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Gartentipps von Volker Croy: Wie man am besten den Apfelwickler bekämpft

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16:36 30.09.2021
Sobald die Äpfel vom Baum gefallen sind, verlassen ihn die Apfelmaden und breiten sich aus.
Sobald die Äpfel vom Baum gefallen sind, verlassen ihn die Apfelmaden und breiten sich aus. Quelle: Patrick Pleul/dpa
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Dresden

Tulpen und Hyazinthenkönnen ab jetzt in die Erde gebracht werden. Die Pflanztiefe beträgt 10, bei schwerem Boden (der lässt sich zu einer bleistiftdicken Rolle ausrollen) 8 Zentimeter. Sollte es weiter warm bleiben, ist es besser, noch etwas zu warten. Die Wärme könnte einen Blühversuch auslösen und die Knolle sehr schwächen. Aber bis spätestens Ende Oktober müssen sie in der Erde sein, damit sie gut anwachsen.

Beim Setzen der Zwiebel ist Vorsicht geboten, denn der Wurzelkranz sollte nicht beschädigt werden. Deswegen nicht in das Loch hineindrücken, sondern vorsichtig hineinsetzen. Am besten wirken sie als Tuffs gepflanzt – also eng aneinander. Bei Wühlmausgefahr sollten die Tuffs mit einem Wühlmausschutznetz umschlossen werden.

Narzissen je nach Boden aussetzen

Narzissen mögen humosen Sandboden. In tonigem Boden (der lässt sich zu einer halb-bleistiftdicken Rolle ausrollen und dann zu einem Ring formen) oder nassem Boden kann es passieren, dass sie im Winter faulen und im Frühjahr nicht austreiben. Deswegen sollten sie dort besser erst im Frühjahr gesetzt werden. Ansonsten sind 15 Zentimeter Pflanztiefe und Wühlmausschutz zu beachten.

Die Haselnussernte kann beginnen, wenn die Nüsse sich gut aus den Hülsen lösen lassen. Danach werden die Nüsse luftig gelagert und getrocknet.

Was gegen die Apfelmade hilft

Der Kampf gegen den Apfelwickler erfordert viel Aufmerksamkeit. Die Apfelmade verlässt den Apfel binnen einer Stunde nach dem Aufprall auf den Boden. Würden Tiere unter den Bäumen weiden und die herabgefallenen Äpfel fressen, gäbe es wenig Obstmaden. Doch da das kaum noch passiert und kaum jemand das Aufsammeln bewältigt, haben wir immer mehr Obstmaden. Bastler können ein Vlies oder ein Insektenschutz-Netz am Stamm der Bäume spannen, damit die Äpfel weich fallen und dann in einen Behälter rollen. So würden die Maden dort gesammelt und könnten besser vernichtet werden.

Gartenbauingenieur Volker Croy ist Fachberater beim Stadtverband der Gartenfreunde Dresden und bei den Gemeinschaftsgärtnern. Quelle: Dietrich Flechtner

Wellpappegürtel am Baum und an in der Wiese verteilten Pfählen werden von den Raupen auch gern genutzt – von dort können sie gut abgesammelt werden. Noch besser funktioniert ein regelmäßiges Auspflücken der befallenen Früchte. Das geht natürlich nur bei entsprechend kleinen Bäumen.

Wer sich mit den Nachbarn gemeinsam darüber ärgert, dass das Obst madig ist, kann auch gemeinschaftlich zum Gegenschlag ausholen. Weil das Vorlauf und gute Absprache braucht, sollte jetzt damit begonnen werden. Die Obstmaden bei Pflaume und Apfel sind recht lokal gebundene Schädlinge, die meist nur aus der Umgebung zufliegen – oft in einem Radius unter 100 Metern. Werden mehrere Bäume im Frühling von allen Blüten befreit, gibt es keine Früchte. Ohne Früchte finden die Maden keine Brutstätten, ziehen weiter oder verenden. So lässt sich ein starker Verjüngungsschnitt mit der Bekämpfung des Wicklers verbinden. Nachteil: Es wird ein Jahr ohne Früchte. Auch beim Nachbarn.

Auch im Winter lässt sich der Wickler bekämpfen: Planen Sie vor allem im Dezember, Zeit ein, in der Sie dem Baum schütteln (am besten mit einer Folie darunter), dann fällt nämlich ein Teil der Wickler herab und kann vernichtet werden.

Wenn es unter Apfelbäumen erst so aussieht, hat der Apfelwickler gewonnen. Er verbreitet sich rasant. Quelle: Ina Barthels/dpa

Nematoden (Fadenwürmer) gegen den Apfelwickler einzusetzen, ist eher schwierig, da die Stämme der umliegenden Bäume mit der Lösung eingestrichen werden müssen und danach nicht austrocknen dürfen. Dann suchen die Fadenwürmer aktiv nach Obstmaden zum Befallen. Der Schutz vor Austrocknung ist wichtig, gleichzeitig sollen aber die Temperaturen nicht unter 8 Grad Celsius fallen, was in Kombination eher schwierig ist.

Obst richtig lagern

Wenn Obst einlagig gelagert wird, hält es länger und bekommt weniger Druckstellen, die faulen können. Die Kisten müssen Löcher am Boden haben, am besten sollten es Körbe sein, die etwas über dem Boden in Gitter-Regalen aufgestellt werden, damit das Reifegas austreten kann.

Äpfel helfen bei Bromelienblüte

Bromelien blühen lassen: Die Pflanzen werden meist mit Blüte gekauft, bilden nach dem Abblühen Nebenpflanzen, die aber nicht wieder blühen. Denn die Blüte braucht bei einigen Arten Ethylen zur Entwicklung. Wer sie also für ein paar Tage in das Apfellager gestellt, kann die Blütenbildung stark fördern. Ein überreifer Apfel auf die zentrale Rosette gesetzt, hilft auch.

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Hecken setzen, wenn die Blätter gefallen sind

Beerenhecken und Steckhölzer können gesteckt werden, sobald die Johannis- und Stachelbeeren keine Blätter mehr haben. Dazu werden von möglichst kräftigen, diesjährigen Trieben 10 bis 20 Zentimeter lange Stücke geschnitten. Die müssen mindestens drei Knospen haben, davon kommen zwei in die Erde und eine schaut oben heraus. Abgeschnitten werden sie 0,5 Zentimeter unter der unteren Knospe und einen Zentimeter über der oberen. Beim Stecken in die Erde dürfen sie nicht knicken, es ist ratsam, ein Loch vorzubohren. Auch können sie schräg gesteckt werden, wenn die Erde sehr fest ist. Nach dem Einsetzen werden sie angedrückt und eingeschlämmt. Der Ort dafür sollte vor Wind geschützt werden (z.B. mit Reisig).

Auf diese Art und Weise lässt sich eine schöne Hecke aus Johannisbeeren setzen. Wegen der oft nötigen Holzerneuerung bei Schwarzen Johannisbeeren eignen sich dafür aber eher rote und weiße Johannisbeeren und bei größeren Hecken Jostabeeren. Bei Hecken im Schatten sind auch Stachelbeeren möglich.

Vorsicht mit Gladiolenknollen

Gladiolenknollen müssen aus dem Boden genommen werden, solange das Laub noch gesund ist. Beginnt es zu faulen, kann die Fäule schnell in die Knollen ziehen. Das Laub wird abgeschnitten und nicht gebrochen, um die Knolle nicht zu verletzen. Mit der Grabe-gabel werden sie entnommen, die Erde abgeschüttelt oder vorsichtig abgebürstet. Bitte nicht abwaschen – sie faulen sonst. Beschädigte und kranke Knollen werden rigoros aussortiert, damit sie die anderen nicht infizieren. Gelagert werden sie trocken und kühl, aber frostfrei.

Stauden lassen sich jetzt schon teilen und verpflanzen. Da nach dem Sommer dank niedrigerer Temperaturen die Verdunstung geringer und die Luftfeuchtigkeit höher ist, lassen sich die Stauden in dem noch warmen Boden gut umsetzen, ohne viel Schaden zu nehmen. Nur empfindliche Stauden wie Kniphofia, Anemone und Helianthemum, sowie Spätherbstblüher wie Astern sollten erst im Frühjahr verpflanzt werden. Bei Letzteren kann aber auch nach der Verpflanzung die Blüte entfernt werden, dann geht es auch.

Von Volker Croy