nach langem Ringen auch Kunden im Automobilsektor gewonnen. Quelle: Jürgen M. Schulter
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Dresden

Nach Personalabbau und Kurzarbeit fängt sich das Dresdner Chipwerk von Globalfoundries (GF) langsam wieder: Das Unternehmen stellt neue Leute ein und hat nach langem Ringen auch Kunden im Automobilsektor gewonnen, für die die Dresdner Radar-, Bilderkennungs- und Unterhaltungselektronik-Chips herstellen. „Derzeit haben wir 50 offene Stellen zu besetzen und die Auslastung steigt“, sagte GF-Sprecher Jens Drews auf Nachfrage. Die genaue Auslastung der über 50 000 Quadratmeter Reinraum umfassenden Großfabrik wollte er allerdings nicht nennen.

Hintergrund: GF hatte sich ab 2015 schrittweise aus dem Rennen um immer schnellere Prozessoren und kleinere Chipstrukturen verabschiedet. Der Konzern rüstete seine Dresdner Fabrik auf eine Spezialtechnologie um, mit der besonders energieeffiziente Chips hergestellt werden können. Lange Zeit hatten die Dresdner aber Probleme, Anwender für diese „FD-SOI“ oder auch „FDX“ genannte Chiptechnologie zu finden. Die Fabrik verlor Aufträge von der einstigen Mutter AMD und anderen Kunden.

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Bis Februar 2019 Kurzarbeit für die Belegschaft

Nachdem ein Großauftrag wegbrach, verordnete GF Mitte 2018 der Belegschaft Kurzarbeit, die bis zum Februar 2019 dauerte. In mehreren Phasen reduzierte das Unternehmen zudem die Belegschaft in Dresden um 300 Köpfe: von 3400 auf nun rund 3100 Mitarbeiter – weitgehend ohne Kündigungen, wie Drews betonte. Nun gehe es aber wieder vorwärts, bald werde das Werk wieder etwa 3200 Beschäftigte haben.

Ein Grund für den zarten Aufwärtstrend ist aus Sicht der GF-Manager auch der Einstieg in die Automobilelektronik: „Wir haben die ersten drei Kunden aus diesem Sektor gewonnen, zum Jahresende werden es fünf sein“, teilte Oliver Aubel mit, der in der Dresdner Fabrik für das Automobil-Programm zuständig ist. Die ersten Chips aus dieser neuen Produktlinie würden in deutschen und japanischen Oberklasse-Autos eingebaut.

Globalfoundries füllt Marktlücke

In fünf Jahren, so schätzt Aubel, werde dies für eine echte Massenproduktion im Dresdner Werk sorgen und Abnehmer aus diesem Sektor etwa ein Viertel der Jahresproduktion ausmachen. Daneben will GF Dresden weiter Spezialchips bauen, die andere Hersteller dann letztlich in Smartphones, Haushaltsgeräten und anderen Technikprodukten installieren.

Oliver Aubel ist in der Globalfoundries-Fabrik für das Automobil-Chipprogramm zuständig. Hier zeigt er einen Wafer mit Chips für die Autoindustrie. Quelle: Heiko Weckbrodt

Kunden wie Avi Bauer sind überzeugt davon, dass Globalfoundries mit dem Schwenk zur FD-SOI-Technologie eine Marktlücke gefüllt hat. „Für uns ist das genau das Richtige“, sagt er. Bauer ist Forschungs-Vizepräsident des jungen israelischen Unternehmens „Arbe Robotics“, das neuartige Radarsysteme mit großer Reichweite für die autonomen Autos der nächsten Generation aus Deutschland und China entwickelt.

Bis sich solche ersten Kleinserien in eine Großserienproduktion verwandeln, brauchen GF und dessen arabische Eigentümer noch langen Atem: Fünf Jahre lang müssen solche Chips Zuverlässigkeits-Tests und Zertifizierungs-Prüfungen bestehen, bevor sie massenhaft in Autos verbaut werden können. Dann allerdings könnte dieses neue Kundensegment die Dresdner Fabrik auf stabilere Füße als bisher stellen: Anders als die schnelllebige PC- und Smartphone-Industrie beispielsweise rechnet die Autoindustrie in Produktzyklen von Dekaden. Sprich: Wo GF einmal einen Fuß in der Tür hat, könnten sich für 10 bis 15 Jahre Folgeaufträge ergeben.

Von Heiko Weckbrodt

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