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Lokales Warnung für Gartenbesitzer: Flug des Buchsbaumzünslers hat begonnen
Dresden Lokales Warnung für Gartenbesitzer: Flug des Buchsbaumzünslers hat begonnen
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13:27 26.06.2019
Buchsbaumzünslerraupe bei der Mahlzeit. Quelle: Catrin Steinbach
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Dresden

Es ist ein Trauerspiel. Jahrelang gehegte, gepflegte und in Form geschnittene Buchsbaumhecken und -bäumchen in Gärten und Parks werden in kürzester Zeit kahl gefressen. Übeltäter sind die Raupen des Buchsbaumzünslers, einem aus Asien eingeschleppten Kleinschmetterling.

Nachdem bereits Ende März die ersten überwinterten Larven des Buchbaumzünslers auf den Pillnitzer Versuchsfeldern gesichtet wurden, sind jetzt auch die ersten Falter an verschiedenen Standorten in Sachsen in aufgestellten Pheromonfallen gefangen worden, so zum Beispiel in der vergangenen Woche in Leipzig, im Landkreis Meißen und in Pillnitz. Das teilte das Sächsische Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG) aktuell in Dresden mit.

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Die Falter leben nur ein bis zwei Wochen. In dieser Zeit kann ein Weibchen jedoch bis zu 150 Eier ablegen, bevorzugt an der Unterseite der äußeren Blätter des Buchsbaums. Die Eier entwickeln sich innerhalb von drei bis sieben Tagen enorm schnell zu kleinen gefräßigen Raupen. „Ausgehend vom beobachteten Falterflug wird dieses Stadium bis Mitte Juli erreicht werden und der Blattfraß einsetzen“, prognostizieren die Pillnitzer Gartenexperten.

Gartenbesitzer sollten deshalb auf der Hut sein und diesen Termin für Bekämpfungsmaßnahmen berücksichtigen, so das Landesamt weiter. Die Pillnitzer Gartenexperten empfehlen, von Einzelpflanzen die frisch geschlüpften Raupen abzulesen und zu vernichten. „Wer größere Bestände erhalten will, kommt nicht umhin, den Buchsbaumzünsler mit Pflanzenschutzmitteln zu bekämpfen“, heißt es in der amtlichen Mitteilung weiter.

Das LfULG empfiehlt, auf Mittel mit biologischen Wirkstoffen zu setzen. „Für den Haus- und Kleingarten gibt es im Fachhandel zugelassene Pflanzenschutzmittel mit den biologischen Wirkstoffen Azadirachtin und Bacillus thuringiensis. Sie sind alle als bienenungefährlich eingestuft worden.“

Gegebenenfalls müsse das Pflanzenschutzmittel wiederholt eingesetzt werden. Wichtig sei, alle Blätter gründlich zu benetzen. „Ein Abtropfen der Spritzbrühe von den Blättern ist zu vermeiden“, so das LfULG.

Das Landesamt weist darauf hin, dass es für den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln mit dem Wirkstoff Dimethoat keine Zulassung im Haus- und Kleingartenbereich im Freiland gibt. Eine Zuwiderhandlung stelle einen Verstoß gegen das Pflanzenschutzgesetz dar und ziehe ein Bußgeld nach sich.

Von DNN