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Lokales Ganz neues Konzept: Konsum eröffnet Markt im Bahnhof Strehlen
Dresden Lokales Ganz neues Konzept: Konsum eröffnet Markt im Bahnhof Strehlen
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10:05 09.06.2019
Der Bahnhof Strehlen ist aufwendig saniert worden. Jetzt zieht hier der Konsum ein. Quelle: Foto: D. Flechtner
Dresden

Die neuen Bahngleise liegen bereits, an den schon gesetzten weißen Bordsteinen lassen sich die künftigen Konturen der neuen Haltestelle am Bahnhof Strehlen längst nachvollziehen. Im Akkord werkeln auf der Oskarstraße die Bauleute, flankiert von den stetigen Blicken zahlreicher Passanten, die den Baufortschritt mit großer Neugier verfolgen. In einem Monat, so das Ziel der Dresdner Verkehrsbetriebe, sollen hier die ersten Straßenbahnen rollen.

Das Geschehen auf der Baustelle fest im Blick haben in diesen Tagen auch die beiden Konsumvorstände Gunther Seifert und Roger Ulke. Denn wenn in einem Monat die neue Trasse in Betrieb geht, möchte auch die Genossenschaft mitfeiern. Direkt neben den Gleisen, in dem ebenfalls in den vergangen Mo­naten mit viel Aufwand hergerichteten historischen Bahnhofsgebäude Strehlen, will der Konsum ei­ne neue Filiale eröffnen. Eine, „mit ei­nem ganz neuen Konzept und ei­ner ganz neuen Marke“, wie Roger Ul­ke durchblicken lässt.

Neue Filiale auch in Striesen

Besonders tief wollen sich die Konsum-Chefs ungeachtet der we­nigen verbleibenden Wochen bis zur Eröffnung noch nicht in die Karten schauen lassen. Sehr wahrscheinlich dürfte es jedoch in Richtung einer kleinen Markthalle gehen, mit Ständen mit frischen Waren und einem Imbiss-Angebot – so, wie es der Eigentümer des Ge­bäudes bereits vor einigen Monaten einmal als Vorstellung geäußert hatte. „Wir waren beim Vertragsabschluss bei unseren Vorstellungen nicht wesentlich voneinander entfernt“, erklärt dazu Roger Ulke.

Stabile Umsatzzahlen

Mit dem neuen Markt in Strehlen bringt es die Genossenschaft in Dresden und dem Um­land dann bereits auf 35 Filialen. Erst im März hatte der Konsum am Ullersdorfer Platz ein neues Geschäft eröffnet. Neben diesem Markt und dem in Strehlen steht noch eine dritte neue Filiale in diesem Jahr auf der Agenda: an der Löscherstraße in Striesen. Dort wird gerade der frühere Edeka-Markt hergerichtet. Ur­sprünglich sollten Mitte Juli die Korken bei der Eröffnungsfeier knallen. Weil es je­doch Probleme mit dem Stromanschluss gibt, muss die Party noch einige Wochen aufgeschoben werden.

Der guten Laune bei den Vorständen tut dieser Umstand aber keinen Abbruch. Denn die ambitionierten Pläne für die Zukunft – derzeit verfolgen die Verantwortlichen auch Ideen für eine weitere Filiale in Bannewitz – stehen auf wiederholt guten wirtschaftlichen Zahlen in der Vergangenheit. Nach einer zwischenzeitlich sehr schwierigen Phase konnten die Konsumchefs jetzt im siebten Jahr in Folge ein positives Geschäftsergebnis präsentierten. Insgesamt erlösten die 33 Filialen und 831 Mitarbeiter im vergangenen Jahr einen Umsatz in Höhe von 109,5 Millionen Euro. Das waren nur wenige Hunderttausend Euro weniger als 2017 und ähnlich viel wie 2016.

Neuer Chef kommt

Gunther Seifert (66, Foto: Konsum) verlässt nach sechs Jahren an der Spitze zum 31. Juli das Unternehmen – und geht in den Ruhestand.

Sören Goldmann (40), bisher Geschäftsführer in der Neustädter Markthalle, rückt in den Vorstand auf – und führt dort künftig die Geschäfte gemeinsam mit Roger Ulke, der künftig Vorstandssprecher ist.

Der leichte Rückgang, so erklärt Vorstand Gunther Seifert, sei in al­lererster Linie auf die zweimonatige Schließung des Konsummarktes in der Schillergalerie zurückführen. Den hatte die Genossenschaft mit großem Aufwand modernisieren lassen. Überhaupt habe Konsum im vergangenen mit 4,7 Millionen Eu­ro sehr viel Geld in den Ausbau der Filialen investiert – alles ohne Kredite sondern direkt aus dem Cashflow, wie Gunther Seifert betont.

„Wir nehmen viel Geld in die Hand, um unsere Märkte up to date zu halten“, sagt er und verweist auf den harten Wettbewerb in der Branche, der die Genossenschaft stets vor große Herausforderung stellt. An­gesichts der vergleichsweise hohen Investitionen – 1,2 Millionen Euro mehr als noch im Vorjahr – fiel auch das Ergebnis geringer als 2017 aus. Unterm Strich stand ein Überschuss von 378 500 Euro. Im Jahr zuvor vermeldete der Konsum noch 800 000 Euro.

Investitionen in Klimaschutz

Bei den Investitionen in die vorhandenen Filialen geht es jedoch nicht nur allein darum, für den Kunden schick auszusehen. Am Schillerplatz und an zahlreichen weiteren Konsum-Standorten wurden Frische- und Kühlbereiche modernisiert oder umgestellt und stromsparende LED-Lampen verbaut – mit dem Ziel, die CO2 -Bilanz nachhaltig zu verbessern. Immerhin mehr als 800 Tonnen Kohlenstoffdioxid konnten so eingespart werden. Darüber hinaus legt der Konsum viel Wert auf Lieferanten aus der Region mit kurzen Lieferwegen. Mit Erfolg: Als erster Lebensmittelhändler in Europa überhaupt ist die Konsum-Genossenschaft als ge­samtes Unternehmen für das nachhaltige Handeln mit einem Öko-Siegel nach dem EU-Standard „EMAS“ zertifiziert worden.

In der Summe, so betonen es die beiden Konsumchefs mit Verweis auf verschiedene Parameter, zeige der Trend deutlich nach oben. So lassen die Kunden mit jedem Einkauf im Schnitt 10,78 Euro im La­den – immerhin ein Plus von sieben Prozent in zwei Jahren. „Die Kunden vertrauen uns. Das spricht für unser Angebot“, sagt Roger Ulke, der zu­dem auf wachsende Umsätze in den Nebengeschäften, im Bringedienst und im Catering verweisen kann.

Satte Dividende für Mitglieder

Profitieren können davon auch die Mitglieder der Genossenschaft. Wie im Vorjahr konnte eine Dividende in Höhe von 2,5 Prozent ausgezahlt werden – zuzüglich zu den 0,5 Prozent Sofort-Rabatt, die Mitglieder in den Märkten erhalten. Vom Überschuss wurden etwas mehr als 175 000 Eu­ro direkt an die Mitglieder ausgeschüttet – der Rest der Summe wanderte in die Rücklage.

Mit Sorge verfolgen die Konsumchefs derweil die Entwicklungen in der Dresdner Altstadt und in anderen Stadtteilen. Durch die neue Bebauung rund um den Postplatz entstanden dort auch große Flächen für den Lebensmittelhandel. Rewe und nun auch Edeka haben oder wollen dort neue Geschäfte eröffnen. „Ich staune schon, mit welchen Mut da einige Unternehmen rangehen“, erklärt Gunther Seifert, der zweifelt, dass sich das Geschäft bei der Dichte und den Mieten auszahlen wird. Für den Konsum gehe es stattdessen darum, für die Menschen ein­e Nahversorgung zu bieten. So wie in Strehlen, Striesen oder Bannewitz.

Spitze beim Nachwuchs

831 Mitarbeiter arbeiten aktuell für den Konsum – ein leichter Zuwachs gegenüber 2018.

73 Auszubildende lernen derzeit bei Konsum. Damit ist fast jeder zehnte Beschäftigte ein Lehrling.

Die 26 Ausbildungsplätze für dieses Jahr konnten auch diesmal wieder rasch besetzt werden.

Für die gute Ausbildung ist die Genossenschaft jetzt erneut als Top-Ausbilder zertifiziert worden.

Für Schülerpraktika-Angebot gab es ebenfalls eine Auszeichnung.

Von Sebastian Kositz

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