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Lokales Linke drängen auf Alternativen für Globus
Dresden Lokales Linke drängen auf Alternativen für Globus
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08:01 19.05.2018
Seit Jahren wird darüber debattiert, was hier auf dem Gelände des Alten Leipziger Bahnhofs in Pieschen entstehen soll. Quelle: Archiv
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Dresden

Die Debatte um die Bebauung des Areals am Alten Leipziger Bahnhof reißt nicht ab. Erst Mitte April veröffentlichte die Stadt die Untersuchungsergebnisse einer Studie, ob Wohnungen in diesem Gebiet möglich werden. Vor allem hinsichtlich der Lärmbelastung gab es Bedenken.

Linke fordern sozialen Wohnungsbau

Doch die scheinen unbegründet, denn mehr als 1600 Wohnungen wären tatsächlich möglich. Die Dresdner Stadtratsfraktion Die Linke bekennt sich nun zu den Plänen, Wohnungen zu errichten, anstatt den Platz für einen Einkaufsmarkt des Unternehmens Globus zu nutzen. „Hier haben wir die Chance, zahlreiche preisgünstige, familienfreundliche und behindertengerechte Wohnungen zu realisieren“, sagt Fraktionsvorsitzender André Schollbach.

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Der Haken: Globus gehört ein großer Teil der begehrten Fläche. Rot-Grün-Rot beauftragte deshalb bereits im Juni des vergangenen Jahres die Stadtverwaltung, Alternativgrundstücke für Globus zu finden. Die Frist verstrich am 31. Dezember, seitdem ist nichts passiert.

Alternativgrundstück für Globus dringend nötig

Die Linken wollen das Vorhaben nun vorantreiben und haben einen weiteren Antrag im Stadtrat eingereicht. Dort wird Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) aufgefordert, die Alternativen für einen Globus-Markt bis spätestens Mitte August vorzulegen. Laut Schollbach gebe es in Dresden genug Möglichkeiten. Wo diese liegen und ob sie die Anforderungen, wie beispielsweise eine zentrale Lage, erfüllen, möchte er auf Nachfrage nicht beantworten.

Außerdem fordern die Linken in ihrem Antrag – neben sozialem Wohnungsbau, dem Erhalt des technischen Denkmals „Alter Leipziger Bahnhof“ und des Künstlerhauses an der Hansastraße 3 – dass Globus und die Eigentümer der anderen betroffenen Grundstücke in die Findung einer Alternative einbezogen werden. „Wenn wir eine gute Alternative für einen Globus-Markt finden, wird das Unternehmen das Interesse am Alten Leipziger Bahnhof verlieren. Da bin ich guter Hoffnung“, sagt Schollbach.

SPD und Grüne begrüßen Bekenntnis

Die Dresdner SPD sowie die Grünen begrüßen das Bekenntnis der Linken. Laut des Fraktionsvorsitzenden Thomas Löser (Bündnis 90/Die Grünen) sei diese mögliche Entwicklung von der Linken, der CDU und der FDP im Stadtrat bisher eher verhindert worden: „Mit deren Mehrheit im Stadtrat wurde einer Umlenkung von Globus auf ein anderes Grundstück bisher entgegengewirkt. Wir freuen uns, wenn die Fraktion Die Linke jetzt ebenfalls der Meinung ist, dass es besser ist, Globus an einer anderen Stelle in der Stadt anzusiedeln.“

Die Vorsitzende der SPD-Fraktion, Dana Frohwieser, äußert ebenfalls ihre Freude gegenüber des Bekenntnisses der Linken. Eine Sache verstehe sie allerdings nicht: „Warum sie nun meinen, im Alleingang einen gesonderten Antrag zu stellen und nicht einfach gemeinsam mit uns den vorliegenden Masterplan verabschieden, der genau das ermöglicht, wird ihr Geheimnis bleiben“. André Schollbach begründet den Alleingang damit, dass die Linken ihre Position in der Debatte verdeutlichen wollen. Der Antrag sei eine Klarstellung.

Noch viele Fragen offen

Doch um mehr als 1600 Wohnungen realisieren zu können, reicht das Grundstück von Globus nicht. Auch angrenzende Flächen, die unterschiedlichen Eigentümern gehören, müssten erworben werden. Sei es von der Stadt oder der Städtischen Wohnungsbaugesellschaft. Von privaten Käufern möchte Schollbach absehen, zu groß wäre die Gefahr, dass nur hochpreisige Wohnungen entstehen. Ob sich die anderen Grundstücksbesitzer den Wohnungsbauplänen anschließen würden, ist noch fraglich.

Von Lisa-Marie Leuteritz