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Lokales Frauen in der Neustadt bedrängt – Geldstrafe für zwei Angeklagte
Dresden Lokales Frauen in der Neustadt bedrängt – Geldstrafe für zwei Angeklagte
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15:01 22.01.2019
Es war eine etwas schwierige Verhandlung. Die Taten sind schon über zwei Jahre her. Quelle: dpa/Peter Steffen
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Dresden

„Ich war total aufgelöst, habe geweint und lange gebraucht, um es zu verarbeiten. Ich bin sehr schreckhaft geworden“, sagte eine Studentin am Montag im Amtsgericht. Ihre Freundinnen erzählten ähnliches. „Ich war geschockt und konnte es nicht glauben. Ich fühlte mich beschämt und angegriffen“, erinnerte sich ein weiteres Opfer. Es mache Angst, dass man als Frau nicht mehr allein rumlaufen könne, beklagte eine andere.

Grapscher legten Widerspruch ein

Die Frauen waren am 9. Oktober 2016 im und vor dem „Bla Bla Cafe“ (kurz BBC) an der Louisenstraße von zwei Männern bedrängt, belästigt und begrapscht worden. Die hatten ihnen an die Brust, den Po und in den Schritt gefasst. Nicht einmal, sondern ausdauern und hartnäckig und das an einem Wochenende in einer vollen Cocktailbar und auf der Straße in der gut besuchten Neustadt. Das ist schon dreist.

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Die Grapscher wurden noch in derselben Nacht gefasst, erhielten jeweils einen Strafbefehl und legten Widerspruch ein. Nun standen der Syrer Mosaai A. und der Libyer Kusai S. vor dem Amtsrichter. Beide erklärten unisono, dass sie selbst so etwas nicht gemacht hätten und beschuldigten sich gegenseitig. Märchenstunde im Gerichtssaal: Der eine erzählte „Rotkäppchen“, der andere „Schneewittchen“. Es war eine etwas schwierige Verhandlung. Zum einen sind die Taten schon über zwei Jahre her, da fällt es den Zeugen schwer, sich an jedes Detail zu erinnern. Zum anderen hat sich die Polizei nicht gerade mit Ruhm bekleckert. „Mehr als ungünstig“, nannte der Richter die Ermittlungsarbeit.

„Einer bot mir auch noch Pillen an“

Die jungen Frauen wollten noch auf eine Party und im „BBC“ nur einen Cocktail trinken. Die Party fand ohne sie statt, sie verbrachten die Zeit mit der Polizei. Denn wenig später waren die Angeklagten mit zwei Freunden in die Bar gekommen und hatten sich daneben gesetzt. „Sie waren sehr aufdringlich, es war uns unangenehm. Einer bot mir auch noch Pillen an“, berichtete eine 22-Jährige. Die Frauen wollten gehen, was vor allem Mosaai A. nicht passte. Er hinderte eine am gehen, griff einer anderen an die Brust und unter den Rock. Nachdem die Angeklagten rausgeschmissen wurden, betatschten sie die Frauen auf der Straße, rannten weg, kamen zurück und machten weiter. Kusai S. versuchte zudem, einer das Handy wegzunehmen.

Der 26-Jährige sitzt derzeit in Haft und wurde am Montag zu einer Geldstrafe von 125 Tagessätzen à 5 Euro verurteilt. Monsaai A., auf dessen Konto mehrere Attacken gingen, kassierte 180 Tagessätze à 10 Euro.

Von Monika Löffler