Förderverein Lingnerschloss Dresden Kuratorium zurückgetreten
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Lokales Streit mit Vorstand: Kuratorium im Lingnerschloss-Verein tritt fast komplett zurück
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Förderverein Lingnerschloss Dresden Kuratorium zurückgetreten

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11:37 19.06.2020
Das Lingnerschloss in Dresden.
Das Lingnerschloss in Dresden. Quelle: Dietrich Flechtner
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Dresden.

Ende Juni wäre die dreijährige Amtszeit des Kuratoriums des Fördervereins Lingnerschloss abgelaufen. Doch bis dahin hat es das sechsköpfige Gremium nicht geschafft. Vor wenigen Tagen erklärten fünf der sechs Mitglieder ihren Rücktritt und begründeten diesen Schritt in einem offenen Brief auch mit Kritik an der derzeitigen Vereinsführung.

Einzig Gunter Emmerlich bleibt im Gremium

Sie äußerten unter anderem Sorge wegen der Fertigstellung der Sanierung des Schlosses – nach wie vor fehlen rund eine Million Euro – und bemängelten ein fehlendes Zukunftskonzept. Auf das Angebot des Kuratoriums, gemeinsam mit dem Vorstand, den Mitgliedern, der Stadt sowie Spendern und Sponsoren an der Sicherung der Zukunft des Lingnerschlosses zu arbeiten, habe man eine schroffe, ablehnende Antwort vom Vorstand bekommen.

Dem Kuratorium gehört mittlerweile nur noch Gunter Emmerlich an. Er unterschrieb den Brief nicht und ist auch nicht zurückgetreten. Die übrigen Mitglieder waren Lars Fiehler von der Industrie- und Handelskammer, Manuela Salewski von der Handwerkskammer, Thomas Dittrich von der Wohnungsgenossenschaft Johannstadt, Reinhard Kretzschmar, ehemals Dresden International University, und Peter Schu (GlaxoSmithKline), der für die Sanierung des Lingnerschlosses fünf Millionen Euro gespendet hat.

Nur noch Konfrontation

Sie erklärten ihr Bedauern über die Notwendigkeit des Rücktritts, aber Vorstand und Kuratorium würden sich nur noch konfrontativ gegenüberstehen, „Anfragen, Meinungen und Vorschläge des Kuratoriums wurden und werden von Seiten des Vorstands mehrheitlich ignoriert beziehungsweise abgewiesen“. Eine vertrauensvolle Zusammenarbeit mit dem Vorstand sei nicht mehr herzustellen gewesen.

Wie es nun konkret weitergeht, ist im Moment noch offen. Es werde zeitnah ein neues Kuratorium geben, erklärte der Vorstand auf DNN-Anfrage knapp. Die Arbeit des Vereins gehe natürlich weiter. „Die Mitglieder des Kuratoriums werden vom Vorstand vorgeschlagen und bei deren Einverständnis berufen“, heißt es im Paragraph 8 der Vereinssatzung. Das Kuratorium solle wieder fünf bis sechs Persönlichkeiten umfassen. Wann und wie sie benannt werden, dazu werde sich der Vorstand „zeitnah verständigen“.

Dem Kuratorium gehören laut Satzung „Persönlichkeiten aus Politik, öffentlicher Verwaltung, Wissenschaft, Wirtschaft, Kultur und Verbänden an“. Es werde für drei Jahre gewählt, habe die Aufgabe, den Verein bei der Erfüllung seiner Aufgaben zu beraten und zu unterstützen und sei berechtigt, die zweckgebundene Verwendung der finanziellen Mittel des Vereins zu kontrollieren.

Es ist nicht das erste Mal, dass Verwerfungen innerhalb des Vereins eskalieren und öffentlich werden.

Von Bernd Hempelmann