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Lokales Foto Wolf wird 80 Jahre alt und begeht das Jubiläum mit einer Hausmesse
Dresden Lokales Foto Wolf wird 80 Jahre alt und begeht das Jubiläum mit einer Hausmesse
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12:44 10.06.2019
So sah es damals aus im Fotofachgeschäft Quelle: privat
Dresden

Was macht ein Falkner mit seinen Greifvögeln im Fotofachgeschäft? Er bietet ein ungewöhnliches Bildmotiv. Und darum – aber nicht nur darum – geht es am 14. und 15. Juni bei Foto Wolf auf dem Weißen Hirsch. Denn das Geschäft feiert 80-jähriges Bestehen, ist das älteste seiner Art in Dresden und seit drei Generationen in Familienhand.

Eine Messe für Fotografen und Amateure

1939 war es, als Herbert Richter das Fotofachgeschäft auf dem Weißen Hirsch übernahm. Es war die Außenstelle vom Photohaus Martin Richter in der Innenstadt, wo der Großvater auch gelernt hatte. Nun machte er sich selbstständig – und musste in den Krieg. Seine Frau Maria brachte das Geschäft über die Zeit, zu verkaufen gab es wenig, das meiste waren Fotoarbeiten, Filmentwicklung und Abzüge.

An die Anfänge erinnern ein paar alte Fotos, einige sind auch zu sehen auf einem kleinen Flyer, den Enkel Rico Wolf für das 80-jährige Bestehen aufgelegt hat. Da sieht man das erste Wolf-Geschäft, den Großvater bei der Arbeit... und es ist eine Einladung zu der Foto-Hausmesse, die er an den zwei Juni-Tagen im Laden, dahinter und auf dem Hof veranstalten wird.

Rico Wolf hat das Geschäft mittlerweile von Vater Steffen übernommen. Quelle: Dietrich Flechtner

„Vertreter fast aller Hersteller von Kameras und Fotozubehör werden da sein“, erzählt Rico Wolf. „Alles, was Rang und Namen hat.“ Einige Firmen bieten kostenlose Sensorreinigung für Kameras an. Die Firma Wolf selbst wird Sonderpreise aus dem Angebot bieten. Und neben Falkner Hans-Peter Schaaf sollen auch Modelle in prächtigen Barockkostümen den fotografierenden Besuchern für schöne Motive zur Verfügung stehen.

DDR-Handel war eher Sammeln und Tauschen

Schwarzweiß waren auch die allermeisten Fotos noch, als Herbert Wolf sich 1939 selbstständig machte. Er führte das Geschäft bis Anfang der 70er Jahre, dann übergab er es an seinen Sohn Steffen. Der hatte zu DDR-Mangelzeiten vor allem damit zu tun, Ware zu besorgen. „Da ist man schon mal in die Sächsische Schweiz gefahren, wenn man wusste, dass es dort passende Batterien gab“, erinnert er sich noch lebhaft. Und Kameras? „Die Masse ging an die HO-Läden.“ Dann wurde der Konsum beliefert, der Rest ging an private Händler. Er schloss sich als Fachhändler dem Kontaktring an, um ein wenig besser beliefert zu werden. Am besten allerdings lief es mit Erfahrung und Kontakten. „Man musste wissen, was es in welchen Städten gab und was dort an Mangel war – das war Sammeln und Tauschen, mit Handel hatte das nichts zu tun.“

Die Schwarzweiß-Aufnahme zeigt den kleinen Rico und seine Mutter Regina vor dem Geschäft. Quelle: privat

Das änderte sich mit der Wende. Foto Wolf stellte sich nicht nur dem neuen Markt, sondern wurde auch der erste Nikon Fachhändler in den neuen Bundesländern. Und 1992 ergab sich die Gelegenheit, vom kleinen Laden um die Ecke umzuziehen an die Bautzner Landstraße 11b. Im Jahr 2014 wurde dort noch einmal kräftig umgebaut und die Geschäftsfläche erweitert. Seit 2015 führt nun in dritter Generation Rico Wolf das Geschäft, das sein Großvater gründete und sein Vater ausbaute.

Am Internet kommt Foto Wolf nicht vorbei

Die Herausforderungen heute sind wieder ganz andere. „Es wird immer mehr fotografiert, aber immer weniger ausgedruckt“, sagt Rico Wolf. Digitale Bilder, vor allem vom Handy, werden heute auf anderen Wegen verbreitet. Doch auch Abzüge bietet das Geschäft nach wie vor an. Vor allem natürlich Fotokameras jeder Größe und Preisklasse, Ferngläser, Zubehör, nicht zu vergessen den An- und Verkauf gebrauchter und historischer Kameras und Objektive, Rahmen, Alben, auch Farb-, Schwarzweiß- und Dia-Filme... und es gibt eine Fotowerkstatt für Porträt- und Passfotos und – seit kurzem – „Nostalgie-Shootings“, ohne Blitz bei Dauerlicht.

Um gegenüber Internet und Großmärkten bestehen zu können, setzt Rico Wolf auf Beratung und Kompetenz. Sechs Mitarbeiter, alle ausgebildete Fachleute oder Fotografen, beschäftigt er in seinem Geschäft, drei von ihnen sind schon über 20 Jahre da. Am Internet kommt er dennoch nicht vorbei: „Unsere Homepage ist das Schaufenster für uns, damit die Kunden zu uns in den Laden kommen“, sagt er. Und so nennt der dritte Chef von Foto Wolf sein Ziel für die Zukunft. „Ich habe die 100 im Visier“, bekennt er nicht ohne Stolz.

Und nicht ohne einen Blick zurück. Denn es gibt eine Erinnerung, die auch er in Ehren hält. Ein Nachbar hat sie von einem Flohmarkt mitgebracht. Es ist eine echte alte Fotoarbeitentasche aus Papier vom Photohaus Martin Richter, Viktoriastraße 6. Dort, wo mit dem Großvater alles begann.

www.foto-wolf-dresden.de

Von Bernd Hempelmann

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