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Gartentipps von Volker Croy: Achtung – die ersten Fröste kommen

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19:16 07.10.2021
In höheren Lagen sorgen die ersten Nachtfröste schon für zarten Raureif auf den Wiesen. Doch selbst Temperaturen um die Null Grad setzen einigen Gartenpflanzen schon zu.
In höheren Lagen sorgen die ersten Nachtfröste schon für zarten Raureif auf den Wiesen. Doch selbst Temperaturen um die Null Grad setzen einigen Gartenpflanzen schon zu. Quelle: Norbert Millauer/dpa
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Dresden

Der Gartenbauingenieur Volker Croy gibt Tipps mit Blick auf die ersten Nachtfröste.

Malabarspinat in die Wohnung räumen

Die länglichen Wurzelknollen des Malabarspinats (Basella alba) können entnommen und in Töpfe gesetzt werden. An einem hellen Fenster rankt er sich durch die Wohnung und kann dort als frischer Salat im Winter angebaut werden. Frische Erde und regelmäßige Flüssigdüngung im Gießwasser sind zu empfehlen, damit er schön fortlaufend Blätter bildet.

Zitronenverbene (Aloysia citrodora) ernten

Je kühler es wird, desto geringer sind die Geschmacks- und Duftstoffe der Zitronenverbene und auch der Zuwachs. Deshalb jetzt beim Ernten die Pflanze um 2/3 zurückschneiden und danach an einem kühlen, hellen Ort überwintern lassen. Wenn sie dort die Blätter verliert, sollte sie nicht entsorgt werden, denn oft treibt sie im Frühjahr wieder aus. So manch einer überwintert sie blattlos im Keller.

Zitronenverbene Quelle: Sigurd Lux

Das australische Zitronenblatt (Plectranthus species »Mount Carbine«) ist weit weniger lichtbedürftig als Zitronenverbene und kann auch problemlos in der Wohnung gehalten werden. Oft werfen die Pflanzen von draußen die Blätter beim Umzug in die Wohnung ab. Deswegen ist es besser, diese kühl und hell zu stellen. Es können aber Stecklinge entnommen und angewurzelt werden. Diese kommen dann gut in der Wohnung zurecht.

Gleiches gilt für Duftpelargonien und auch für Knobigras (Tulbaghia violacea), die tropische Alternative zum Knoblauch. So ist ein schönes Küchenkraut auch im Winter verfügbar und es leidet nicht so sehr an Lichtmangel wie Schnittlauch oder Schnittknoblauch.

Topftulpen fürs Frühjahr vorziehen

Zeitige, niedrige Tulpenarten wie Wildtulpen sind schöne Topfpflanzen im Frühjahr. Sie werden jetzt auf Töpfe gesetzt, so dass nur 2/3 in der Erde stecken und gut angegossen. Dann wird im Garten eine 15 Zentimeter tiefe Grube ausgehoben, die Töpfe werden hineingestellt und mit zwei Zentimetern Sand bedeckt, nochmal angegossen. Dann kommt die Erde der Grube wieder drauf, so dass fünf Zentimeter Erde über dem Sand liegen. Die Grube sollte etwas größer sein als die Stellfläche darin, so dass Sie im Dezember mit dem Spaten durch den gefrorenen Boden in den Sand stechen und die obere Erdschicht wie einen Deckel abhebeln können. Dann werden diese noch dunkel, aber warm gestellt und gut gegossen. Wenn die Blüte nach oben geschoben wird, kann die Pflanze dann ans Fenster zum Blühen. Sie kann auch erst im Januar oder Februar entnommen werden, so dass fortlaufend Blumen fürs Fenster vorhanden sind.

Kakteen vor Frost schützen

Im Garten ausgestellte, nicht winterharte Kakteen bitte in die Wohnung räumen, da Anfang Oktober mit leichten Nachtfrösten zu rechnen ist und die Kakteen dagegen empfindlich sind. Wichtig ist auch, den Wetterbericht zu beobachten. Regional sind Nachtfröste um den 8. Oktober üblich. Deswegen müssen auch empfindliche Pflanzen wie Dahlien mit Vlies geschützt werden. Null Grad Celsius reichen meist aus, um Schaden anzurichten.

Frostbrachen vermeiden

Im Herbst noch frei werdende Beete sollten zwingend mit einer Winterzwischenfrucht wie Wintererbse (da eignen sich am besten Markerbsen und Palerbsen), Hafer, Roggen oder Feldsalat eingesät werden. Nichts schädigt den Boden so sehr wie eine Brache. Deswegen sind Frostbrachen im Bio-Anbau verboten. Auch viele konventionelle Betriebe verzichten mittlerweile darauf. Nur bei Hobbygärtnern sind solche Kulturfehler noch verbreitet.

Gartenbauingenieur Volker Croy ist Fachberater beim Stadtverband der Gartenfreunde Dresden und bei den Gemeinschaftsgärtnern. Quelle: Dietrich Flechtner

Wintererbsen werden größer

Wintererbsen sind im Herbst ausgesäte Erbsen, die noch gerade so Blätter ausbilden. Wenn der Frost kommt, überdauern sie als Jungpflanze, im Frühjahr treiben sie schnell weiter und sind größer und kräftiger beim Blütenansatz als Frühlingsansaaten. Besonders gut eignen sich Pal- und Markerbsen.

Ebereschenfrüchte einfrieren

In den Früchten der Eberesche ist ein Gift, das durch Frost zerstört wird. Es ist daher sinnvoll, sie nach dem Frost zu ernten. Außerdem nimmt die Kälte auch die Bitterkeit. Zwar wird das Gift auch durch längeres Kochen zerstört, jedoch gehen dann auch viele Vitamine verloren. Leider kommt bei unserem Klima der Fruchtfall oft vor dem Frost. Daher ist es besser, die Früchte zum Beispiel für ein paar Tage einzufrieren. Dadurch werden sie auch etwas süßer. Alternativ können im Garten die Sorten ‚Rosina’ und ‚Edulis’ gepflanzt werden, welche frei vom Gift sind und direkt verzehrt werden können.

Berberitze (Berberis) ernten

Die roten, ovalen Früchte der Berberitze sind nicht nur für Vögel ein nettes Futter, sie können auch vom Mensch gegessen werden. Im arabischen Raum sind sie oft Zuschlagstoffe zu verschiedenen Gerichten, allerdings sind das meist großfrüchtigere Sorten. Aber auch hiesige Berberitzenfrüchte sind eine nette Nahrungsergänzung. Am besten lassen sie sich trocknen und zu Müsli oder aber auch für Reisgerichte verwenden.

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Schneeball essbar?

Während der europäische Schneeball (Viburnum opolus) oder der amerikanische Schneeball (Viburnum opulus subsp. trilobum) bei uns nur als Zierpflanzen angebaut werden, sind sie in den USA und im russischen Raum Obstgehölze. Für den sicheren Verzehr brauchen sie aber wie die Eberesche Frost. In den USA werden sie als „High Cranberry“ für die Saftproduktion angebaut und unterscheiden sich nach dem Frost kaum mehr geschmacklich von der echten Cranberry. In Russland werden sie für Marmeladen und Erkältungssuppen verwendet oder auch roh verzehrt. Da sie lange am Busch hängen bleiben, können sie im Winter geerntet werden oder jetzt und nach zwei Tagen Froster genießbar werden.

Herbstfärbung für Farbspiele im Garten

Viele Pflanzen werden nach der Blüte ausgesucht, aber die ist nicht das einzig Schöne. Bei einigen Sorten der Zaubernuss (Hamamelis) zum Beispiel sind auch die Blätter eine Pracht. Wer unterschiedliche Sorten von Fächerahorn im Garten hat, kann dank unterschiedlicher Laubfärbungszeitpunkte tolle Effekte erzielen.

Der Fächerahorn liefert herrliche Farbspiele. Quelle: Volker Croy

Gehen Sie in Baumschulen und Parks und schauen nach den Blattfarben, anstatt nur auf Beschreibungen zu schauen. Denn die sind oft nicht standortgerecht. So färbt der Amberbaum (Liquidamber) in Sachsen nur selten sein Laub in Amber und verliert es meist, bevor er dazu kommt. Weiter südlich dagegen oder an der Küste bietet er sich in dem schönen Amberton dar, nach dem er benannt ist.

Von Volker Croy