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Lokales Fünf Prozent Bevölkerungswachstum bis 2030 in Dresden
Dresden Lokales Fünf Prozent Bevölkerungswachstum bis 2030 in Dresden
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15:45 01.12.2017
Die Zahl der Geburten wird auf rund 6000 pro Jahr sinken.
Die Zahl der Geburten wird auf rund 6000 pro Jahr sinken. Quelle: picture alliance / Waltraud Grub
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Dresden

Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) geht davon aus, dass Dresden bis 2025 mindestens 600 000 Einwohner zählt. „Da nehme ich jede Wette an“, erklärte Hilbert im Juli. Ordnungsbürgermeister Detlef Sittel (CDU) legte am Freitag eine andere Prognose vor. Danach werden 2030 in Dresden 582 600 Menschen leben, das sind rund 29 000 mehr als jetzt.

„Dresden wächst – durch Zuzüge, steigende Lebenserwartungen, höhere Geburtenrate“, so Sittel. Rund fünf Prozent Wachstum haben die Experten der Kommunalen Statistikstelle errechnet und dabei die Bevölkerungsprognose 2016 aktualisiert und fortgeschrieben. Dabei gab es laut Sittel keine gravierenden Veränderungen. Auch an den Annahmen, die auf Grundlage der Zahlen aus den Einwohnermelderegister und den aktuellen Tendenzen getroffen werden, ändere sich wenig: Die Geburtenrate werde von aktuell 1,54 Kindern pro Frau bis zum Jahr 2025 auf 1,6 steigen, die Lebenserwartung liegt 2030 für Frauen bei 86 Jahren und für Männer bei knapp 82 Jahren.

Da es weniger Frauen zwischen 25 und 34 Jahren geben wird, sinkt der Prognose zufolge die Zahl der Geburten pro Jahr von aktuell 6400 auf 6000 im Jahr 2024. Die Zahl der Todesfälle wird dagegen bis 2026 auf rund 6000 pro Jahr steigen, so dass der Saldo zwischen Neugeborenen und Gestorbenen ausgeglichen bleibt. Neue Einwohner gewinnt Dresden dann hauptsächlich durch Zuzüge aus den neuen Bundesländern, während vor allem Familien mit Kindern in das Umland abwandern werden.

Für die Planung von Kindertagesstätten und Schulen interessant: 2030 werden mit 17 400 rund 6,5 Prozent weniger Null- bis Zweijährige in der Stadt wohnen, aber die Zahl der Sechs- bis 14-Jährigen steigt um satte 13,9 Prozent auf 49 100. Noch heftiger ist der Anstieg mit 34,9 Prozent bei den 15- bis 17-Jährigen und 26,6 Prozent bei den 18- bis 24-Jährigen.

Bei der Entwicklung der Stadtteile wagen die Statistiker nur Vorhersagen bis 2025, da sich die Wohnungsmarktbedingungen für längere Zeiträume nicht seriös vorhersagen ließen. Am meisten werden die Stadtteile Altstadt und Friedrichstadt zulegen – die Prognose geht von 23,5 Prozent Zuwachs aus und rechnet mit 40 000 Einwohnern in diesen Vierteln. Mit 16,8 Prozent mehr Einwohnern folgt der Raum Kaditz, Mickten in Trachau, in den anderen Stadtteilen erfolgt die Entwicklung deutlich moderater. Prohlis und Reick werden sogar zwei Prozent der Einwohner verlieren, sagen die Experten voraus.

Von Thomas Baumann-Hartwig