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Lokales Geld für die Busmannkapelle
Dresden Lokales Geld für die Busmannkapelle
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08:08 14.05.2019
Frohe Gesichter: Arend Fleming, Gerhard Glaser und Harald Bretschneider von der Bürgerstiftung erhielten den Zuwendungsbescheid von Kunstministerin Eva-Maria Stange und Finanzminister Matthias Haß (v. l.). Quelle: Dietrich Flechtner
Dresden

Die Bauarbeiten zur Errichtung der Gedenkstätte Busmannkapelle für die evangelische Sophienkirche am Postplatz können fortgesetzt werden. Möglich geworden ist dies dank eines kräftigen Fördermittelschubs. Mit weiteren 874.000 Euro unterstützt der Freistaat das Projekt. Das Geld entstammt dem Vermögen der SED sowie weiterer Parteien und Massenorganisationen der DDR. Sie hatten es über Scheinfirmen auf Schweizer Banken transferiert. Der Bund erstritt die Herausgabe dieses Geldes in einem jahrelangen Prozesse vor Gericht. Nun wird es in den ostdeutschen Bundesländern verteilt.

Haustechnik, Türen, Toiletten, Fußböden

In Sachsen, das 62 Millionen Euro davon bekam, geht es an mehrere Gedenkstätten, wie Finanzminister Matthias Haß (CDU) erläuterte. Rechnet man die Summe aus dem sogenannten Mauerfond hinzu, unterstützt der Freistaat die Busmannkapelle mit insgesamt mehr als zwei Millionen Euro.

Mit dem Geld können nun Handwerker beauftragt werden, den Innenausbau fertigzustellen. Eingebaut werden müssen unter anderem Haustechnik, Türen, Toiletten im Untergeschoss und Fußböden im Erdgeschoss, wie Architekt Michael Athenstaedt sagte, der die Arbeiten leitet. Wann die Arbeiten abgeschlossen werden, ließ er offen.

Sachsens Wissenschafts- und Kunstministerin Eva-Maria Stange (SPD) hob die besondere Bedeutung der Gedenkstätte hervor. Sie sei ein Ort des Nachdenkens in zeitgemäßer Anmutung. Harald Bretschneider, Oberlandeskirchenrat im Ruhestand, der sich seit Jahren in der Fördergesellschaft und in der Bürgerstiftung für die Gedenkstätte einsetzt, bezeichnete sie als „Erinnerungsraum gelebter Geschichte und Lernort von Lebensweisheit in unserer Zeit“.

Kunststein und Originalteile

Sie erinnert an die seit dem 13. Jahrhundert errichtete, 1945 zerstörte und 1963 als Ruine abgerissene gotische Sophienkirche; außerdem an den Missbrauch von Macht sowie an die Toten aller Kriege, darunter an die Opfer der Bombenangriffe vom Februar 1945. Geschichte solle hier besonders der jüngeren Ge­neration dargestellt, Zusammenhänge gezeigt, an christliche Werte erinnert und Versöhnung gelebt werden, so Bretschneider.

Dafür stehe die Transparenz der Glashülle. Sie stellt eine Neuerung im Bauwesen dar, wie Gerhard Glaser von der Bürgerstiftung Dresden erläuterte, die als Bauherr fungiert. „Es ist eines der ersten Bauwerke, wo allein Glas eine selbsttragende Funktion hat.“ Ingenieure aus ganz Deutschland kämen hierher, um sich darüber zu informieren.

Die Hülle aus Glas trägt sich selbst. Quelle: Dietrich Flechtner

Im Inneren des Glaskubus ist in einer Kombination von modernem Kunststein und Originalteilen die 1400 an die Sophienkirche angebaute Busmannkapelle nachgebildet. Zu den Originalen gehören über 600 Jahre alte Konsolbüsten von Bürgermeister Lorenz Busmann und seiner Frau.

Die Kosten für die Gedenkstätte sind auf rund 3,5 Millionen Euro gestiegen. Als Hauptgrund nannte Gerhard Glaser die lange Dauer der Bauarbeiten. Sie hatten 2008 begonnen und waren immer wieder ins Stocken geraten. Förderverein und Landeskirche beteiligen sich an der Finanzierung mit etwa 580.000 Euro, in denen rund 300.000 Euro an Spenden stecken; die Stadt Dresden mit 830.000 Euro.

Von Tomas Gärtner

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