Globalfoundries Dresden will Mikroelektronik-Arbeitgeberverband
Menü
Dresdner Neueste Nachrichten | Ihre Zeitung aus Dresden
Anmelden
Lokales Globalfoundries will einen Mikroelektronik-Arbeitgeberverband
Dresden Lokales Globalfoundries will einen Mikroelektronik-Arbeitgeberverband
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
21:02 10.03.2020
Die Gewerkschaften wollen Globalfoundries Dresden einen Haustarifvertrag abtrotzen. Die Plakate sind schon platziert, am Mittwoch wird gestreikt. Quelle: Heiko Weckbrodt
Anzeige
Dresden

Als „unverantwortlich“ hat Globalfoundries (GF) die Ankündigung der Gewerkschaft bezeichnet, die Produktion im Dresdner Chipwerk stilllegen zu wollen. Der Standort habe sich nach schwierigen Zeiten der Kurzarbeit in den vergangenen zweieinhalb Jahren gerade erst wieder stabilisiert, betonte Geschäftsführer Thomas Morgenstern. Und nun komme die Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IGBCE) Nordost und wolle am Mittwoch mit einem Warnstreik die Fertigung lahmlegen.

„In der Mikroelektronik geht es nicht so wie zum Beispiel in einer Waschmittelfabrik, wo man auf den Stoppschalter drückt und nach dem Streik wieder loslegt“, sagte der Standortchef. „Wenn wir unsere Maschinen ausschalten müssten, dann wäre das für immer.“

Anzeige

Morgenstern möchte nun am liebsten für künftige Tarifverhandlungen einen eigenen Mikroelektronik-Arbeitgeberverband für Sachsen gründen. „Als Keimzelle könnten wir uns einen Verbund von Globalfoundries, Infineon, X-Fab und der Halbleitersparte von Bosch vorstellen“, sagte der Dresdner GF-Personaldirektor Olaf Drillisch-Saathoff.

Die Branche reagierte darauf wenig enthusiastisch. „Der Vorschlag ist uns bekannt“, sagte X-Fab-Sprecherin Uta Steinbrecher auf DNN-Anfrage. „Wir wollen uns aber nicht dazu äußern.“ Ablehnend war die Reaktion bei Infineon: „Für uns ist das kein Thema“, erklärte Standortsprecher Christoph Schumacher. „Wir sehen darin keinen Vorteil für uns.“ Bosch kommentierte den Vorschlag am Dienstag nicht.

Von Heiko Weckbrodt

Anzeige