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Lokales Gericht verurteilt Geldfälscher zu Bewährungsstrafe
Dresden Lokales Gericht verurteilt Geldfälscher zu Bewährungsstrafe
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09:32 26.11.2018
Auch eine Dresdner Firma wurde Opfer eines solchen Rip-Deals. Quelle: Uli Deck/dpa
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Dresden

Ganoven werden immer erfinderischer, um arglose Opfer abzuzocken. Den Enkel-Trick kennt jeder, Rip-Deals sind weniger bekannt. Slobodan M. und Dragan N. gehören zu einem international agierenden Roma-Clan, der sich auf diese Art erhebliche Summen ergaunerte. Sie mussten sich wegen Betrug vor dem Amtsgericht verantworten.

Den Opfern, die meist Käufer oder Investoren suchen, werden Scheingeschäfte angeboten, die immer im Ausland abgewickelt werden. Die potenziellen Kunden werden in Nobelhotels eingeladen, Unkosten von den angeblich seriösen und „reichen“ Geschäftspartnern bezahlt, die mit unzähligen Aliasnamen agieren. Dann wird auf einen Währungstausch (gern Euro in Schweizer Franken) hingewiesen, ohne den das eigentliche Geschäft nicht stattfinden kann, und den Opfern erhebliche Gewinne versprochen. Die reisen dann erneut ins Ausland. Im Gepäck: ein Koffer voller Geld. Im Tausch gibt es aber nur Blüten. Wird der Betrug bemerkt, sind die Gauner weg.

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Unisterchef Wagner wurde ebenfalls Opfer

Auch eine Dresdner Firma wurde Opfer eines solchen Rip-Deals. Sie fuhren mit 30.000 Euro nach Mailand und bekamen statt einer stolzen Summe Schweizer Franken nur „Spielgeld“ und erstatteten Anzeige. Ins Visier der Ermittler geriet bald Slobodan M., der bei mindestens sechs Rip-Deals mitgemischt haben soll, auch wenn nicht alle klappten.

Der 44-Jährige räumte die Vorwürfe ein und wurde zu einem Jahr und zehn Monaten, ausgesetzt zur Bewährung, verurteilt. Zudem wurden 50.000 Euro als Wertersatz eingezogen, die er bereits hinterlegt hat. Dragan N. – angeklagt war nur ein Fall – kassierte ein Jahr auf Bewährung und muss 23.000 Euro zahlen.

Ermittelt wurde in viel mehr Fällen, aber der Nachweis ist schwierig. Viele Opfer können die Betrüger nicht genau identifizieren, einige zeigen die Sache gar nicht erst an. Prominentestes Rip-Deal-Opfer soll der tödlich verunglückte Unister Chef Thomas Wagner gewesen sein.

Von Monika Löffler