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Lokales Geldstrafe nach Zickenkrieg: Raue Sitten zwischen noblen Kleidern
Dresden Lokales Geldstrafe nach Zickenkrieg: Raue Sitten zwischen noblen Kleidern
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08:46 28.10.2018
Katja P. wurde zu einer Geldstrafe von 100 Tagessätzen à 40 Euro verurteilt. Quelle: picture alliance / dpa
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Dresden

Offiziell war der Nobelladen für Fest- und Abendkleider in der QF-Passage an der Wilsdruffer Straße noch gar nicht eröffnet, da ging es schon hoch her. Zwei Verkäuferinnen bekamen sich Ende Mai 2017 dort richtig in die Wolle und dies hatte nun ein Nachspiel vor Gericht.

Katja P. soll Olga M. einen Schal aus kurzer Distanz um die Ohren und ins Gesicht geschlagen und ihr hinterher noch einen Faustschlag an die Schulter versetzt haben. Es folgte großes Gejammer. Olga M. klagte über Schmerzen. Katja P. flog aus dem Laden und bekam dafür einen Platz auf der Anklagebank.

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Keine Kompromisse zwischen Abend- und Brautkleidern

Das stimmt alles nicht, so die 39-Jährige, im Gegenteil: Olga M. habe sie geschlagen. „Ich hatte sie gebeten, mir beim Aufhängen der Schals an den Kabinen zu helfen, sie wollte nicht, weil ich ihr nichts zu befehlen hätte und dann schlug sie mir mit der flachen Hand ins Gesicht. Ich war total geschockt.“ Die Rötung im Gesicht ließ sie in der Passage fotografieren. An die Watsche kann sich Olga M. nicht erinnern „Ich habe sie nicht berührt.“

Die eine war geschockt, die andere erschrocken – aber wer hat da denn nun wen verhauen? Direkte Zeugen für die körperlichen Attacken gibt es nicht. Aber Olga M. wurde zwei Monate krank geschrieben, sie war nicht arbeitsfähig. Deshalb verlor auch sie in ihren Job, genau wie die Angeklagte. Etwas weniger Zickenkrieg und sie würden vielleicht beide noch heute zwischen Abend- und Brautkleidern wandeln.

Katja P. musste sich zudem wegen Ladendiebstahls verantworten. Sie hatte bei Douglas in der Altmarktgalerie eine Kosmetik-Probe mitgehen lassen und wurde erwischt. 15 Milliliter einer speziellen Pflegecreme von Estée Lauder für – Männern würde es glatt die Sprache verschlagen – satte 75 Euro.

„Der Tester war nicht mehr voll“, argumentierte die Angeklagte. Aber geklaut ist eben geklaut. Und die 39-Jährige hat das nicht zum ersten Mal getan, sie ist einschlägig vorbestraft. Als Verkäuferin sollte sie eigentlich wissen, wie ärgerlich Ladendiebstähle sind. Das machte unterm Strich eine Geldstrafe von 100 Tagessätzen à 40 Euro.

Von Monika Löffler