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Lokales Weiße Flotte vor dem Aus? Jetzt entscheiden die Gesellschafter
Dresden Lokales Weiße Flotte vor dem Aus? Jetzt entscheiden die Gesellschafter
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20:45 31.07.2019
Auch wenn die Elbe derzeit Niedrigwasser führt, sind die Schaufelraddampfer der Weißen Flotte unterwegs. Quelle: Sebastian Kahnert/dpa
Dresden

Zwei Tage vor der schicksalhaften Gesellschafterversammlung hat sich die Chefin der Sächsischen Dampfschiffahrt, Karin Hildebrand, mit einem Appell an die Öffentlichkeit gewandt. „Es geht um Arbeitsplätze – und einen Dresdner Schatz“, sagt sie. Mit anderen Worten: um den Fortbestand der Weißen Flotte in Dresden.

Rückblende: Bereits vor drei Wochen hat Hildebrand den mehr als 500 Gesellschaftern einen Plan präsentiert, wie die älteste und größte Schaufelraddampferflotte der Welt in sicheres Fahrwasser gebracht werden kann. Die Weiße Flotte hat mit Niedrigwasser zu kämpfen. Zwar sind gerade die historischen Dampfer soweit umgebaut, dass sie auch bei den derzeit niedrigen Pegelständen zum Einsatz kommen können. Dennoch fehlen Einkünfte, etwa weil weniger Passagiere auf das Schiff gelassen werden können oder bestimmte Anlegestellen und damit Routen ausfallen. 30 Prozent weniger Fahrgäste kamen so 2018 im Vergleich zum Vorjahr aufs Schiff, der Umsatz sank um 2,2 Millionen Euro, unter dem Strich blieb ein Minus 800 000 Euro. Das sorgt ohnehin für Unmut unter den Anteilseignern, weil die in den 1990er Jahren noch üppig sprudelnden Gewinnausschüttungen zuletzt ausblieben.

Genau die will Karin Hildebrand nun aber auf unbestimmte Zeit aussetzen und mehr noch. Die Anteilseigner sollen sowohl auf die Ausschüttungen als auch auf gewinnunabhängige Zahlungen verzichten. Auf diese Weise soll Geld zusammenkommen, das in die arg gebeutelte Dampfschiffahrt-Gesellschaft gesteckt wird, um „Liquidität aufzubauen“, wie Hildebrand mitteilt. Dem Vernehmen nach soll auf diese Weise eine Summe von zwei Millionen Euro zusammenkommen.

Das ist allerdings nur die eine Hälfte des Plans: Denn der Verzicht der Gesellschafter ist die Voraussetzung dafür, dass weiteres Geld von Banken und vom Freistaat fließt. Zwei Millionen Euro würde der Freistaat über die Sächsische Aufbaubank beisteuern, heißt es. Die Sprecherin des Sächsischen Finanzministeriums, Sandra Jäschke, bestätigt diese Verfahrensweise, nicht aber die Höhe der Zahlung. Es würden Kredite „entsprechend der einschlägigen Förderprogramme“ vergeben.

Deutlicher wird Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU). „Es ist ein gutes Signal, dass es die Schiffe der Sächsischen Dampfschiffahrt noch gibt. Wir werden alles tun, dass es so bleibt. Das verspreche ich“, sagte er bei einem Wahlkampfauftritt am Mittwochnachmittag im Schillergarten.

Das Geld vom Freistaat wird gebraucht, um die Weiße Flotte für die Zukunft zu rüsten. Denn auch künftig werden Niedrigwasserperioden erwartet, was neben ohnehin fälligen Umrüstungen weitere Umbauten nötig macht. Außerdem will man sich neue Standbeine suchen, sobald die Dampfschiffahrt aus dem Gröbsten raus ist.

Die Gesellschafter stehen also vor der Wahl: Auf Geld verzichten und den Betrieb fortsetzen oder ein Ende mit Schrecken. Vor drei Wochen gab es für Hildebrands Plan keine Mehrheit, auch wenn die Abstimmung knapp gewesen sein soll. Da stand auch noch ein Vorschlag im Raum, die Flotte zu verkaufen – und damit abzuwickeln. Das wollen Dampfschiffahrt und Freistaat verhindern. In einer nichtrepräsentativen Umfrage auf dnn.de sprachen sich auch 81 Prozent der 3243 Teilnehmer dagegen aus.

Jetzt gibt es den nächsten, vielleicht letzten Rettungsversuch. Sie sei zuversichtlich, lässt Karin Hildebrand verlauten. „Gemeinsam mit unseren Mitarbeitern und Partnern haben wir alles für einen langfristigen Erhalt der Weißen Flotte getan“, sagt sie. „Jetzt ist es an den Gesellschaftern, ihren Teil beizutragen und eine kluge Entscheidung zu treffen.“

Von Uwe Hofmann

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