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Lokales Geläutert vor Gericht – Rüpelrader entschuldigt sich
Dresden Lokales Geläutert vor Gericht – Rüpelrader entschuldigt sich
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17:37 25.02.2020
Bei der Berufungsverhandlung am Montag saß ein geläuterter Andreas D. vor dem Landgericht (Symbolbild). Quelle: dpa/Peter Steffen
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Dresden

Der Weg zur Erkenntnis – vor allem zur Selbsterkenntnis – kann mitunter lang sein. Andreas D. zum Beispiel brauchte seine Zeit bis ihm aufging, dass nicht die anderen, sondern er sich wie die Axt im Walde benommen hat. Das hätte der 50-Jährige auch eher merken können – er ist immerhin Richter. Nicht in Sachsen, sondern in Brandenburg und er ist auch kein Strafrichter, sondern in einem anderen Bereich tätig, was die Sache nicht besser macht.

Neuer Anwalt, neue Einstellung

Ein Rückblick: Im April 2019 wurde Andreas D. zu einer Geldstrafe von 50 Tagessätzen à 140 Euro verurteilt. Das Dresdner Amtsgericht sah es als erwiesen an, dass er im Juli 2018 mit seinem Rad durch eine Fußgängergruppe auf dem Fuß- und Radweg an der Waldschlößchenbrücke gebrettert war. Dabei überfuhr er einen kleinen Hund (der glücklicherweise überlebte), verletzte dessen Frauchen, reagierte nicht auf Rufe, raste weiter und beschimpfte dann noch Passanten, die ihn stoppten.

Rückblick: Hund überfahren – Cottbuser Jurist als Rüpelradler in Dresden verurteilt

Stimmt alles nicht und etwas anderes als einen Freispruch akzeptiere er nicht, ließ er seinen Anwalt damals verkünden. Und der legte sich mächtig ins Zeug. „Das sei ein Fehlurteil“, schrieb er dem Gericht und forderte es auf, Aktenbestandteile zu löschen, sonst würde er den Freistaat verklagen. Das ist dreist.

Bei der Berufungsverhandlung am Montag saß ein geläuterter Andreas D. vor dem Landgericht. Mit einem neuen Anwalt, der ihm wohl klargemacht hat, was geht und was nicht. Andreas D. räumte alles ein, entschuldigte sich brav, er habe damals überreagiert, und bettelte um eine Einstellung. Dem wurde stattgegeben, dafür wurde er richtig teuer: statt 7000 löhnt er nun 11.400 Euro. 5700 Euro Schmerzensgeld für Frauchen nebst Hund, die gleiche Summe geht an gemeinnützige Einrichtungen.

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