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Lokales Freiheitsberaubung: Opfer gekidnappt, verletzt und im Wald ausgesetzt
Dresden Lokales Freiheitsberaubung: Opfer gekidnappt, verletzt und im Wald ausgesetzt
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09:27 22.04.2016
Opfer gekidnappt, verletzt und im
Dresden

„Er sollte einen Denkzettel bekommen. Aber was dann kam, war schon krass“, sagte Matthias M. „Ich hatte selber Todesangst“, beteuerte Stephan H. mehrmals. Trotzdem machten die beiden beim blutigen Rachefeldzug ihrer Freundinnen gegen einen Kumpel mit. Das brachte den Männern einen Platz auf der Anklagebank des Amtsgerichts ein. Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen Freiheitsberaubung und Aussetzung vor.

Am Abend des 2. November 2013 hatte das gemischte Doppel Florian K. gekidnappt – genauer gesagt, die beiden Damen hatten den Mann ins Auto von Stephan H. gezerrt. Susan S. und Doreen U. waren wohl die treibenden Kräfte – vor allem Susan, die von ihrem Freund auch gern mal Feldwebel genannt wird, soll sich aggressiv wie eine Kampfwespe benommen haben. Die jungen „Damen“ müssen sich bald vor dem Jugendschöffengericht verantworten.

Florian K. wurde durch die Gegend gefahren und von den Ladys, gar nicht ladylike, im Auto in die Zange genommen, angeschrien und geschlagen. Susan S. nahm ihm im Auto das Handys und die EC-Karte nebst PIN ab und forderte ihn auf, eine Vollmacht zu unterzeichnen, um Zugriff auf sein Konto zu haben. Bei einem Autostopp stach die 19-Jährige dem Opfer mit einem Messer in den Oberschenkel. In einem Waldstück Nahe des Heidefriedhofes, wurde Florian K. von Susan und Matthias M. aus dem Wagen gezerrt. „Sie hatte dann wieder das Messer in der Hand und forderte mich auf, zuzustechen aber ich konnte nicht“, erklärte er. Susan S.war weniger zimperlich und stach noch einmal zu. Dann wurde der hilflose Mann einfach liegengelassen, die vier fuhren weg. Passanten fanden ihn, da hat er wirklich Glück gehabt – im November sind spätabends wenige Leute im Wald oder auf dem Friedhof unterwegs. Anlass für die bösartige Aktion war übrigens ein Streit am Morgen um ein Handy.

Die beiden Angeklagten räumten die Vorwürfe weitestgehen ein. Gelegentlich hatten sie Gedächtnislücken, vor allem Matthias M., der genau wie die beiden Mädchen und das Opfer voll unter Drogen stand. „Da wurde fleißig ,gecrystalt’“, sagte Stefan H. Er fällt eigentlich aus dem Rahmen: „Ich hatte eine Bilderbuchkindheit, habe die Schule abgeschlossen, einen Beruf gelernt, gehe arbeiten, hatte nie was mit Drogen und nie falsche Freunde“ – bis er Susan S. kennenlernte. Eigentlich wollte er sie auf dem Pfad der Tugend zurückführen, sie hat ihn erstmal vor Gericht gebracht. Der Prozess wird fortgesetzt.

Von Monika Löffler

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