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Lokales Freerunning in Dresden: Salti, Schrauben und hohe Sprünge vor barocker Kulisse
Dresden Lokales Freerunning in Dresden: Salti, Schrauben und hohe Sprünge vor barocker Kulisse
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21:10 29.09.2019
Marvin Braungardt vollführt einen Trick vor Dresdens barocker Kulisse. Quelle: Priyanka Kaur Oberoi
Dresden

Ein Salto kombiniert mit einer Schraube und sauber auf den Füßen gelandet. Das Adrenalin schießt durch Marvin Braungardts Körper. Der junge Mann gönnt sich keine Verschnaufpause. Wieder holt der 23-Jährige aus, springt jetzt über ein Geländer und zum Abschluss gleich noch eine siebenstufige Treppe hinunter. Marvin Braungardt ist ein so genannter Freerunner. Sportler, die buchstäblich für viel Aufsehen sorgen. Und mit seinen akrobatischen Tricks durfte der junge Mann jetzt sogar in einem Clip für Dresden werben.

Wegen seines Studiums war Marvin Braungardt einst in die barocke Stadt an der Elbe gekommen. Seine Leidenschaft für Freerunning hatte er bereits mitgebracht. Statt weiter vor dem Bildschirm seine Freizeit zu verbringen, kam er schon zu Jugendzeiten auf die Idee, in die Turnhalle zu gehen und ein paar Sprünge zu üben. „Das war eine folgenreiche Entscheidung für mich“, sagt Marvin. Ad hoc wurde die Konsole verkauft und das ganze Wochenende in der Halle verbracht.

Übung macht den Meister

In Dresden übt der Student vier bis fünf Mal die Woche. Wenn ein Run, also eine Kette von Tricks, die häufig auch gefilmt wird, entstehen soll, braucht er auch schon mal anderthalb Stunden. Schließlich geht es mittlerweile nicht mehr nur darum, möglichst heftige Tricks hinzulegen, sondern auch um eine saubere Performanz.

Das konnten zum Beispiel Besucher der vergangenen „Fit & Vital“ Sportmesse in Dresden sehen. Dort stellte Marvin mit der Dresdner Tricking Crew sein Können bei einer Show zur Schau. Dabei führten er und seine Mitstreiter möglichst viele Salti vor.

Freerunning vor der barocken Kulisse Dresdens

Wer Marvin von Zuhause aus bei seinen Tricks bestaunen will, der kann dies auch in einem „Visit Dresden“-Video tun. In dem Kurzfilm werden einige Aspekte des kulturellen Lebens der Stadt vorgestellt und unter anderem taucht der Freerunner auf.

Mit gewieften Tricks hat er vor einem Kamerateam sein Talent zur Schau gestellt. Über den Dreh hat sich der Student selbst sehr gefreut. Zum ersten Mal wurde er von professionellen Filmemachern bei seiner Performance begleitet. Und der Spot – direkt am Kongresszentrum Dresden – gibt als Kulisse auch so einiges her.

Dresdens Barockkulisse ist der perfekte Spot

Durch einen glücklichen Zufall hat Marvin vor einiger Zeit eine indische Fotografin über Freunde kennengelernt, die auch schon mit Asics und Red Bull zusammengearbeitet hat. Ihre Idee: Warum nicht die barocke Szenerie Dresdens mit Freerunning kombinieren? Kleiner Nebeneffekt: So entstand auch gleich Bildmaterial, das in der indischen Ausgabe der Zeitschrift „Maxim“ veröffentlicht wurde.

Ob eines Tages ein bekannter Sponsor bei Marvin um die Ecke schaut, steht bislang noch in den Sternen. Fest steht aber, dass der 23-Jährige den Sport, mit dem er vor allem sich selbst immer wieder herausfordert, kontinuierlich weiterbetreiben will. „Beim Freerunning geht es auch immer darum, die eigenen Ängste zu überwinden“, sagt der Sportler, der sich beim Schwierigkeitsgrad seiner Hindernisse immer weiter steigert. Ähnlich geht es seinen Freunden in der Dresdner Tricking Crew. Deswegen setzen sie sich auch dafür ein, dass die Turnhalle in Klotzsche nicht abgerissen werden soll oder sie zumindest einen Ersatz dafür bekommen. Die Halle ist derzeit der einzige Indoor-Spot für die Community.

Die eigenen Ängste überwinden

Das Team hat noch viele Pläne für die Zukunft. So ist ein guter Freund von Marvin in Kontakt mit der Stadt getreten, um über die Möglichkeit eines Parkour-Parks zu sprechen. „Das wäre auch ein Wunsch von mir“, sagt der Student, denn so können die Sportler ungestört üben und hätten auch gleich einen Ort für die Community.

Wer jetzt selbst Tatendrang verspürt, der kann montags, mittwochs und freitags in der Turnhalle in Klotzsche von 19.30 bis 22 Uhr vorbeikommen. Jeder ist herzlich eingeladen und die Sportler freuen sich über jedes neue Gesicht.

Von Henry Hütt

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