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Lokales Gerhart Baum: Dresden ist nicht „Pegida“
Dresden Lokales Gerhart Baum: Dresden ist nicht „Pegida“
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09:15 13.02.2020
Gerhart Baum erlebte die Luftangriffe auf Dresden am 13. und 14. Februar 1945 als 13-Jähriger mit. Quelle: Ina Fassbender/dpa/Pool
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Dresden

Der aus Dresden stammende Ex-Bundesinnenminister und FDP-Politiker Gerhart Baum ist besorgt über nationalistische Tendenzen in seiner Heimatstadt. „Dieses Völkische, dieses arrogant Nationalistische, diese Ausgrenzung Anderer, das macht mir wirklich Angst“, sagte er zum 75. Jahrestag der Zerstörung der Elbestadt der Deutschen Presse-Agentur. „Es bestürzt mich, dass Dresden heute doch starke Elemente hat, die mich an das völkische Gedankengut erinnern, das mir damals eingetrichtert wurde.“ Aber es gebe auch viele wirklich demokratisch gesinnte Menschen: „Dresden ist nicht Pegida“.

Trauma statt Fasching

Baum, Jahrgang 1932, erlebte die Bombennacht als 13-Jähriger. Sie habe eine Traumatisierung hinterlassen, „wie ich erst spät feststellte“. Die Erinnerung werde immer wieder wach, wenn er zurückkehre. Das im Vergleich zu anderen Städten kurze Bombardement an nur zwei Tagen empfand Baum als besonderen Schock: Dresden sei zwar nicht frei von Auswirkungen des Krieges, aber „immer noch eine Idylle“ gewesen. Er hatte sich am Abend die Sachen für Fasching herausgelegt: ein Schornsteinfeger-Kostüm.

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Dresden gedenkt alljährlich am 13. Februar der Zerstörung seines Zentrums durch alliierte Bombenangriffe, bei denen bis zu 25 000 Menschen starben. „Es gibt in Dresden speziell eine bestimmte Opfermentalität, die ist absolut falsch“, sagte Baum. Viele Städte seien zerstört worden – „es war ein verbrecherischer Angriffskrieg“.

Von dpa

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